• Neue Leitlinien Rückenschmerz - Physiotherapie - Thieme Verlag

     

Neue Leitlinien Rückenschmerz

Nach Großbritannien und den USA hat auch Deutschland die Leitlinie Rückenschmerz aktualisiert. Physiotherapeut Tim Starck hat die Empfehlungen in den drei Ländern analysiert. Sein Fazit: Physios sind die beste Wahl für die genannten Interventionen.

Seit November 2016 sind die neuen Guidelines Rückenschmerz des National Institute for Health and Care Excellence in Großbritannien, kurz NICE Guidelines, veröffentlicht. Diese haben gleich zu Beginn für rege Diskussionen in der Physiotherapie gesorgt. Grund dafür waren durchaus umstrittene Empfehlungen, beispielsweise in der Behandlung von chronischen Rückenschmerzen keine Akupunktur mehr einzusetzen. Im Februar 2017 brachte auch das American College of Physicians für die USA neue Guidelines, kurz ACP Guidelines, heraus. Hier geben die Experten vermeintlich gegensätzliche Interventionsempfehlungen zu den NICE Guidelines wie Akupunktur und Massage, was die Diskussionen weiter anheizte. Um die Hintergründe dazu zu verstehen, gilt es, ein paar Grundsätze zum Thema Guidelines zu wissen.

Guidelines repräsentieren oftmals nicht die Evidenz

Guidelines sind Behandlungsempfehlungen, die bestenfalls auf der aktuell hochwertigsten Evidenz beruhen. Zeigt eine Methode jedoch gute Ergebnisse in einer Studie, muss das nicht bedeuten, dass diese zwangsläufig als allgemeine Empfehlung in eine Leitlinie aufgenommen wird. Am Beispiel von multimodalen oder komplexen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Verfahren für chronischen Rückenschmerz lässt sich dieser Konflikt gut erklären: Die aufwendigen Ansätze brauchen viel Zeit, große Teams in enger Zusammenarbeit und hochqualifizierte Therapeuten. Es gibt dafür durchaus Evidenz. Liest man jedoch zwischen den Zeilen, sind die relativen Effekte gegenüber der regulären Rückenschmerzbehandlung aber nicht groß genug, um diese Therapien in der Breitenversorgung anzuwenden. Allen Patienten mit chronischen Schmerzen multimodale Therapieprogramme zu verordnen, würde zu einem volkswirtschaftlichen Fiasko führen. In einer simplen Kosten-Nutzen-Rechnung müsste man sich in diesem Fall also im Rahmen einer Leitlinie gegen die allgemeine Empfehlung für komplexe Therapieverfahren entscheiden.


Guidelines widersprechen sich mitunter direkt

Ginge es bei der Erstellung von Guidelines nur um die beste verfügbare Evidenz, müssten alle zum gleichen Ergebnis kommen. Oft fließen jedoch durchaus wirtschaftliche und berufspolitische Interessen mit ein, wenn Institutionen an der Erstellung beteiligt sind, die sich mit der Erkrankung selbst befassen. Das ist einer der Gründe, warum Guidelines zum selben Thema – wie im Eingangsbeispiel – unterschiedliche Behandlungen empfehlen.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Neue Leitlinien Rückenschmerz – Physios sind die beste Wahl

Aus der Zeitschrift physiopraxis 05/2017

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