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    Carlos Eduardo Lopes dos Santos, Leiter der Rehaklinik R9 in Taquara/Rio de Janeiro.

     
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    Hayna Ramos, Physiotherapeutin mit eigener Praxis in Rio de Janeiro/Copacabana.

     
  • Georgia

    Georgia Sardinha Quinteiro, Physiotherapeutin in der Gynäkologie im Hospital Público Municipal „Doutor Fernando Pereira da Silva“, einem öffentlichen Krankenhaus in Macae.

     

Hohes Ansehen im Land der Lebensfreude

PHYSIOTHERAPIE IN BRASILIEN: 7.400 km Küste, grandiose Landschaften und brodelnde Metropolen – Brasilien steckt voller Gegensätze. Eine multikulturelle Gesellschaft mit der Fähigkeit, über soziale und rassische Grenzen hinweg zu kommunizieren. Die Brasilianerin Rosali Dutra berichtet über die Physiotherapie in diesem Land.

Verglichen mit Deutschland ist Brasilien ein Riese: Mit mehr als acht Millionen Quadratkilometern umfasst das Land knapp die Hälfte des südamerikanischen Kontinents, es ist das fünftgrößte Land der Welt. 

Einer der gefragtesten Studiengänge bei den etwa 183 Millionen Einwohnern ist – neben Medizin – die Physiotherapie! An den staatlichen Universitäten kamen in den letzten Jahren zehn Bewerber auf einen freien Studienplatz. Anders als in Deutschland zählt die Abiturnote hier nicht zu den Zugangsvoraussetzungen. Alle Schulabgänger der zwölften Klasse können stattdessen an einer Aufnahmeprüfung, dem „vestibular“, teilnehmen. Dabei werden Kenntnisse aus allen Schulfächern geprüft, der Schwer-punkt liegt aber auf Biologie, Chemie und Physik. Nur die Besten erhalten die begehrten Studienplätze.

Neben den öffentlichen Bildungseinrichtungen existieren zahlreiche private Institute, die monatlich Studiengebühren von circa 600 Reais verlangen, das sind etwa 230 Euro. Die staatlichen Univer-sitäten genießen aber einen besseren Ruf. Nicht zuletzt deshalb, da an ihnen die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die For-schung stärker entwickelt sind. Das Studium endet in der Regel nach acht Semestern mit einer Diplomarbeit.

Nur ein akademischer Abschluss wird anerkannt
Inhaltlich ähnelt der brasilianische Studiengang sehr der deutschen Physiotherapieausbildung. Sie unterscheiden sich höchstens darin, dass in Deutschland mehr Therapieformen ver-mittelt werden, während sich die Brasilianer stärker auf die For-schung konzentrieren. Trotzdem wird der deutsche Abschluss des staatlich anerkannten Physiotherapeuten in Brasilien nicht akzep-tiert. Um dort als Physiotherapeut arbeiten zu können, benötigt man einen Bachelorabschluss. Dazu müssen das Diplom und die Studiendokumentation übersetzt, beglaubigt und konsularisch bestätigt werden. Hat ein Interessent diese Papiere zusammen, kann er an einer staatlichen brasilianischen Universität die Aner-kennung der „Gleichwertigkeit des Abschlusses“ beantragen. Innerhalb von sechs Monaten muss die Universität über den Antrag entscheiden. Bei einem positiven Bescheid kann man sich nun beim Conselho Regional de Fisioterapia e Terapia Ocupacional (CREFITO) einschreiben und bekommt dort seine Arbeitserlaubnis.

 

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