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Funktionelle Elektrostimulation als Therapie des neurogenen Fallfußes

Häufige Folge eines Schlaganfalls ist eine Fußlähmung. Sie führt zu wesentlichen Beeinträchtigungen im Gangvorgang. Der Gang wird unsicher. Der Betroffene ist meist gezwungen, den Kopf zu neigen, da er ein visuelles Feedback des Gehens benötigt. Neben chirurgischen und konservativen Methoden hat sich in den letzten zehn Jahren die funktionelle Elektrostimulation als therapeutisches Therapiekonzept bewiesen.

Von einem neurogenen Fallfuß ist die Rede, wenn eine Fußstellung nicht mehr aktiv in eine plantigrade Stellung gebracht werden kann und wenn sie durch eine Schädigung im neuromuskulären System verursacht ist.
Dabei unterscheidet man eine Schädigung des 1. oder 2. Motoneurons:

  • Schädigungen am 1. Motoneuron entstehen durch Läsionen im zentralen Nervensystem (ZNS) und führen eher zu einer spastischen Lähmung.
  • Bei Schädigungen des 2. Motoneurons im peripheren Nervensystem (PNS) kommt es eher zu einer schlaffen Lähmung.

Hauptursache für eine zentrale Läsion ist der Schlaganfall. Obwohl die Rate für Neuerkrankungen oder die Sterberate fällt, steigt die absolute Zahl der Betroffenen aufgrund des demografischen Wandels. Eine Fußlähmung als Residuum wird bei ungefähr 14 % der Schlaganfallüberlebenden beobachtet. Ursachen für eine periphere Läsion können dagegen Hereditäre Motorisch-Sensible Neuropathie (HMSN), Kompartmentsyndrom etc. sein.
Der Unterschied zwischen zentralen und peripheren Läsionen besteht in der Funktionsfähigkeit des N. peronaeus. Bei zentralen Läsionen ist der Nerv grundsätzlich intakt und aktivierbar. Aufgrund der fehlenden Kopplung zwischen motorischem Kortex und Rückenmark kann er jedoch nicht innerviert werden. Bei peripheren Läsionen ist der Nerv selbst geschädigt – bei Vorhandensein eines Fallfußes der N. peronaeus – und kann die von ihm versorgte Muskulatur nicht innervieren.

Gangbild

Aufgrund einer fehlenden oder insuffizienten Dorsalextension des Fußes kommt es während des Gangvorgangs zu wesentlichen Beeinträchtigungen. Eine suffiziente Dorsalextension ist vor allem in der initialen Standphase sowie in der Schwungphase von immenser Bedeutung. Sie gewährt in der initialen Standphase einen sicheren Stand mit Fersenbodenkontakt und garantiert ein sicheres Durchschwingen in der Schwungphase.
Durch eine fehlende Dorsalextension resultiert eine relative „Beinverlängerung“ auf der betroffenen Seite. Eine vermehrte Kniebeugung als Kompensation kann dabei oft beobachtet werden. Um bei gebeugtem Kniegelenk in die Schwungphase zu kommen, entsteht eine Zirkumduktion der Hüfte (Wernicke). Es resultiert insgesamt ein unsicheres Gangbild. Zum Teil wird eine vermehrte Inklination des Kopfes beobachtet, da der Betroffene oft auf ein visuelles Feedback des Gangablaufs angewiesen ist, um ein Stolpern zu vermeiden.

Therapiemöglichkeiten

Aufgrund der unterschiedlichen neuromuskulären Kopplungsmechanismen und Lokalisationen der Läsionen existieren verschiedene Therapiekonzepte zur Behandlung des Lähmungsfußes. Dabei müssen die unterschiedlichen therapeutischen Optionen für jeden einzelnen Patienten individuell entschieden werden. Es muss akribisch auf die bereits vorhandene Spastik, die Aktivität (Mobilitätsgrad) und auf die Erwartungen des Patienten eingegangen sowie zwischen einer Schädigung im ZNS oder PNS differenziert werden.
Ziel der Therapieplanung ist es, dem betroffenen Patienten so viel Mobilität wie möglich zurückzugeben.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Funktionelle Elektrostimulation als Therapie des neurogenen Fallfußes

Aus der Zeitschrift Neuroreha 03/2017

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