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Persönliche Schutzausrüstung an- und ausziehen

Zum Schutz vor Infektionen, Chemikalien oder Erregerverbreitung ist die persönliche Schutzausrüstung unerlässlich und effizient – entscheidend dabei ist das Wie des An- und Ausziehens.

Charakteristisch für die persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist ihre spezielle Schutzfunktion vor einem oder mehreren Risiken. Von vielen wird die PSA wertgeschätzt als Schutz vor Infektionsrisiken. Für andere stellt sie eine lästige Notwendigkeit und Behinderung des Arbeitsflusses – bei ohnehin schon hohem Zeitdruck und Personalmangel – dar. Gerade Zeitmangel in Kombination mit vermeintlich einfach erscheinenden Tätigkeiten – wie das An- und Ablegen der PSA – birgt Risiken für Fehler bei der Durchführung.

Detaillierte Hinweise zur konkreten Benutzung persönlicher Schutzausrüstung liefern unter anderem

  • die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe 250 (TRBA 250),
  • die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut „Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten“,
  • die Vorschriften und Regelwerke der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sowie das Medienportal der zuständigen Berufsgenossenschaft/Unfallkasse.

Atemschutzmaske

Die Atemschutzmaske hat generell die Aufgabe, vor in der Atemluft befindlichen Schadstoffen (z. B. auch Mikroorganismen) zu schützen. Wie gut sie das macht, hängt bei den partikelfiltrierenden Halbmasken (engl. Filtering Face Pieces, FFP) von der Gesamtleckage ab, sprich der Summe von Undichtigkeiten.

Verantwortlich dafür sind neben möglichen Undichtigkeiten am Ausatemventil hauptsächlich 2 Faktoren:

  • Die Verpassungsleckage: Sie vergrößert sich, je größer die Undichtigkeiten an den Stellen sind, an denen die Maske am Gesicht aufliegt (Dichtlinie).
  • Der Filterdurchlass: Je geringer er ist, desto größer ist die Effizienz der Abscheidung von Partikeln und Vermeidung der kompletten Durchdringung. Dafür verantwortlich sind z. B. Schichtdicken und elektrische Fasereigenschaften.

Partikelfiltrierende Halbmasken werden auf der Basis ihrer Gesamtleckage in 3 Klassen unterteilt:

  • FFP 1 (max. 22%)
  • FFP 2 (max. 8%)
  • FFP 3 (max. 2%)


Neben den aktuellen Empfehlungen und Vorgaben zur Nutzung und Auswahl von Atemschutzmasken sollten immer das tatsächlich vorhandene Infektionsrisiko, die Praktikabilität und Mitarbeiter-Compliance mit berücksichtigt werden. Der fachliche Austausch zwischen dem Arbeitsschutz und der Hygiene ist sinnvoll.


Merke: Dient die Maske dem Schutz vor luftübertragbaren Erregern oder Aerosolen, wird mindestens eine FFP-2-Maske verwendet. Insbesondere hier sollte nach Anlegen dieser Maske eine Dichtsitzprüfung durchgeführt werden (s. u.).

Für Bartträger ist zu beachten: Vermehrter Haarwuchs im Bereich der Dichtlinie kann zu einer Leistungsminderung der Atemschutzmaske führen und damit das Gesundheitsrisiko erhöhen – insbesondere bei Indikationen für einen höherwertigen Atemschutz (FFP 2, FFP 3).


Schutzhandschuhe

Schutzhandschuhe stellen einen Schutz vor Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Ausscheidungen oder flüssigen Chemikalien dar. Diese können über verschiedene Wege über die Haut der Hände direkt oder sekundär über die Hände als Vehikel in den Kreislauf gelangen – z. B. über Stichverletzung, bestehende Wunden oder Risse trockener Haut, durch während des Handschuhausziehens kontaminierte Hände.

Schutzhandschuhe kommen mit unterschiedlichen Materialeigenschaften und Anforderungen an die jeweilige Anwendung zum Einsatz. So sollten z. B. immer der abzuwehrende Stoff und die möglichen mechanischen Beanspruchungen mit in die Auswahl einfließen.


Merke: Vor der Entnahme von Handschuhen aus den gewöhnlichen Pappboxen sind zur Vermeidung einer Kontamination von Box und Handschuhen die Hände zu desinfizieren.


Schutzkittel

Der Schutzkittel dient generell dem Schutz des Mitarbeiters vor Kontamination seiner Bereichs-/Arbeitskleidung mit Infektionserregern. Der Schutzkittel wird also zusätzlich und situationsbezogen angezogen. Prinzipiell ist er langärmelig und hinten geschlossen. Die Auswahl der Art des Kittels richtet sich nach der Tätigkeit, dem Kontaminationsrisiko und dem möglichen Durchfeuchtungsgrad.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Persönliche Schutzausrüstung an- und ausziehen – Schritt für Schritt

Aus der Zeitschrift Krankenhaushygiene up2date 02/2012

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Quelle

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