• Aktivmassage

    Schulteröffner: Funktionelle Stabilisierung des Schulterblattes nach hinten-unten-außen gegen manuellen Führungswiderstand.

     

Aktivmassage 3D-Öffner an der Schulter

Die passive 3D-Massage schult die Eigenwahrnehmung im Hinblick auf eine optimale Haltungs- und Bewegungskoordination. Der Empfänger ist dabei kognitiv aktiv, intensiv wahrnehmend, aber motorisch passiv. Die Aktivmassage baut darauf auf: Gezieltes Anleiten und ein individuell dosierter, dreidimensionaler Führungswiderstand erlauben es, immer tiefer in die Struktur zu gelangen.

Definition

Die wesentlichen Faktoren für eine koordiniert ablaufende Schultergelenkbewegung sind Stabilisierung des Schulterblattes und Mobilität des Schultergelenks. Letzteres ist durch die Kugelgelenkcharakteristik offensichtlich. Die Herausforderung besteht darin, trotz flexibler Leichtbauweise genügend Stabilität zu erreichen. Die räumlich-flexible pyramidenartige Anordnung von Oberarm, Schulterblatt und Schlüsselbein – mit dem zentrierten Schultergelenk als Pyramidenspitze – bringt das Konstruktionsprinzip auf den Punkt. Bei allen größeren Armbewegungen bewegt sich das Schulterblatt mit, um diese flexible Dreiachsen-Konstruktion aufrechtzuerhalten. Bänder und Muskeln wirken als verbindende Elemente.

Wirkung

Mit dem Schulteröffner werden die gekoppelten Bewegungen von Skapula und Schultergelenk bewusst nachvollzogen, das Gelenk wird zyklisch zentriert und wieder dezentriert. Die funktionelle Beweglichkeit des Schultergelenks ist bei einer protrahierten Schulterhaltung erheblich eingeschränkt, die retrokapsulären Strukturen sind teilweise massiv verkürzt. Durch die zyklische Zentrierung des Humeruskopfs nach hinten-unten-außen erfahren die hinteren Kapsel- und Manschettenstrukturen – M. infraspinatus, M. teres minor – eine progressive Dehnung. Die funktionelle Zentrierung des Schulergelenks ermöglicht es dem M. supraspinatus, ein Hochrutschen des Humeruskopfs bei Armabduktion wirkungsvoll zu verhindern – die funktionell beste Prävention gegen das muskuloligamentäre Impingement der Schulter. Erst zentrieren, dann bewegen lautet die Kurzformel für den Gebrauch des Schultergelenks.

Technik

Die obere Hand des Klienten ist vor dem Brustbein auf der Liegefläche aufgestützt. Auf knickfreien Nacken achten. Eine Hand des Therapeuten bringt das Schulterblatt nach vorn-oben-innen Richtung Ohr, die andere dreht den Oberarm nach außen. Die Skapula wird nun vom Empfangenden aktiv und gegen den manuellen Führungswiderstand nach hinten-unten-außen bewegt. Dabei gleitet der Humeruskopf im Gelenk nach hinten-unten und rotiert nach innen. Die Wölbung des Kopfes wird retrokapsulär sicht- und spürbar. Optional erfährt dieser Bereich mit dem Daumen eine angenehme Lockerungsmassage.

Hinweis

Ein weit geöffneter Winkel zwischen Spina scapulae und Schlüsselbein dient als Referenz für die richtige Ausführung, d.h. die Skapula gleitet über den Brustkorb nach hinten und nicht umgekehrt.

Dieser Artikel stammt aus dem Buch Spiraldynamik Körperarbeit von Christian Larsen.

Das könnte Sie interessieren: