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Manuelle Therapie nach Mulligan bei Patienten nach Knietotalendoprothese

Patienten nach Implantation einer Knietotalendoprothese (TEP) benötigen zur Bewältigung ihres Alltags zügig eine ausreichende Gelenkbeweglichkeit. Evidenz für manualtherapeutische Techniken zur Förderung der Beweglichkeit in der Rehabilitationsphase nach Knie-TEP wurde bisher nicht veröffentlicht. Das primäre Ziel dieser monozentrischen randomisierten kontrollierten Pilotstudie war zu untersuchen, wie sich die Anwendung der manualtherapeutischen Technik „Mobilisation with Movement“ (MWM) nach dem Mulligan-Konzept auf die Funktion der Knieflexion nach primärer Knie-TEP auswirkt.

Ausgehend von den Daten des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2014 in Deutschland ca. 150 000 Knietotalendoprothesen-Operationen (Knie-TEP) durchgeführt. Eine Bewältigung des persönlichen Alltags ohne größere Beeinträchtigungen hängt für die betroffenen Patienten unter anderem von der Wiederherstellung einer ausreichenden Beweglichkeit des operierten Gelenks ab. Zur Mobilisation der nach der Operation stark eingeschränkten Beweglichkeit werden physiotherapeutisch unterschiedliche Behandlungs-strategien und Techniken eingesetzt. In der Entzündungsphase stehen dabei abschwellende ebenso wie mobilisierende Maßnahmen für die Knieextension und -flexion im Vordergrund. Mit der abnehmenden Schwellung des direkt nach dem operativen Eingriff zumeist stark ödematösen Knies verbessert sich auch die Gelenkbeweglichkeit.

Mobilisationsziel der postoperativen Krankenhausphase ist meist das Erreichen der vollen Extension und einer Flexion von 90°. Nicht alle Patienten erreichen in der Akutphase im Krankenhaus diese Mobilisationsziele. Selbst durch das Erreichen der 90° Flexion sind viele Alltagsaktivitäten (z. B. Ankleiden und Treppenheruntergehen) noch nicht ausreichend zu bewältigen, da hier ein deutlich höherer Flexionsgrad von ca. 110° nötig ist. Physiotherapeuten müssen daher unter anderem entscheiden, welche Maßnahmen und Techniken im weiteren Rehabilitationsprozess dazu beitragen, die Beweglichkeit optimal und zeitnah zu verbessern, damit Patienten selbstständig ihren Alltag bewältigen können.

Manualtherapeutische Behandlungstechniken gehören zu den klassischen physiotherapeutischen Anwendungen zur Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit. Dabei wenden Therapeuten je nach Konzeptausrichtung Gleittechniken in unterschiedlicher Ausführung an. Im manualtherapeutischen Konzept nach Kaltenborn-Evjenth wird die Knieflexion bei einer Anwendung am femorotibialen Gelenkanteil in der Regel durch ein passives Dorsalgleiten auf Grundlage der Konvex-Konkav-Regel (KKR) verbessert. Im Konzept nach Mulligan hängt die Richtung des translatorischen Gleitschubs während der Technik Mobilisation with Movement (MWM) individuell vom Patienten ab. Es wird in die Richtung mobilisiert, die eine schmerzfreie aktive Flexion zulässt.

Ob manualtherapeutische Techniken am femorotibialen Gelenk bei Patienten mit implantiertem künstlichem Kniegelenk grundsätzlich zur Verbesserung der Knieflexion beitragen können, ist noch nicht wissenschaftlich belegt. Zwei systematische Literaturrecherchen im Mai 2014 und im August 2015 in den Datenbanken PubMed, Cochrane Library und PEDro ergaben keine Treffer, unabhängig vom manualtherapeutischen Konzept.

Im Extremitätenbereich konnten bisher vor allem positive Effekte der MWM für die Anwendung bei lateraler Epikondylopathie und Distorsionen am Sprunggelenk nachgewiesen werden. Da bisher keine Untersuchungen zur Anwendung der MWM-Technik bei Knie-TEP vorliegen, war das Ziel dieser Arbeit festzustellen, ob Patienten in der ambulanten Rehabilitationsphase von der Anwendung dieser manualtherapeutischen Technik am femorotibialen Gelenkanteil im Vergleich zu einem Standardregime profitieren. Als primärer Nutzen für die Rehabilitanden sollte dabei die Verbesserung der Knieflexion als Therapieziel ausgewertet werden, da sie – wie oben aufgeführt – zentraler Bestandteil der Bewältigung des Alltags in der postoperativen Phase von Patienten mit Knie-TEP ist. Der Studie lag daher folgende H1-Hypothese zugrunde: „Die Implementierung der translatorischen Technik MWM innerhalb der physiotherapeutischen Einzelbehandlung bei Patienten mit Knie-TEP verbessert die Knieflexion während der ambulanten Rehabilitationsphase wirksamer als die Behandlung nach einem Standardregime ohne Anwendung einer translatorischen Technik.“

Lesen Sie hier den ganzen Artikel: Manuelle Therapie nach Mulligan zur Verbesserung der Knieflexion bei Patienten nach Knietotalendoprothese

Aus der Zeitschrift: manuelletherapie 01/2018

 

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