• Studienergebnisse

     

Muskuloskeletal/Schmerz

Studienergebnisse Mai 2019

  • Patellamobilität: Studien zur Verschieblichkeitsmessung sehr heterogen

    Ergebnis: Die Forscher fassten patellofemorale Bewertungsmethoden zusammen, welche die patellare Mobilität quantifizierten. Sie schlossen 9 Studien mit insgesamt 568 Teilnehmern in ihr systematisches Review ein. Darunter waren 358 gesunde Probanden, 87 Patienten mit patellofemoralem Schmerz und 126 Patienten mit patellofemoraler Instabilität. Die Patellaverschieblichkeit bei asymptomatischen Probanden reichte von 3,9 bis 10,4 mm nach medial und von 3,5 bis 14,8 mm nach lateral. Bei Patienten mit patellofemoraler Instabilität waren diese Werte höher und lagen zwischen 3,8 und 22,1 mm nach medial und 7,0 und 21,9 mm nach lateral. Die Gruppe mit patellofemoralen Schmerzen hatte einen Mittelwert von 10 mm bzw. 10,9 mm für mediale bzw. laterale Mobilität. Die Wissenschaftler weisen jedoch auf die hohe Heterogenität der verfügbaren Bewertungsmethoden und der jeweiligen Messergebnisse hin, was die Notwendigkeit einer besseren methodischen Standardisierung und Weiterentwicklung in diesem Bereich unterstreicht. Dies würde eine genauere und zuverlässigere Quantifizierung der Patellmobilität ermöglichen und somit die Diagnose verbessern und die Behandlung verfeinern.

    High heterogeneity in in vivo instrumented-assisted patellofemoral joint stress testing: a systematic review
    Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 2019; 27: 745-757

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  • Subakromiales Impingement Syndrom (SIS): Übungen für das Scapulaalignment vergrößern subakromialen Raum

    Ergebnis: Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, wie sich das Scapulasetting auf den akromio-humeralen Abstand und die Aktivität der Scapulamuskulatur bei Patienten mit SIS auswirkt. 28 Patienten nahmen an der Studie teil. Die Forscher fanden heraus, dass sich durch eine Verbesserung des Scapula-Settings sowohl der akromio-humerale Abstand (in Ruhe und 60°)verbesserte, als auch die Muskelaktivität des M. serratus anterior, M. trapezius transversus und ascendens erhöhte. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Therapeuten das Scapulasetting beüben können, um den akromio-humeralen Abstand zu vergrößern und die Aktivität der Trapezmuskeln und des Serratus bei Patienten mit SIS zu erhöhen.

    Effect of the scapula-setting exercise on acromio-humeral distance and scapula muscle activity in patients with subacromial impingement syndrome
    Phys Ther Sport 2019; 37: 99-104
  • Migräne: Manipulationen reduzieren Schmerzintensität

    Ergebnis: Die Wissenschaftler dieses systematischen Reviews untersuchten, ob Wirbelsäulenmanipulationen eine alternative Therapie sein könnte, um Migräneschmerzen und Behinderungen zu verringern. Sie schlossen 6 RCTs ein. Die Interventionsdauer betrug zwischen 2 und 6 Monaten. Die Forscher fanden heraus, dass die Manipulation der Wirbelsäule eine effektive therapeutische Technik sein kann, um Migränetage und die Schmerzen/Intensität zu reduzieren. Angesichts der Einschränkungen der in dieser Meta-Analyse enthaltenen Studien halten sie diese Ergebnisse jedoch für vorläufig. Methodisch einwandfreie, groß angelegte RCTs sind erforderlich, um die Evidenzbasis für die Wirbelsäulenmanipulation als Behandlung von Migräne besser zu verstehen.

    The Impact of Spinal Manipulation on Migraine Pain and Disability: A Systematic Review and Meta‐Analysis
    Headache 2019; 59: 532-542

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  • Knie-TEP: Vitamin C-Gabe nach OP könnte Arthrofibroserisiko senken

