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Das Leitbild der Deutschen Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft

Der demografische und epidemiologische Wandel sowie die zunehmenden Diskrepanz der Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen und vorhandenen Ressourcen stellt die physiotherapeutische Versorgung vor neue Herausforderungen. Diese erfordern eine Erweiterung der physiotherapeutischen Kompetenzen, um selbstständig Lösungen für komplexe gesundheitliche Probleme der Patienten zu entwickeln, das eigene Praxishandeln wissenschaftlich zu reflektieren und innovative Praxisentwicklung zu initiieren. Eine Akademisierung der Physiotherapie wird als Voraussetzung dafür angesehen, dass diese den systemischen und epidemiologischen Herausforderungen angemessen begegnen kann.

Gleichzeitig zeichnet sich in Deutschland ein verstärkter Fachkräftemangel mit Wartezeiten für eine physiotherapeutische Behandlung ab, die bis zu 12 Wochen betragen kann. Mögliche Ursachen dafür können mangelnde Autonomie, schlechte Vergütung und Rahmenbedingungen sowie kostspielige Aus- und Weiterbildung sein. Um den Beruf der Physiotherapie attraktiver zu machen, muss der Professionalisierungsprozess deutlich an Fahrt aufnehmen. Neben Autonomie, gesellschaftlicher Anerkennung und angemessener Vergütung ist zentrales Kennzeichen einer Profession das Vorhandensein einer eigenständigen Wissenschaft.

In Deutschland befindet sich die Physiotherapiewissenschaft in einem Entwicklungsprozess. Dieser erfordert zunächst auch eine Abgrenzung von anderen Disziplinen, um einen eigenständigen Teilbereich der Wissenschaft mit eigenem wissenschaftlichen Wissen und Gegenstand, eigenen Forschungsaufgaben, Fragestellungen, Forschungsmethoden und Paradigmen zu entwickeln. Stichweh versteht diesen Prozess als Disziplinbildung. Disziplinen sind für die Identitätsbildung von Praktikern und Wissenschaftlern von zentraler Bedeutung und nehmen damit in der Ausgestaltung der Beziehung zwischen Theorie und Praxis eine Schlüsselrolle ein.

Insofern ist die Disziplinbildung in der Physiotherapie zentral für die Weiterentwicklung des Praxishandelns und damit einer Verbesserung der Versorgung. Gleichzeitig stellt sie den Motor der Professionalisierung und den Weg zu mehr gesellschaftlicher und monetärer Anerkennung sowie beruflicher Autonomie dar.

Um die Disziplinbildung in der Physiotherapie voranzutreiben, wurde im Februar 2016 in Frankfurt die deutsche Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft e. V. (DGPTW; www.dgptw.org) gegründet, die als unabhängiges Gremium die wissenschaftlichen Interessen der Physiotherapie in Deutschland vertritt. Die DGPTW ist eine dynamisch wachsende Fachgesellschaft mit mittlerweile über 130 akademisch qualifizierten Physiotherapeuten als Mitgliedern, die über Expertise in Lehre, Wissenschaft und Berufspraxis verfügen sowie national und international gut vernetzt sind. Die Mitglieder engagieren sich in den Sektionen Öffentlichkeitsarbeit, Kongresse, Leitlinien, Methodenberatung und Physiotherapiewissenschaft.

Das Leitbild der DGPTW

Ein Leitbild beinhaltet die Beschreibung einer Vision, einer Mission und der Organisationskultur. Die Beschreibung der Vision soll für Mitglieder der DGPTW und für die Öffentlichkeit die Frage nach dem Daseinszweck beantworten: Wer sind wir und wofür stehen wir? Die Mission steht für die Frage nach den Zielen, d. h. was gemeinsam erreicht werden soll. Die Organisationskultur wiederum bildet die Werte und Prinzipien ab, an denen sich das Handeln der Mitglieder der DGPTW orientiert. Das Leitbild soll den Mitgliedern und dem Vorstand als Orientierung, Inspiration und zur Motivation dienen. Zudem soll es dabei helfen, ein positives Bild nach außen zu vermitteln und den Rahmen zu bilden, um Ziele, Strategien und konkrete Aufgaben zu priorisieren und festzulegen.

Basierend auf der in der Präambel beschriebenen Ausgangslage hat der Vorstand der DGPTW in einem geleiteten Diskussionsprozess das nachfolgende beschriebene Leitbild entwickelt.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Das Leitbild der Deutschen Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft

Aus der Zeitschrift: physioscience 4/2018

 

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