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    Vier Fragen an Peter Brochwicz, der in seiner Bachelorarbeit das Bewegungsverhalten des Nervus medianus bei Mobilisation der HWS untersuchte.

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Der Nerventester

PETER BROCHWICZ: Nerven sind dynamisch und sensibel. Doch manchmal können sie auch nerven – wie Peter Brochwicz in seiner Bachelorarbeit feststellen musste. Um zu untersuchen, wie weit zervikale Mobilisationen den Nervus medianus beeinflussen, lernte er die Kunst der Sonografie und der Geduld.

Das Bewegungsverhalten des Nervus medianus bei Mobilisation der HWS

Die Bachelorarbeit
Seit den 70er Jahren wurden verschiedene Techniken entwickelt, um das Nervengewebe zu untersuchen und zu mobilisieren. Eine davon ist das Cervical Lateral Glide (CLG), bei der Therapeuten eine kontralaterale Translationsbewegung der HWS hauptsächlich auf Höhe des Segments C5/C6 durchführen. Sie wirkt unter anderem schmerzlindernd.

Peter Brochwicz untersuchte in seiner Studie, inwieweit das CLG im Vergleich zu einer kontralateralen Seitneigung der Halswirbel-säule speziell den Nervus medianus beeinflusst. Ihn interessierte, ob und wie weit sich der Nervus medianus bei diesen Bewegungen peripher mitbewegt. Zusätzlich untersuchte Peter Brochwicz, ob sich die Bewegung des Nervus medianus bei einem Karpaltunnel-syndrom (CTS) verändert. Diese Erkenntnis könnte zum Beispiel für die Behandlung des CTS von Nutzen sein.

In seine Studie bezog er 19 Frauen und 8 Männer ein. Um bei den gesunden Probanden neuronale Störungen auszuschließen, setzte er zwei Untersuchungsverfahren ein: den DASH-Fragebogen (Disability of Arm, Shoulder and Hand), der die Behinderungen im Alltag durch Schulter-, Arm- und Handprobleme erfasst, und den ULNT1 (Upper Limb Neurodynamic Test 1), der Auskunft über die Dynamik und Irritierbarkeit des Nervus medianus gibt. Indem Peter Brochwicz zudem zwei Frauen mit einem Karpaltunnelsyndrom untersuchte, erhielt er einen ersten Eindruck darüber, wie sich die Armnerven bei einer Pathologie verhalten. Um die Bewegungen des Nervs darzustellen und zu messen, nutzte er den diagnost-ischen Ultraschall. Dieser gilt in der Forschung als effektives Instrument zur Darstellung von Nerven. Er selbst schallte, während ein Kommilitone das laterale Gleiten durchführte. Dabei mobilisierte dieser die HWS in einem Rhythmus von zwei bis drei Sekunden bis an die Spannungsgrenze des Gewebes. Peter Brochwicz maß die transversalen Bewegungen des Mediannervs an der Mitte des rechten Ober- und Unterarms sowie am Hand-gelenk. Die Bewegungen des Nervs in longitudinaler Richtung ermittelte er am mittleren und distalen Unterarm. Er wertete die Aufnahmen direkt am Ultraschallgerät und mit Hilfe einer speziellen Software aus.

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