    Ergebnis: Die Wissenschaftler dieser Studie untersuchten, ob Patienten, die perioperativ Vitamin C erhalten, eine bessere Beweglichkeit und ein geringeres Risiko für eine Arthrofibrose nach Knie-TEP haben. 95 Patienten nahmen an der Studie teil und wurden in 2 Gruppen eingeteilt. In einem Zeitraum von 50 Tagen erhielt die Interventionsgruppe täglich 1.000mg orales Vitamin C, die Kontrollgruppe hingegen ein Placebo. Die Ergebnisse zeigten, dass sich der Bewegungsumfang nach einem Jahr zwischen den Studiengruppen nicht unterschied. Die Prävalenz der Arthrofibrose betrug 5 von 48 (10,4%) in der Interventionsgruppe im Vergleich zu 11 von 47 (23,4%) in der Placebogruppe. Der Vitamin-C-Wert nahm postoperativ in der Placebogruppe ab, jedoch nicht in der Interventionsgruppe. Patienten mit einem perioperativen Rückgang von Vitamin C ≥ 30 µmol/l entwickelten nach einem Jahr deutlich mehr Arthrofibrosen als Patienten mit einem Rückgang von < 30 µmol/l. Die perioperative Vitamin C-Supplementierung verhindert bei den meisten Patienten nach Knie-TEP, dass ihre Vitamin C-Plasma-Konzentration abfällt und sie eine Arthrofibrose entwickeln. Die klinische Relevanz dieser Studie besteht darin, dass die Supplementierung mit Vitamin C eine kostengünstige und sichere Ergänzung zur Verbesserung des funktionellen Ergebnisses nach Knie-TEP zu sein scheint.

    Vitamin C demand is increased after total knee arthroplasty: a double-blind placebo-controlled-randomized study
    Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 2019; 27: 1182-1188

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  • Amputation: Hüftextensions- und -abduktionskraft sind Prädiktoren für Gehgeschwindigkeit

    Ergebnis: Die Forscher dieser Studie interessierten sich dafür, welche Hüftgelenkmuskeln am besten die bevorzugte Gehgeschwindigkeit bei Personen mit Amputation der unteren Extremität mitbestimmen. Dafür schlossen sie 17 Patienten mit Amputation in ihre Studie ein. In den meisten Fällen hingen die Ergebnisse mit den Kraftwerten der Hüftgelenkmuskulatur zusammen. Die besten unabhängigen Prädiktoren für die Gehgeschwindigkeit sind die Hüftextension- und -abduktionskraft. Zusammengefasst beeinträchtigt eine geringere Hüftextensionkraft auf der amputierten Seite und eine Asymmetrie der Kraft der Abduktoren die Gehgeschwindigkeit. Diese Muskelgruppen und Leistungsparameter sollten Therapeuten bei der Rehabilitation des Gehens berücksichtigen, um Personen mit Amputation dabei zu unterstützen, eine funktionelle Gehgeschwindigkeit zu erreichen.

    Hip extension power and abduction power asymmetry as independent predictors of walking speed in individuals with unilateral lower-limb amputation
    Gait Post 2019; doi: 10.1016/j.gaitpost.2019.03.033

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  • Laterale Epicondylitis: Schultermuskulatur in der Therapie trainieren

    Ergebnis: Das Ziel der Autoren war es, die Skapulaposition und die Muskelkraft der oberen Extremität bei 51 Patienten mit lateraler Epicondylitis zu untersuchen und sie mit 51 Kontrollprobanden zu vergleichen. Die Forscher fanden heraus, dass es prozentual mehr Teilnehmer mit Skapulaasymmetrie in der Patientengruppe, als in der Kontrollgruppe gab. Die betroffene Seite war zudem in der Patientengruppe in Schulteraußenrotation, -innenrotation und -abduktion deutlich schwächer als bei der Kontrolle. Neben dem Ellenbogen sollten Therapeuten demnach auch einen Fokus auf die oberen Bereiche wie die Schulter legen.

    Comparison of scapular position and upper extremity muscle strength in patients with and without lateral epicondylalgia: a case-control study
    J Shoulder Elbow Surg; doi: 10.1016/j.jse.2018.12.010

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  • Freizeitläufer: Massage nur wenig effektiv

    Ergebnis: Forscher untersuchten, ob Massagetherapie die Schmerzen und die subjektive Müdigkeit im M. quadriceps lindert und die Stimmung sowie körperliche Leistungsfähigkeit der Läufer nach gewohnter sportlicher Betätigung verbessert. An dem RCT nahmen 78 Freizeitläufer teil. Die Interventionsgruppe erhielt nach einem 10 km-Lauf eine 10-minütige Massage des Quadriceps, die Kontrollgruppe eine Scheinbehandlung. Die Interventionsgruppe hatte auf der VAS signifikant niedrigere Werte als die Kontrollgruppe (0,7 Punkte weniger). Für keine der anderen Ergebnismessungen wie Müdigkeit, Flexibilität, Kraft oder Sprungleistung gab es jedoch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen.

