• Trialog

    Gespräche helfen, die Krankheit anzunehmen. Deshalb brauchen Angehörige informative Gespräche, die ihnen helfen, die Krankheit mit all ihren Schrecken annehmen zu können.

     

Trialog unterstützt Angehörige psychisch Kranker

Kliniken treten immer häufiger in den Trialog mit psychisch Erkrankten und deren Angehörigen, denn Studien zeigen, dass engagierte und gut informierte Angehörige einen Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können. Doch die Umsetzung des von den Kliniken geforderten Trialogs stellt Pflegende oft vor große Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

Angehörige sind Laien und haben sich im Laufe der Zeit eigene Krankheitskonzepte zurechtgelegt, die nicht immer mit denen der professionell Pflegenden einhergehen. Häufig sind die Angehörigen durch die Krankheit des Familienmitglieds selber traumatisiert. Zudem sind viele Menschen von der klinischen Umgebung schockiert. Sie kämpfen mit Schuldgefühlen und der Angst, die Krankheit ihrer Liebsten durch die ungewohnte Umgebung noch verschlimmert zu haben. Diese Menschen brauchen die Gewissheit, dass ihr Kind, ihr Partner, ihr Geschwister in dieser Klinik genau an der richtigen Adresse ist. Einige Angehörige versuchen, ihre Zweifel und Ängste zu bekämpfen, indem sie das Pflegepersonal kontrollieren. Hier gilt es, Ruhe zu bewahren und auf die hinter dem Misstrauen liegenden Sorgen einzugehen. Hinzu kommt, dass Pflegende häufig die einzigen Ansprechpartner für Angehörige sind. Deshalb laden sie bei ihnen oft Frust über die bürokratische Behandlung seitens der Behörden oder der Krankenkassen ab. Viel Hilfe von Seiten der Pflegenden brauchen Angehörige auch, wenn sich das kranke Familienmitglied plötzlich zurückzieht oder aggressiv reagiert. Die Reihe der Nöte und Sorgen der Angehörigen ist beliebig fortsetzbar. Scham und Schuldzuweisungen spielen eine große Rolle, da es nach wie vor viele Zeitgenossen gibt, die von psychischen Krankheiten auf Erziehungsfehler in der Kindheit schließen. Auch finanzielle Zukunftsängste belasten, genauso wie die bange Frage: „Was kann, was darf ich hier in der Klinik überhaupt für meinen Angehörigen tun?“.

Gespräche helfen, die Krankheit anzunehmen

Deshalb brauchen Angehörige informative Gespräche, die ihnen helfen, die Krankheit mit all ihren Schrecken annehmen zu können. Eine unverzichtbare Basis für die trialogische Zusammenarbeit ist gegenseitige Achtung vor den jeweiligen Erfahrungen und gegenseitiges Vertrauen. Dazu brauchen Pflegende viel Zeit und Fingerspitzengefühl, da jeder Mensch individuell behandelt werden muss. Doch diese Zeit fehlt häufig im Pflegealltag. Zu Recht beklagen sich Pflegende über eine Flut von Aufgaben, die dazu führt, dass „das Zwischenmenschliche“ auf der Strecke bleibt: Ärztliche Anordnungen müssen umgesetzt, der Klinikalltag organisiert und Konflikte zwischen den Patienten geschlichtet werden. Darüber hinaus ufern umfangreiche Dokumentationen weiter aus. Pflegekräftemangel sowie der ewig drohende Rotstift tun ihr Übriges, um die Stressbelastung der Pflegenden zu erhöhen. Die problemlose Einbeziehung von Angehörigen in die Pflege gelingt nur bei sehr erfahrenen und engagierten Angehörigen. Nur sie können sich auch um andere Patienten kümmern, ihnen ruhig zuhören, sie beruhigen und sie hin und wieder zu einem Gesellschaftsspiel motivieren. Aber was geschieht mit den Angehörigen, die – selbst noch arg belastet – den Klinikalltag eher behindern als fördern? Wie lässt sich im Kontakt mit ihnen die Trialog-Forderung umsetzen, ohne dass andere, wesentliche pflegerische Aufgaben vernachlässigt werden?

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Psychiatriepflege und Psychotherapie
Stephanie Amberger, Sibylle Roll, Secil Akinci, Borwin Bandelow, Markus BangerPsychiatriepflege und Psychotherapie

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