Offener Brief - Pflegenotstand

Offener Brief an den Bundesminister für Gesundheit Herrn Ass. Jur. Hermann Gröhe Friedrichstraße 108, 11055 Berlin

Münster, den 26.03.2014

"Sehr geehrter Bundesgesundheitsminister Gröhe,

die Bilanz Ihres Ministeriums der ersten 100 Tage Ihrer Regierung hat keine Ansätze gezeigt, die katastrophalen
Missstände in der stationären bzw. ambulanten Gesundheits- und Krankenpflege schnellstmöglich
zu verbessern. Diese sind seit Jahren bekannt und werden nachfolgend aufgeführt.

...

Die Bundesregierung möge folgende Fragen beantworten:

  1. Wie viele Examinierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen sind z. Zt. aktiv beschäftigt?
    Wie viele passive Examinierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen gibt es in der BRD?
  2. Wie viele Examinierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen haben ihren Beruf wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in der Pflege vorzeitig verlassen?
  3. Wie viele Examinierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen haben ihre Arbeitszeit auf Grund der Arbeitsbedingungen in der Pflege auf 25-50% reduziert?
  4. Wie viele Examinierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen gibt es, die bei besseren Arbeitsbedingungen wieder in den Beruf rekrutiert werden könnten?
  5. Wie viele wissenschaftlichen Studien gibt es zur tatsächlichen Pflegequalität auf den Krankenstationen, in den Ambulanten Pflegebereichen und in der Altenpflege?
  6. Wie viele Examinierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen werden in den nächsten 20 J. für die ambulante/stationäre Versorgung in der Krankenpflege/Altenpflege benötigt?
  7. Was genau tut das Gesundheitsministerium, um die mehr als 20-jährigen Probleme zu lösen (pfleg. Mindestbesetzung, angem. Vergütung, etc.), um den Beruf attraktiver zu machen?
  8. Welches Sprachniveau wird für ausländische professionell Pflegende zur Bedingung gemacht, sichere Pflege ist nur mit dem Goethe-Zertifikat B2 (+ Fachspracheprüfung) zu gewährleisten.

Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister Gröhe, es ist mir bewusst, dass Ihnen diese Fakten nicht neu sein können. Sind Sie doch seit 1994 (20 Jahre) Mitglied des Deutschen Bundestages, und waren 2008-2009 Staatsminister bei der Bundeskanzlerin sowie von 2009-2013 Generalsekretär der CDU. Mir ist bekannt, dass Ihrem Haus durch Gespräche, Eingaben, Anhörungen, Anträge und Presseverlautbarungen jede Menge an Informationen zu diesem Sachverhalt vorliegen. Der Deutsche Pflegerat (DPR) nebst Mitgliedsverbänden und auch Pflegewissenschaftlerinnen und Pflegewissenschaftler haben mehr als genug dezidierte Vorschläge zur Verbesserung vermittelt. Meines Erachtens ist es essentiell, schnellstmöglich ein Gesetz zur Sicherung der professionellen Gesundheits- und Krankenpflege und Altenpflege für die ambulante und stationäre Patientenversorgung zu erlassen.

Mit besten Grüßen

Pflegewissenschaftlerin, M.N. (Dept. for Nursing Studies, University of Glasgow, Schottland) Havixbecker Str. 59 :: 48161 Münster :: Tel/Fax 02534/7597 :: Mail heike.strunk@web.de"

 

Lesen Sie hier den ganzen Brief an den Bundesgesundheitsminister

Lesen Sie hier die Antwort vom Bundesministerium für Gesundheit

 

 

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