    Massage therapy slightly decreased pain intensity after habitual running, but had no effect on fatigue, mood or physical performance: a randomised trial
    J Physiother 2019; 65: 75-80

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Studienergebnisse April 2019

  • Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes: Junge Männer haben bestes Outcome in der Reha

    Ergebnis: Skandinavische Wissenschaftler führten ein systematisches Review durch, um Faktoren, die das von Patienten berichtete Ergebnis nach Rekonstruktion des vorderen Kreuzbands (VKB) beeinflussen, herauszufiltern. Sie schlossen 35 Studien ein. Faktoren, die das Ergebnis positiv beeinflussten waren jüngeres Alter bei der Rekonstruktion des VKB, männliches Geschlecht, Nichtrauchen und ein Hamstring-Autotransplantat. Patienten mit begleitenden Knorpel- und Meniskusverletzungen berichteten über eine schlechtere subjektive Kniefunktion im Vergleich zu Patienten mit einem isolierten VKB-Riss.

    Factors that affect patient reported outcome after anterior cruciate ligament reconstruction–a systematic review of the Scandinavian knee ligament registers
    Br J Sports Med 2019; 53: 410-417

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  • Sportverletzungsprävention: Kraft der unteren Extremität (UE) und Balanceübungen wichtig

    Ergebnis: Wissenschaftler identifizierten die Trainingskombinationen, die im Rahmen eines Präventionsprogramms von Verletzungen der UE für Mannschaftssportler am effektivsten sind. Sie suchten nach Literatur in PubMed, Scopus, Cochrane Library und PEDro und schlossen 24 systematische Reviews ein. Übungsprogramme, welche aus mehreren Komponenten bestanden, reduzierten die Verletzungshäufigkeit der UE, des Knies, des vorderen Kreuzbandes und des Knöchels, aber nicht die Leistenverletzungen. Kraft- und Gleichgewichtstraining war in 10 von 11 effektiven Präventionsprogrammen Teil der Übungen. Die Autoren fassen zusammen, dass Muskelkraft- und Gleichgewichtsübungen an Präventionsprogrammen für die UE für Teamsportler Priorität haben sollten.

    Effectiveness of multicomponent lower extremity injury prevention programmes in team-sport athletes: an umbrella review
    Br J Sports Med 2019; 53: 282-288

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  • Spondylolyse: Schneller Rückkehr zum Sport nach konservativer Versorgung

    Ergebnis: Forscher analysierten die Rückkehr zum Sport nach konservativer und operativer Behandlung bei Athleten mit Wirbelgleiten. In Pubmed, Cochrane Library und SPORTDiscus fanden sie 14 Studien mit insgesamt 592 Probanden. Insgesamt 92% der konservativ und 88% der operativ versorgten Athleten kehrten zum Sport zurück – davon 89% vs. 81% auf das Niveau, auf dem sie vor der Verletzung waren. Die Zeit für die Rückkehr zum Sport betrug 4,6 (konservativ) bzw. 6,8 Monate (operativ). Das konservative Management (Bandagen, Sportmodifikationen und Physiotherapie) von Athleten mit Spondylolyse zeigte eine ausgezeichnete Rückkehr zum Sport und auf dem Niveau vor der Verletzung im Mittel von 4,6 Monaten. Wenn die konservative Behandlung scheiterte, konnte dies mit einer operativen Behandlung und einer hohen Rückkehrrate zum Sport nach 6,8 Monaten erfolgreich bewältigt werden.

    Return to play after conservative and surgical treatment in athletes with spondylolysis: A systematic review
    Phys Ther Sport 2019; doi: 10.1016/j.ptsp.2019.02.005

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  • Barbell Back Squat: Keine Veränderung der Muskelaktivität durch Fußerhöhung

    Ergebnis: Gewichtheberschuhe mit einer erhöhten Ferse sollen anscheinend zu einer aufrechten Rumpfhaltung führen und somit das Risiko von Rückenverletzungen während einer Barbell Back Squat (Kniebeuge mit Langhantel) reduzieren. Zweck dieser Studie war es, die Biomechanik von Rumpf und unterer Extremität (UE) in drei Fußpositionen zu vergleichen. 14 Gewichtheber (7 Männer und 7 Frauen) im Alter von 18 bis 50 Jahren führten unter drei Bedingungen (barfuß auf ebener Fläche, barfuß mit angehobener Ferse oder Gewichtheberschuhen mit erhöhter Ferse) 80% ihres 1-RM aus. Die Forscher verwendeten die Oberflächen-Elektromyographie, um die Aktivierung der Kniegelenkextensoren und der paraspinalen Muskeln auf Höhe L3 und Th12 zu beurteilen. Ein 3D-Bewegungserfassungssystem und ein Elektrogoniometer erfassten die Kinematik der Brustwirbelsäule, der Lendenwirbelsäule und des Kniegelenks während der Kniebeuge. Die Ergebnisse zeigten, dass keine der fersenangehobenen Fußhaltungen die Aktivierung der Muskulatur des Rumpfes und der UE während der Kniebeuge signifikant beeinflusste. Die Fersenerhöhte Fußposition hat keinen signifikanten Einfluss auf die Aktivierung der Wirbelsäulen- und Knieextensoren, sowie der Rumpf- und Kniekinematik. Es ist demnach unwahrscheinlich, dass sie einen signifikanten Schutz vor Rückenverletzungen für Gewichtsheber während der Barbell Back Squat bieten.

