• Stressmanagement

     

Stress- und Konfliktmanagement im (Pflege-)Alltag

Der tägliche Stress in der Pflege führt nicht selten zu Erschöpfung und Burnout. Lesen Sie hier, wie ein gelungenes Zwickmühlenmanagement sowie Faulheit, Egoismus und Güte davor schützen können. Von Karin Probst

Die Zahl der Krankschreibungen durch vegetative Erschöpfung oder psychische Belastungen hat sich in den letzten Jahren stark erhöht. Auf knapp 29 Milliarden Euro beziffert das Statistische Bundesamt den volkswirtschaftlichen Schaden aufgrund psychischer Belastungen. Auch im Alltag auf Station kann man die Auswirkungen von Stress oft deutlich spüren.

Indikatoren
Faktoren für eine hohe Stressbelastung im Arbeitsumfeld können sein:

  • hoher Krankenstand 
  • hohe Fluktuation
  • große Anzahl einsatzeingeschränkter Mitarbeiter
  • Qualitätsprobleme
  • schlechtes Betriebsklima
  • mangelnde Kommunikation
  • häufige Konflikte
  • erhöhte Fehlerhäufigkeit, „Schusseligkeiten“, Verletzungen, Unfälle
  • Beschwerden der Patienten
  • vermehrtes Lästern, Abwertungen
  • Schwierigkeiten bei Entscheidungsfindungen im Konsens
  • innere Kündigungen
  • Mobbingfälle

Gelungenes Zwickmühlenmanagement im Alltag
Die gute Botschaft des heutigen Tages ist: Man muss erstmal überhaupt nichts. Man macht etwas, weil man sich dafür entschieden hat. Weil man es machen möchte, oder weil man die Konsequenz des Nicht-tuns nicht möchte. Wenn Sie also zu den Menschen gehören, die im inneren Selbstdialog häufig die Worte „Ich muss noch schnell …“ vor sich hin murmeln, dann wäre es an der Zeit, dies schleunigst durch „Ich möchte …“, oder: „Ich entscheide mich dafür, es jetzt zu tun“ – zu ersetzen. Dieser kleine Sprung von „Ich muss“ zu „Ich möchte“ ist entscheidend. Letztlich ist Stressmanagement immer auch Zwickmühlenmanagement, ich entscheide mich zwischen mehreren Bedürfnissen, die alle gleich wichtig sind: Aufräumen – Zeit mit den Kindern verbringen – ausruhen … Wie soll man das zeitgleich alles miteinander verbinden? Ein wichtiger Aspekt im Stressmanagement ist daher das Wort JETZT. Jetzt schlafe ich, jetzt räume ich auf – so kann man vermeiden, im Geiste schon 2 Stufen weiter zu sein …

Der Aspekt der Freiwilligkeit
Er umfasst gänzlich auf die Wörter „müssen“ oder „sollen“ zu verzichten. Ich muss nicht aufräumen. Ich mache es, weil ich mir meine Bedürfnisse nach Ordnung, Ästhetik oder gesellschaftlicher Integration erfülle. Probieren Sie es mal aus: vom Sofa aufzustehen mit den Worten „Jetzt möchte ich aufräumen, weil es mir gefällt, wenn es ordentlich ist.“ Diese Art zu denken verändert uns, denn wir benutzen unser Gehirn als Belohnungsinstrument und lassen Areale der Strafe oder Angst weitgehend unberührt, was sich sowohl hormonell als auch bis in den niedrigeren Blutdruck auswirken kann. Das Einzige, was wir tatsächlich müssen, ist, mit den Konsequenzen unserer Wahlfreiheit zu leben. Es ist sehr hilfreich bei solchen Entscheidungen
alle Bedürfnisse zu hören: Ein Teil in mir möchte Ordnung und Sauberkeit, ein anderer Teil braucht einfach Ruhe – und jetzt entscheide ich mich für das, was langfristig für alle von Vorteil ist, und mache erst mal ein kleines Päuschen ohne schlechtes Gewissen …, denn das wäre ein Indikator dafür, dass im Zwickmühlenmanagement ein Bedürfnis nicht ausreichend gewertschätzt und bedauert wurde.

Lesen Sie hier den kompletten Artikel: Stress- und Konfliktmanagement im (Pflege-)Alltag

Aus CNE.fortbildung 03/18

Karin Probst Gesunder Egoismus

Beim Deutschen Pflegetag 2019 konnten Sie die Autorin dieses Beitrags, Karin Probst, in einem Partnervortrag des Thieme Verlags erleben. Das Handout zu ihrem Vortrag sowie Übungsmaterialien für den Transfer in die Praxis stehen Ihnen online zur Verfügung.

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