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Back to „First down“

Fehlende Richtlinien für den RTP bei Low Back Pain, auf starren Zeitvorgaben basierenden Protokollen und fehlende Evidenz für die Assessments erschweren es Therapeuten, den passenden Behandlungsplan zu entwickeln. Warum also in der Therapie nicht einfach an Symptomen und Mechanik orientieren? Genau das macht ein McKenzie-Therapeut, zu dem ein junger Footballspieler mit LBP kommt

Der Patient: junger und großer Footballspieler mit BS-Vorfall

Bei dem Patienten handelte es sich um einen 20-jährigen College-Footballspieler, der vom Mannschaftsorthopäden überwiesen worden war. Diagnostiziert wurden ein „großer“ L 5-S 1-Bandscheibenvorfall und eine linksseitige S 1-Radikulopathie. Der Patient war 1,88 Meter groß und wog 102 Kilogramm. Bei der Erstuntersuchung beim Mannschaftsorthopäden gab er seine Schmerzen mit 8/10 auf einer VAS-Skala an. Die Schmerzen waren in der linken Gesäßhälfte und im linken posterioren Oberschenkel lokalisiert. Sie traten vor zwei Wochen zum ersten Mal auf, nach der Teilnahme an einem Mannschaftstraining, bei dem Gewichte zum Einsatz kamen. Das Programm beinhaltete Kniebeugen mit Gewichten, Gewichtheben (sogenannte Power Cleans), Kreuzheben und plyometrisches Training.

Die Schmerzen begannen ungefähr zwei Wochen nach Beginn des Übungsprogramms. Anfänglich verspürte der Sportler einen dumpfen Schmerz im linken unteren Rückenbereich beim Kreuzheben mit 200 Kilogramm. Dieser dumpfe Schmerz nahm immer weiter zu und trat dann auch beim Vorbeugen, beim Laufen und beim plyometrischen Training auf. Der Sportler bemerkte, dass die Schmerzen manchmal beim Stehen, Sitzen und Gehen zunahmen. Außerdem berichtete er, dass die Schmerzen regelmäßig Schlafstörungen zur Folge hatten und frühmorgens schlimmer waren als zu anderen Tageszeiten. Er gab ein positives Valsalva-Zeichen an. Außerdem provozierten Husten und Niesen sowie Pressen beim Stuhlgang die Beschwerden. Die größte Schmerzlinderung wurde durch Einnahme der Embryo-Haltung erreicht, vor allem, wenn er auf der linken Seite lag. Weiterhin gab er an, dass er keine Schwäche in den Beinen verspürte, jedoch in den linken hinteren Oberschenkel reichende Parästhesien.

Nach einer Besprechung mit dem Mannschaftsarzt erhielt er eine Packung Prednison – ein Kortisonpräparat – und wurde zur Physiotherapie überwiesen. Seine Vorgeschichte war unauffällig. Zum Zeitpunkt der Erstuntersuchung beim Physiotherapeuten nahm er Prednison und Naproxen sowie ein Muskelrelaxans. Er hatte sich nie einer Operation unterziehen müssen, keine schwerwiegenden Stürze oder Unfälle erlitten und gab keinen bösartigen Nachtschmerz an. Wegen eines Problems mit der rechten Schulter, das durch konservative Behandlung gelöst werden konnte, war er vor zwei Jahren physiotherapeutisch behandelt worden. Abgesehen von den Medikamenten war sein aktueller LBP bis zu diesem Zeitpunkt nicht behandelt worden.


Erstuntersuchung

Die physiotherapeutische Erstuntersuchung wurde von einem Fellow of the American Academy of Orthopedic and Manual Physical Therapy mit MDT-Diplom durchgeführt. Wie bereits beschrieben, wurde dokumentiert, dass die Schmerzen im Rücken und im linken Bein auftraten. Der Roland-Morris-Funktionsfragebogen ergab 16/24. Das MRT zeigte eine große posteriore Bandscheibenextrusion, die praktisch den gesamten Spinalkanal auf der linken Seite ausfüllte.

Bei der Untersuchung des Patienten ging der Therapeut nach dem MDT-Untersuchungssystem vor (wie von Robin McKenzie beschrieben). Die Körperhaltung des Patienten war leicht gekrümmt und durch eine deutlich reduzierte Lumballordose gekennzeichnet. Es waren keine akuten Deformierungen wie „akute Kyphose“ oder „akuter lateraler Shift“ zu erkennen. Eine erste Korrektur der Körperhaltung hatte keine Wirkung auf die Symptome.

 

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Aus der Zeitschrift Sportphysio 02/2017

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