    Heel-Raised Foot Posture Does Not Affect Trunk and Lower Extremity Biomechanics During a Barbell Back Squat in Recreational Weight lifters
    J Strength Cond Res 2017; doi: 10.1519/JSC.0000000000001938

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  • Beschwerden an der Wirbelsäule (WS), oberer und unterer Extremität (OE, UE): Instrumentengestützte Weichteiltechniken nicht wirksam

    Ergebnis: Die Wissenschaftler untersuchten, wie instrumentengestützte Weichteiltechniken im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden bei Sportlern, gesunden Probanden und Teilnehmern mit Beschwerden der OE, UE und an der WS wirken. Die meisten Studien zeigten keine klinisch wichtigen Unterschiede in den Ergebnissen zwischen den Gruppen. Zwei Studien fanden klinisch signifikante Ergebnisse, welche die andere Behandlungsgruppe (ohne instrumentengestützte Weichteiltechniken) bevorzugten. Darüber hinaus verbesserte die instrumentengestützte Weichteiltechnik in einer Studie die Muskelleistung bei körperlich aktiven Personen etwas mehr als im Vergleich zu einer nichtbehandelten Gruppe. Die derzeitigen Erkenntnisse unterstützen nicht den Einsatz von instrumentengestützten Weichteiltechniken zur Verbesserung von Schmerzen, Funktionen oder Bewegungsabläufen bei gesunden Menschen oder Menschen mit verschiedenen Pathologien.

    The Effectiveness of Instrument-Assisted Soft Tissue Mobilization in Athletes, Healthy Participants and Individuals with Upper/Lower Extremity and Spinal Conditions. A Systematic Review
    Arch Phys Med Rehabil 2019; doi: 10.1016/j.apmr.2019.01.017

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  • Chronische Achillessehnentendinopathie: Querschnitt extrinsischer Fußmuskeln verringert

    Ergebnis: Ziel dieser Studie war es, den Querschnitt extrinsischer Fußmuskeln zwischen Patienten mit chronischer nicht-insertionaler Achillessehnentendinopathie (AT) und gesunden Probanden zu vergleichen. Die Forscher quantifizierten via Ultraschall den M. extensor digitorum longus (EDL), M. tibialis anterior (TA) und die Peroneen (PER). Es nahmen 143 Probanden an der Studie teil. Die Ergebnisse zeigten, dass die EDL-, TA- und PER Muskeln bei Teilnehmern mit chronischer nicht-insertionaler AT reduziert sind. Der Querschnitt des TA war erhöht.

    Ultrasound evaluation of extrinsic foot muscles in patients with chronic non-insertional Achilles tendinopathy: A case-control study
    Phys Ther Sport 2019; doi: 10.1016/j.ptsp.2019.02.006

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  • Leistenverletzungen: Zusammenhang mit Kraft der Adduktoren im Fußball

    Ergebnis: Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der Kraft der Hüftgelenkadduktoren mit der Häufigkeit von Leistenverletzungen während der Wettkampfsaison von Profifußballteams. 71 Spieler nahmen teil. Die meisten der gemeldeten Leistenverletzungen traten während der Wettkämpfe auf (5,5 pro 1.000 Spielstunden). Die maximale isometrische Kraft der Adduktoren war in der Gruppe der Leistenverletzungen im Vergleich zu ihren unverletzten Pendants geringer (429,8 N vs. 564 N). Die Ergebnisse zeigten, dass Werte weniger als 465,33 N die Wahrscheinlichkeit einer Leistenverletzung um 72% erhöhten. Darüber hinaus erhöhten Kraftwerte im Verhältnis zur Körpermasse unter 6.971 N/kg die Wahrscheinlichkeit, eine Leistenverletzung zu erleiden, um 83%. Die Bewertung der Kraft der Adduktoren könnte Trainern und Therapeuten neben anderen Messungen helfen einzuschätzen, wie wahrscheinlich bei Profi-Fußballspielern eine Verletzung in der Leistengegend ist.

