• Ein frisch examinierter Physiotherapeut erzielt mit KG einen höheren Stundenumsatz als sein neurologisch spezialisierter Kollege mit KG-ZNS.

     

Leere Taschen

ZERTIFIKATSPOSITIONEN: Wer glaubt, KGG, KG-ZNS und MLD lohnen sich finanziell, der täuscht sich. Jede Zertifikats-position setzt eine bestimmte Fortbildung voraus, die dem Physiotherapeuten viel Geld aus der Tasche zieht – aber nicht zwangsläufig für mehr Umsatz sorgt.

Fortbildungen bringen nicht mehr Geld – das wissen viele Physio-therapeuten. Dass sie für einen geringeren Stundenumsatz sorgen, ist weniger bekannt.

Um beispielsweise Zertifikatspositionen abrechnen zu dürfen, belegen Physiotherapeuten die von den Berufsverbänden und Kostenträgern vorgeschriebenen Kurse. Sie investieren Zeit und Geld, doch die „Höherqualifizierung“ zieht keine „Höherhono-rierung“ nach sich.

Minutenumsatz meist geringer
Mit Ausnahme der Manuellen Therapie (MT) ergibt sich bei allen Zertifikatspositionen wegen den längeren gesetzlich vorge-schriebenen Behandlungszeiten ein geringerer Verdienst pro Minute als bei einer einfachen krankengymnastischen Therapie (KG). Vergleicht man die Mindestbehandlungsdauer und die Vergütung der KG beispielsweise mit KG-ZNS (Bobath, Vojta, PNF), ergibt sich folgende Rechnung: Eine KG-Behandlung muss mindestens 15 Minuten dauern und wird dem Therapeuten mit 14,45 € vergütet. Bei einer KG-ZNS-Behandlung, an welcher der Therapeut 20,26 € verdient, ist eine Mindestbehandlungszeit von 25 Minuten vorgeschrieben. Der Minutenumsatz beträgt somit bei der KG 0,96 €, bei der KG-ZNS 0,81 €. Eine KG-ZNS-Verordnung bringt daher im Vergleich zu einem KG-Rezept nur etwa 84,40 % Umsatz. So kann es sein, dass ein frisch examinierter Physio-therapeut einen höheren Stundenumsatz erwirtschaftet als seine neurologisch und pädiatrisch spezialisierten Kollegen.

Diese Rechnung kommt nur zustande, wenn eine Praxis bei einer einfachen KG-Behandlung die gesetzlich vorgeschriebene Mindest-behandlungsdauer von 15 Minuten einhält. Behandelt eine Praxis bei KG-Verordnungen beispielsweise 20 oder 25 Minuten, lässt das den Umsatz weiter sinken.

Stellt man die Klassische Massagetherapie (KMT) der Manuellen Lymphdrainage (MLD) gegenüber, sieht man, dass die KMT pro Stunde bis zu 10 € mehr bringt als die MLD.

 

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