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Motivation von Praxisanleitenden

Nicht nur der Fachkräftemangel und die Rahmenbedingungen in der Pflege scheinen Auswirkungen auf die praktische Ausbildung und die Motivation von Praxisanleitenden zu haben. Welche Faktoren die Motivation zusätzlich beeinflussen und wie es gelingen kann, dass Praxisanleitende sich dauerhaft engagieren und die Ausbildung attraktiv gestalten, erforschte unsere Autorin.

Die Aussage, Motivation sei nicht beeinflussbar, stimmt meiner Meinung nach so nicht ganz! Wird Motivation als Prozess verstanden, bei dem verschiedene Faktoren aufeinander wirken, kann durchaus von außen Einfluss genommen werden. Motivation ist insbesondere in der Praxisanleitung von Auszubildenden ein wichtiger Faktor. Doch wie gelingt es, als Praxisanleitende stets motiviert und somit ein gutes Vorbild zu sein? Um mich diesem Thema anzunähern, habe ich Praxisanleitende einer psychiatrischen Klinik befragt und konnte aus den Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen zum Motivationsprozess und -verlauf für die Praxis ableiten.

Ausgangssituation

Das Zentrum für Psychiatrie in Winnenden bietet jährlich 25 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege, zukünftig die generalistische Ausbildung, sowie das Duale Studium der Angewandten Gesundheits- und Pflegewissenschaften an. Die praktische Ausbildung wird seit 2013 durch mich, als Ausbildungsleiterin des Betrieblichen Ausbildungswesens Pflege, prozesshaft gesteuert und evaluiert. Zum Zeitpunkt der Untersuchung waren im Klinikum insgesamt 70 Mitarbeitende als Praxisanleiterin und Praxisanleiter weitergebildet. Seit 2015 gibt es pro Klinikbereich eine definierte Teil-Freistellung für Praxisanleitung.

Zur Fortbildung und zum fachlichen Austausch finden 3 ganztägige Praxisanleiterkonferenzen statt. Zusätzlich gibt es 2-mal im Jahr Qualitätszirkel in den jeweiligen Fachbereichen. Durch die digitale Dokumentation können die erbrachten Anleitestunden ausgewertet werden. In den letzten Jahren sind diese kontinuierlich gestiegen, was als sehr positiv bewertet werden kann. Meine subjektive Wahrnehmung war allerdings, dass sich ein Teil der Praxisanleitenden sehr engagiert und ein Teil weniger aktiv einbringt. In meiner Bachelorarbeit im Studiengang Angewandte Pflegewissenschaften untersuchte ich daher die möglichen Einflussfaktoren der Motivation von Praxisanleitenden sowie deren Erwartungen.

Ausbildung ohne Praxisanleitende ist nicht möglich

Aufgrund des bereits bestehenden und weiter steigenden Fachkräftemangels in den Pflegeberufen ist es von hoher Relevanz, die Ausbildung für junge Menschen attraktiver zu gestalten. Die Politik reagierte mit der im Koalitionsvertrag 2018 verankerten „Konzertierten Aktion Pflege“ und startete eine Ausbildungsoffensive. Umso bedeutsamer ist es, Auszubildenden eine qualifizierte Bildung in Theorie und Praxis anzubieten und die Motivation von Mitarbeitenden zu erhalten.

Innerhalb der Berufsausbildung hat schon heute die praktische Ausbildung einen hohen Stellenwert. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung 2003 legt fest, dass Auszubildende im Lernfeld Praxis durch Praxisanleitende an die beruflichen Aufgaben heranzuführen sind. Zahlreiche Publikationen unterstreichen den Stellenwert der Praxisanleitung, da sie maßgeblich zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz bei Auszubildenden beiträgt. Laut Landespflegegesetz Baden-Württemberg sind aktuell 25 Stunden Praxisanleitung pro Schulhalbjahr für jeden Auszubildenden obligatorisch. Eine Ausbildung ohne Praxisanleitende ist demnach bereits aktuell de facto nicht möglich.

Im neuen Pflegeberufegesetz wird der Praxisanleitung eine besondere Gewichtung verliehen. Der Umfang der Anleitung erhöhte sich bundesweit auf mindestens 10 % der Ausbildungszeit während eines Praxiseinsatzes. Die Weiterbildung von Praxisanleitenden wurde auf 300 Stunden angehoben und zukünftig sind pro Jahr insbesondere berufspädagogische Fortbildungen im Umfang von 24 Stunden von den Praxisanleitenden nachzuweisen.

Das Wissen innerhalb Deutschlands zur Zielgruppe der Praxisanleitenden ist spärlich. Einige Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Anleitung unter den aktuellen Rahmenbedingungen in der Praxis leidet. Dies scheint Auswirkungen auf die Motivation der Praxisanleitenden selbst zu haben. So zeigen die Ergebnisse von Zimmermann und Lehmann, dass einige Praxisanleitende die Anleitetätigkeit nicht mehr so gern wie zu Beginn ausüben.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier Motivation von Praxisanleitenden

Aus der Zeitschrift PPH 06/2019

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