    Adductor Squeeze Test and Groin Injuries in elite Football players: A prospective study
    Phys Ther Sport 2019; doi: 10.1016/j.ptsp.2019.03.001

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  • Schleudertrauma: Vor dem Unfall auftretende Störungen prädiktieren chronischen Nackenschmerz

    Ergebnis: Die Wissenschaftler untersuchten, ob präkollisionsbedingte Diagnosen mit Schleudertrauma-assoziierten Störungen zusammenhängen. Sie schlossen 719 Patienten mit Schleudertraum und 3.595 gesunde Kontrollprobanden ein. Die Wahrscheinlichkeit für Nackenschmerz war bei den Patienten, die vor dem Unfall schon schmerzbezogene Diagnosen und medizinisch unerklärliche Symptome zeigten, bei der Nachsorge, 12 Monate später, deutlich erhöht. Die Forscher fassen zusammen, dass Schmerzen und medizinisch unerklärliche Symptome vor einem Schleudertrauma, chronische Nackenschmerzen nach einem Schleudertrauma prognostizieren können. Dies kann darauf hindeuten, dass vor der Kollision ein Sensibilisierungsprozess eingeleitet wurde. Die Kollision kann bestehende individuelle Schwachstellen auslösen, die ein Risikofaktor für chronische Nackenschmerzen darstellen.

    Precollision Medical Diagnoses Predict Chronic Neck Pain Following Acute Whiplash Trauma
    Clin J Pain 2018; doi: 10.1097/AJP.0000000000000683

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  • Knie-Totalendoprothese (TEP): CPM (Continous passive motion)-Schiene ohne zusätzliche Effekte

    Ergebnis: Forscher untersuchten die Wirksamkeit einer CPM-Schiene nach Knie-TEP und ob ihr Einsatz mit verbesserten klinischen und funktionellen Ergebnissen zusammenhängt. Sie suchten nach Literatur in MEDLINE, Web of Science, Cochrane Library und PubMed und schlossen 16 Studien mit insgesamt 1.224 Probanden ein. Die Ergebnisse zeigten, dass sich durch die CPM-Schiene das postoperativen Bewegungsausmaßes am Kniegelenk statistisch nicht signifikante verbesserte, abgesehen von der mittelfristigen passiven Knieextension und der langfristigen aktiven Knieflexion. Zudem hatte die CPM-Schiene keinen signifikant positiven Einfluss auf die funktionellen Ergebnisse und es wurde keine signifikante Reduktion der Dauer des Krankenhausaufenthaltes und der Häufigkeit von akuten Exazerbationen festgestellt. Die derzeit verfügbaren Evidenzdaten deuten darauf hin, dass diese Intervention nicht ausreicht, um routinemäßig in der klinischen Praxis eingesetzt zu werden.

    Continuous passive motion after total knee arthroplasty: a systematic review and meta-analysis of associated effects on clinical outcomes
    Arch Phys Med Rehabil 2019; doi: 10.1016/j.apmr.2019.02.001

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  • Achillessehnentendinopathie: Gesunde Seite nicht als Kraftvergleich nutzbar

    Ergebnis: Die Wissenschaftler untersuchten, wie Kraft und Ausdauer der Plantarflexoren von einer Tendinopathie der Achillessehne beeinflusst werden und ob ein Muskel stärker betroffen ist, als ein anderer. Dafür nahmen 39 Läufer mit Achillessehnentendinopathie im mittleren Bereich der Sehne und 38 gesunde Läufer teil. Die Forscher fanden heraus, dass die Probanden mit Tendinopathie im Vergleich signifikant schwächer waren und zwar unabhängig von der Knieposition. Auch war die Ausdauerleistung der Plantarflexoren im Vergleich deutlich reduziert. Die Defizite waren bilateral und scheinen durch einen größeren Kraftverlust des M.soleus und nicht des M.gastrocnemius aufzutreten. Forscher und Wissenschaftler können demnach nicht das kontralaterale Bein als Vergleichsmaßstab bei der Beurteilung von Kraft und Ausdauer verwenden, sondern müssen normative Werte berücksichtigen.

    Plantarflexor strength and endurance deficits associated with mid-portion Achilles tendinopathy: The role of soleus
    Phys Ther Sport 2019; doi: 10.1016/j.ptsp.2019.03.002

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