• Singendes Krankenhaus

    Singend können wir Kindern grundlegende Lebenshaltungen wie „alles wird immer wieder gut“ und „du bist bei uns geborgen und nicht allein“ tief in ihrer Seele verankern.

     

Singendes Krankenhaus

Der musikalische Gebrauch der menschlichen Stimme hat positive Auswirkungen auf Körper und Seele, das haben zahlreiche Studien ergeben. Säuglinge lassen sich durch Gesang beruhigen, bei Kleinkindern fördert er die Intelligenz und soziale Kompetenz, und er bietet eine Möglichkeit, Gefühle auszudrücken, wovon Jugendliche in besonderem Maße profitieren. Gute Gründe, um auch in Krankenhäusern oder anderen Gesundheitseinrichtungen das Singen als Therapie anzubieten – wie es der Verein „Singende Krankenhäuser e. V.“ tut.

"Das Singen ist die eigentliche Muttersprache aller Menschen, wenn einer aus der Seele singt, heilt er sogleich seine innere Welt, wenn alle aus ihrer Seele singen und eins sind in ihrer Musik, heilen sie zugleich auch die äußere Welt." (Yehudi Menuhin)  

Kleinkinder (0 bis 6 Jahre)
„Der Mond ist aufgegangen, die gold’nen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.”
Viele kennen es, die meisten Eltern machen es – ganz intuitiv: Das Kind wird in den Schlaf gesungen. Eltern stellen sich ein auf das Bedürfnis des Kindes, übernehmen seine Vokale (lalelu, lailai), beruhigen sich und den Säugling gleichermaßen, sodass er in Sicherheit und Geborgenheit einschlafen kann. Dieses Ritual ist auf der ganzen Welt ähnlich; wir vermitteln Liebe, Geborgenheit, Fürsorge, Trost und Sicherheit im Singen.

„Heile, heile Segen, sieben Tage Regen, sieben Tage Sonnenschein, wird alles wieder heile sein. Heile, heile Segen, sieben Tage Regen, sieben Tage Schnee, tut dem Kind schon nicht mehr weh.“
Das Kind hat sich wehgetan und wird getröstet. Der Trost wird in eine Struktur gebracht: Wenn der Reim endet, ist auch der Schmerz vorbei, all unsere Emotionen und Trost werden in die Sprache, in den Reim, in die Melodie gelegt. Es scheint etwas Urmenschliches; wenn wir Kinder, unsere Gegenüber, den Menschen besonders erreichen wollen, wird unsere Sprache zu Melodie: „Haaallo“, „kooommst du“, „Aaa-nnaa“ rufen wir in der Rufterz. „Biiiiiiiittee“ flehen die Kinder in einem schleifenden Ton in ihrem ganzen Tonumfang, wenn sie etwas von uns wollen.

Klangerfahrungen sind früheste Körpererfahrungen, die wir als Mensch haben. Schon vor der Geburt, etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche, lassen sich Reaktionen des Fötus auf akustische Reize nachweisen, drei bis vier Monate vor der Geburt reagieren Föten auch motorisch auf akustische Reize (Strampeln etc.). Es gibt Schilderungen, dass sich nach der Geburt Säuglinge besonders schnell mit der Musik, die sie als Fötus mitbekommen haben, beruhigen lassen, und diese später auswendig können. Die Stimme der Mutter spielt hierbei natürlich eine besondere Rolle.

Säuglinge zeigen ihre Befindlichkeit – körperlich und emotional – durch Vokalisation und Mütter/Eltern sind intuitiv in der Lage, diese „Äußerungen“ zu verstehen. Das Gelingen dieses frühen Dialogs trägt wesentlich zur Ausbildung und Entwicklung der Persönlichkeit und zur Regulation von Emotionen und Affekten bei.

Wenn die Kinder etwas älter sind, erfinden sie oft von selbst Singspiele und einfache Lieder und lernen, dass Rituale und Feiern oft mit Musik verbunden sind (Geburtstage, Weihnachten, Taufe etc.). Singend können wir Kindern grundlegende Lebenshaltungen wie „alles wird immer wieder gut“ und „du bist bei uns geborgen und nicht allein“ tief in ihrer Seele verankern. Singgruppen knüpfen an diese Erfahrungen an, sie werden neu gemacht, neu bewertet, nachgeholt, verankert, geübt und gesichert.

 

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Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
Mechthild Hoehl, Petra KullickGesundheits- und Kinderkrankenpflege

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