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MAST know - Antibiotikatherapie bei Rückenschmerzen

„Bakterien als Auslöser von chronischem Rückenschmerz?” – Schlagzeilen dieser Art verwirrten vor einigen Monaten manchen Fachmann. Fakt ist: Antibiotika können tatsächlich Menschen mit bestimmten Formen von chronischen Rückenschmerzen helfen. Wichtig zu wissen ist dabei, was es mit den Bezeichnungen „Modic” und „MAST” auf sich hat. Stephanie Moers führte ein Interview mit Herrn Rosenbaum durch, ein niedergelassener Arzt, Chirotherapeut und McKenzie-Therapeut.

Herr Rosenbaum, haben Sie schon bei einem Patienten mit Rückenschmerzen Antibiotika verordnet?

  • Ja, meine „Premiere” läuft gerade …


Nachdem die Studie von Hanne Albert veröffentlicht war, hieß es plötzlich vielerorts ganz pauschal, man könne „Patienten mit chronischen Rückenschmerzen” mittels Antibiotika helfen.

  • Dies war viel zu allgemein gesprochen, denn es ging konkret nur um Patienten nach Bandscheibenvorfall, bei denen man auch eine Modic-Veränderung nachweisen konnte („Hintergrund”, S. 36). Mit der Diagnose „Modic-Changes” konnten aber anscheinend die meisten Fachleute gar nichts anfangen. Denn außer den Radiologen weiß momentan offenbar kaum jemand, was eine Modic-Veränderung ist. Dass ihr eine bakterielle Infektion zugrunde liegen kann, ist noch weniger bekannt. Das ist ein Desaster, denn derzeit stellen Modic-Veränderungen ein großes Risiko dar, eine – unnötige – Fusionsoperation zu erhalten.


Sind Modic-Veränderungen immer klinisch relevant?

  • Nein, vor allem Modic-2-Changes sind oft asymptomatisch oder unterscheiden sich im Verhalten nicht von normalen „mechanischen” Rückenschmerzen. Modic-1-Changes dürften immer „typisch” schmerzen – so wie alle frischen Ödeme in allen anderen Knochen des Körpers immer schmerzhaft sind.


Wie vielen Menschen mit symptomatischen Modic-Veränderungen kann man mit Antibiotika helfen?

  • Die Patientengruppe, die eine Modic-Veränderung aufgrund von Bakterien entwickelt hat, ist meiner Meinung nach sehr, sehr klein. Ron Donelson (Orthopäde, bekannter Spezialist für nicht invasive Wirbelsäulentherapie, Anm. d. Red.) schätzte sie auf dem World Congress on Low Back and Pelvic Pain im letzten Jahr auf ein Prozent aller Menschen mit Rückenschmerzen.


Gibt es eine Möglichkeit, bakteriell und mechanisch verursachte Modic-Changes zu unterscheiden?

  • Es gibt keinen Bluttest, der die Bakterien entdecken könnte. Theoretisch wäre die Diagnose anhand einer Biopsie der Bandscheibe möglich, die ist aber zu aufwendig. Momentan gibt es nur eine Möglichkeit: behandeln und beobachten, ob die Therapie funktioniert. Es gibt übrigens gute Hinweise, dass mechanische Modic- Veränderungen – also diejenigen, die nicht durch Bakterien verursacht werden – durch Physiotherapie besser werden.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: MAST know - Antibiotikatherapie bei Rückenschmerzen

 

Aus der Zeitschrift physiopraxis 07/08 2014

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