• Gleichgewichtstraining

     

Integratives und funktionelles Training zur Sturzprävention: Agility für Senioren?

Senioren im Alter von über 60 Jahren werden bis zum Ende des 21. Jahrhunderts etwa 30 % der Bevölkerung in westlichen Gesellschaften ausmachen. Jedes Jahr fällt von diesen Senioren rund ein Drittel hin, und wiederum die Hälfte davon erleidet einen erneuten Sturz im folgenden Jahr.

Dabei gelten Stürze als „unerwartete Ereignisse, bei denen der Teilnehmer unbeabsichtigt auf dem Boden […] zur Ruhe kommt“. Verletzungen, die dabei entstehen, sind die Hauptursache für Krankenhausaufenthalte und führen zu steigenden direkten und indirekten Kosten im Gesundheitswesen. Die Zahl der sturzbedingten Verletzungen steigt mit dem Alter an, und sie tragen wesentlich zum früheren Auftreten von alltagsbedingten Einschränkungen bei.

Gleichgewichts- und Krafttraining kann neuromuskuläre Sturzrisikofaktoren (Surrogatparameter) und Sturzraten verbessern. Neben konventionellem Kraft- und Gleichgewichtstraining werden auch exzentrische Übungen, Übungen zur Steigerung der Maximal- und Schnellkraft, Übungen für Rumpfkraft und -kontrolle, sowie statisches, dynamisches und perturbiertes (mit Störeinflüssen durchgeführtes) Gleichgewichtstraining empfohlen. Auch eine gut ausgeprägte Ausdauerleistung kann möglicherweise Ermüdungserscheinungen der posturalen Kontrolle bei sportbezogenen Aktivitäten oder Aktivitäten des täglichen Lebens verringern.

In der Vergangenheit wurden zahlreiche Sturzrisikofaktoren, wie z. B. asymmetrische und abnehmende Explosivkraft der unteren Extremitäten oder beeinträchtigte posturale Kontrolle identifiziert. Es wurde außerdem gezeigt, dass regelmäßiges Kraft- und Gleichgewichtstraining das Potenzial hat, altersbedingte Degenerationen zu verzögern. So können Senioren mit gut entwickelter Kraftfähigkeit der unteren Extremitäten (speziell der Plantarflexoren) und mit adäquater posturaler Kontrolle ihr Sturzrisiko um bis zu 50 % reduzieren. Entsprechende Trainingsprogramme sollten vor allem regelmäßig durchgeführt, vielseitig und für Senioren ansprechend gestaltet werden.

Basierend auf diesen Forschungsergebnissen existieren vielversprechende „Best Practice“-Trainingsempfehlungen. Physische Leistungsindikatoren wie Balance, Kraft und Ausdauer werden in Trainingsrichtlinien in der Regel jedoch unabhängig voneinander empfohlen, was ein recht zeitaufwendiges Training zur Folge hat. Deshalb haben wir einen funktionellen, Agility-basierten Trainingsansatz entwickelt, dessen Ziel es ist, Aspekte der Wahrnehmung und Entscheidungsfindung (z. B. visuelle Wahrnehmung, situative räumliche Orientierung, Erkennen und Antizipieren von Bewegungsmustern), Richtungsänderungen (einschließlich reaktiver Bewegungen und schneller konzentrischer sowie exzentrischer Muskelkontraktionen) und kardiovaskuläres Training zu kombinieren und dabei die Intensität, Komplexität und kognitive Herausforderung individuell anzupassen.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Integratives und funktionelles Training zur Sturzprävention: Agility für Senioren?
Aus der Zeitschrift: Sportphysio 01/2019

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