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Mikroschulungen

Patientenwissen „to go“

Patienten bedürfen oft der Nachbehandlung oder Rekonvaleszenz zu Hause; darauf müssen sie vorbereitet werden. Die Universität Witten/Herdecke hat zusammen mit dem Netzwerk Patienten- und Familienedukation in der Pflege e.V. Mikroschulungskonzepte entwickelt, um qualitätsgesicherten Wissenstransfer zu ermöglichen und Versorgungsbrüchen vorzubeugen.

Kranke Menschen oder deren Angehörige müssen immer mehr Aufgaben selbst übernehmen. Die Erfordernisse liegen jedoch weder darin, jemandem „mal eben“ etwas zu zeigen, noch erfüllen umfangreiche, vorgegebene Lehrkonzepte diesen Zweck. Einzelne Fertigkeiten müssen häufig individuell, also maßgeschneidert, vermittelt werden, deshalb sind Schulung und Beratung wichtige Handlungsfelder in der Pflege. Dafür bieten sich Mikroschulungen an.

Merkmale von Mikroschulungen
Mikroschulungen sind kleine Lerneinheiten mit einer Zeitdauer von zehn bis 30 Minuten, die beliebig oft wiederholt werden können. Sie richten sich an ein bis zwei Adressaten, zumeist an einen Patienten und/oder seine Bezugsperson. Im Rahmen der Mikroschulung werden je nach Themengebiet Fertigkeiten, Verhaltensweisen und/oder Wissensportionen vermittelt. Für die jeweilige Mikroschulung existiert ein schriftliches Konzept, um ein planvolles Vorgehen und eine Grundlage zu schaffen, an der sich alle schulenden Personen orientieren können. Trotzdem können Ziele, Inhalte und das Vorgehen individuell angepasst werden; vorhandene Erfahrungen und Fähigkeiten werden berücksichtigt, der Lebensalltag in den Blick genommen. Der grobe Verlauf, didaktische Schritte, das Übungs- und Anschauungsmaterial und die Art der Dokumentation sind vorgegeben, ebenso Hinweise zur Evaluation der Mikroschulung. Den umfangreichsten Textteil nimmt die Sachanalyse ein, also das neuzeitliche Wissen zum Thema, – hier sollte auf wissenschaftliche Stützung bzw. Evidenzbasierung geachtet werden.

Vorteile von Mikroschulungen
Herkömmliche Schulungsprogramme sind oft auf große Gruppen ausgerichtet, bei denen auf den Einzelnen nicht individuell eingegangen werden kann. Die Lernzielorientierung bleibt allgemein gehalten, es ist wenig Übertragung auf den konkreten Alltag des Einzelnen möglich. Da große Gruppen gebildet werden, kann nur wenig nach Zielgruppen differenziert werden, zudem lohnt es sich nur, solche Kurse für große Prävalenzgruppen anzubieten wie z. B. Pflege bei Demenz, Apoplexie, Brustkrebs. Dies ist durch die eins zu eins bzw. eins zu zwei Situation in Mikroschulungen anders. Ein weiterer Nachteil vieler bisheriger Schulungskonzepte ist der Versuch, Patienten zu einem bestimmten Verhalten zu erziehen und sie zu belehren. Der Patient bleibt ein passiver Empfänger, der Wissen konsumiert. Mikroschulungen dagegen sind darauf ausgerichtet, das Wissen und die Fähigkeiten des Adressaten zu ergänzen, seine Selbstbestimmung zu fördern und ihm zu helfen,Experte in eigener Sache zu werden.

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