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Inversionstrauma

Frank Seipel durchforstete für seine Literaturstudie die einschlägigen Datenbanken und fand über 1.000 potenziell relevante Studien. Er las, screente, filterte: 26 Studien blieben übrig und drei Maßnahmen mit hoher Evidenz…

Viele Untersuchungen versuchten bereits, effektive Behandlungs-methoden für Patienten mit akutem und subakutem Inversionstrauma zu identifizieren [8, 22, 42]. Die aktuelle Literaturstudie untersuchte primär die Schmerzreduzierung und Funktionsverbesserung physiotherapeutischer Interventionen und den Grad ihrer Evidenz. Welche konkreten Behandlungsoptionen eignen sich für Kliniker im Behandlungsmanagement von Patienten nach Inversionstrauma?

Methode
Um für die Literaturstudie einen hohen Evidenzlevel zu erreichen und zur besseren Vergleichbarkeit der Studien, wurden nur randomisierte kontrollierte Studien ausgewertet. Die Datenbanken CINAHL, SPORTDiscus, Cochrane, PubMed und PEDro wurden von Februar bis Mai 2013 vollständig durchsucht, mit der zeitlichen Einschränkung 2005 bis Mai 2013. Dazu wurden mehrere Suchwörter isoliert oder unterschiedlich kombiniert verwendet: „ank-le or ankle joint” – „ankle sprain or lateral ligament injury or ankle injury or inversion trauma or inversion injury” – „physiotherapy or physical therapy or manual therapy or manipulative therapy or manipulation or mobilisation or traction or mwm or exercise or proprioceptive training or brace or tape”. Weitere Quellen für die Literatursuche waren das Internet und die Referenzlisten relevanter Artikel in Fachmagazinen und -büchern. Ein- und Ausschlusskriterien Es wurden nur Studien mit Erwachsenen und Kinder zwischen 11 bis 65 Jahren eingeschlossen, um "mündige“ Probanden zu inkludieren und um Patienten mit Komorbiditäten wie Osteoporose auszuschließen. Untersuchungen mit ausschließlich Kindern wurden genauso exkludiert wie Studien mit Tieren. Alle Probanden mussten die Diagnose oder die klinische Symptomatik eines Inversionstraumas erfüllen. Hierzu zählen Schmerz, Schwellung und/oder Funktionseinschränkungen des Sprunggelenks. Bis zur ersten physiotherapeutischen Intervention sollten die Beschwerden längstens 40 Tage bestehen. Exkludiert wurden Studien, deren Patienten ausschließende Diagnosen aufwiesen: Sprunggelenkinstabilitäten, pathologisch entzündliche Prozesse wie rheumatoide Arthritis, aktivierte Arthrose oder Frakturen, chronische Beschwerden oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Hemiparese. Darüber hinaus wurden alle Studien ausgeschlossen, die Präventivmaßnahmen oder ärztliche Interventionen wie Spritzen, Medikamente und Operationen untersuchten.

Lesen Sie den gesamten Artikel „Aktuelle Evidenz physiothera-peutischer Interventionen für Patienten mit (sub-)akutem Inversionstrauma“ aus der manuelletherapie 5 /2014 hier.