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Schiff ahoi!

Die heutigen Einsatzmöglichkeiten von Fachkrankenpflegern sind breit. Verschiedene Disziplinen innerhalb und außerhalb des Krankenhauses sind dabei jedembekannt, der sich gedanklich mit einer Veränderung seines beruflichen Umfelds beschäftigt. Mancher denkt auch über die Landesgrenzen hinaus, bezieht das nähereoder weitere Ausland in die Überlegungen für einen neuen Schritt mit ein. Dieser Artikel macht mit einem weiteren, weitgehend unbekannten Einsatzgebietvertraut: Haben Sie schon einmal daran gedacht, auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten?

Eine Kreuzfahrt zu machen wird für viele Menschen weltweit immer attraktiver – ferne Länder, ein schwimmendes Hotel mit hohem Standard, „Entschleunigung“ auf See vom Alltag sind nur einige der Gründe. 2017 haben ungefähr 26 Mio. Menschen (2017 CLIA State of the Industry) ihren Urlaub auf diese Weise verlebt, davon 2 Mio. allein aus Deutschland (Meldung CLIA Deutschland, März 2018). Und die Zahl steigt. Derzeit gibt es etwa 300 aktive Kreuzfahrtschiffe auf Meeren und Flüssen, und weitere werden gebaut – in 2017 wurden 26 Neubauten für Hochsee-Kreuzfahrtschiffe in Auftrag gegeben.

Das Bild der Medizin auf einem solchen Schiff ist häufig von Klischees geprägt – attraktive Präsenz im Gästebereich des Schiffs scheint das Berufsbild desmedizinischen Personals auf See zu bestimmen. In Unterhaltungssendungen ist zumeist nur ein Bord-Arzt zu sehen, der mit dem Kapitän eher zwischenmenschliche Nöte löst, als medizinische Herausforderungen zu meistern. Pflegepersonal sucht man in diesen TV-Klassikern oft vergeblich. Wie so oft: Die Realität zeichnet ein etwas anderes Bild. „Eine Notaufnahme ohne zuliefernden Rettungsdienst“ beschreibt die Situation treffender.

 

Das Schiffshospital

Alle Hochsee-Kreuzfahrtschiffe haben eine medizinische Einrichtung, das „Hospital“. Zu versorgen sind nicht nur erkrankte oder verletzte Passagiere, sondern auch die Crew, zeichnet der Reeder doch für deren medizinische Versorgung während des oft monatelangen Einsatzes verantwortlich.

Mit dem Wachstum der Kreuzfahrtindustrie hat sich das American College of Emergency Physicians (Amerikanische Gesellschaft für Notfallmedizin) des Themas angenommen und Guidelines zu Räumlichkeiten, Ausstattung und personeller Besetzung aufgestellt. Für das Gros der Kreuzfahrt-Reedereien sind diese heute verbindlich. Zumeist auf den unteren Decks und mittschiffs gelegen, einem Ort hoher Stabilität auch bei lebhafteren Wetterbedingungen, verfügen die Hospitäler je nach Schiffsgröße über mindestens ein Sprechzimmer, einen Raum für Untersuchungen und Eingriffe, Räume für stationär zu betreuende Patienten bis zur Intensiv-Versorgung. Der Wartebereich ist häufig für Gäste und Crew voneinander getrennt.

Medizinische Geräte wie EKG, Spirometer, Röntgen-Apparat, diverse POCT-Laborgeräte (Blutbild, klinische Chemie, Troponin, Gerinnung u. a.) finden sich ebenso an Bord wie chirurgisches Instrumentarium, Gips-Equipment und Autoclave dort, wo nicht bereits Single-use-Instrumente im Einsatz sind. Für Notfall- und intensivmedizinischeVersorgung sind Defibrillator, Monitoring, Beatmungsgerät, Perfusoren, Sauerstoff und Absaugung vorhanden.

Die Bordapotheke ist breit aufgestellt, von Aspirin über Antihypertensiva bis zu Katecholaminen und Thrombolytika. Die genaue Ausstattung variiert etwas von Kreuzfahrt-Reederei zu Reederei, auch abhängig von den Vorschriften des Landes, unter dessen Flagge das Schiff fährt, und vom Fahrtgebiet beeinflusst.

Das Spektrum der zu versorgenden Patienten und ihrer Erkrankungen ist breit – natürlich spielt die Seekrankheit eine Rolle, auch die großen Schiffe bewegen sich bei rauer See. Und da bereits von „Notaufnahme“ die Rede war – das medizinische Team wird häufiger gebraucht von Patienten mit Symptomen vom Schnupfen bis zum Schlaganfall, von der Patella-Luxation bis zur Reanimation, von dem eingetretenen Seeigel-Stachel bis zu Ciguatera; von zwei Patienten am Tag bis zu über 50 oder mehr und vom einjährigen Kleinkind bis zum rüstigen Senior.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Schiff ahoi!

Aus der Zeitschrift: intensiv 5/2018

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