• Die Frage, ob exzentrische oder konzen­trische Übungen in der Behandlung eines „Tennisellenbogens“ vorzuziehen sind, verursacht unter Therapeuten immer wieder Diskussionen.

     

Ellenbogen-Tendinopathie – Exzentrik toppt Konzentrik

Die Frage, ob exzentrische oder konzen­trische Übungen in der Behandlung eines „Tennisellenbogens“ vorzuziehen sind, verursacht unter Therapeuten immer wieder Diskussionen. Forscher aus Schweden wollten nun herausfinden, welche der beiden Methoden tatsächlich wirksamer ist.

Dafür rekrutierten sie 120 Probanden zwischen 20 und 75 Jahren, die seit mehr als drei Monaten Symptome einer Ellenbogen-Tendinopathie zeigten und diese auch durch einen Arzt diagnostiziert bekommen hatten. Patienten, die zusätzlich ein Supinatorsyndrom, eine Rhizarthrose oder eine Fibromyalgie hatten, schlossen die Forscher aus der Studie aus. Die Probanden teilten sie per Zufall in zwei Gruppen: eine Konzentrik- und eine Exzentrikgruppe.

Alle Teilnehmer sollten über drei Monate hinweg eine Übung machen. Dazu saßen sie auf einem Stuhl, legten den Arm auf die Armlehne und hielten auf der betroffenen Seite eine Wasserflasche. Die Konzentrikgruppe hatte nun den Auftrag, die Flasche über eine aktive Dorsalextension im Handgelenk anzuheben. Der Rückweg in die Ausgangsposition geschah passiv mit Unterstützung durch den anderen Arm. Bei der Exzentrikgruppe war es umgekehrt: Sie senkte – ebenfalls nur aus dem Handgelenk heraus – die Flasche aus Dorsalextensionsposition ab und unterstützte den Rückweg in Dorsalextension mit dem gesunden Arm. Beide Gruppen absolvierten täglich drei Serien à 15 Wiederholungen. Die männlichen Probanden begannen mit zwei Kilo Gewicht, die weiblichen mit einem. Über die Behandlungszeit steigerte sich bei beiden die Menge um 100 Gramm pro Woche.

Als Outcome-Parameter definierten die Autoren die Schmerzstärke, die Kraft der Unterarmextensoren, die generelle Armfunktion und die Lebensqualität. Die Schmerzstärke bestimmten sie, indem sie die Probanden ihre Unterarmflexoren sowohl maximal kontrahieren als auch maximal dehnen ließen. Die Muskelkraft testeten die Forscher mit einem Handdynamometer. Zur Bestimmung von Armfunktion und Lebensqualität dienten der Disability of Arm, Shoulder and Hand Questionnaire und der Gothenburg Quality of Life instrument Questionnaire. Diese Parameter bestimmten die Wissenschaftler vor der ersten Intervention sowie einen, zwei, drei, sechs und zwölf Monate nach der Untersuchung.

Die Messungen ergaben, dass sich bei beiden Gruppen die Schmerzen gebessert hatten; auch in Bezug auf die Kraft der Extensoren ergaben sich höhere Kraftwerte. Bei der Exzentrikgruppe waren diese Verbesserungen jedoch deutlich größer und früher spürbar (innerhalb von zwei Monaten) als bei der Konzentrikgruppe, bei der sich erst nach dem dritten Monat erste Verbesserungen zeigten.

Tendenziell lassen sich bei einer Ellenbogen-Tendinopathie wohl beide Methoden einfach und schnell anwenden. Um jedoch eine schnelle Schmerzlinderung und Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit zu erlangen, ist das exzentrische Training vorzuziehen.

Link zum Abstract der Studie:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Clin+Rehabil+2014%3B+28%3A+862%E2%80%93872