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Stecklaken auf Anti-Dekubitus-Matratzen? Ja oder nein?

Immer wieder sehe ich Stecklaken auf einem eingespannten Bettlaken auf einer Anti-Dekubitus-Matratze (ADM). Ich habe in einer Einweisung zu diesen ADM mal gelernt, dass nur ein loses Laken auf diese ADMs gelegt werden darf, weil ansonsten die Dekubitusgefahr sich verstärken kann und die Wirkung der Matratze am Steiß- und Rückbereich fast aufgehoben wird. Was sagen Sie dazu?

CNE Experte Franz Sitzmann antwortet am 29.01.2015:
Im Zeitalter, in dem es wesentlich war, ständig weiter Bettwäschewechsel zu reduzieren und Lagerungsmaterialien zur Entlastung der Pflegenden bei der Positionierung des Patienten im Bett in Form von Gleitmatten, wie z. B. EasySlid, nicht zur Verfügung standen, waren Stecklaken hilfreich. Damit wurde der Patient von zwei Pflegenden in die für ihn bequeme Lage gebracht.
Bei der sinnvollen und vielfach indizierten Anwendung von Techniken der Druckumverteilung beim Lagern (Positionierung) des druckgefährdeten Patienten (Weichlagerung, Wechsel- bzw. Umlagerung und Freilagerung) sind dagegen Stecklaken kontraindiziert. Das Vorbeugeprinzip der Weichlagerung sowie zeitlicher und örtlicher Entlastung der Kontaktflächen kann nur wirkungsvoll sein, wenn der Patient nicht auf einem straff gespannten oder faltenreichen Stecklaken liegt.

Beachten Sie dazu auch die Merke-Hervorhebung auf Seite 219 in Thiemes Pflege 12. Aufl.: „In vielen Krankenhäusern werden keine Stecklaken mehr benutzt: Zum einen spart es den Wäscheverbrauch, zum anderen mindert es die Dekubitusgefahr für den Patienten.“