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  • Vorpositionierung für den M. trapezius

     
  • Anlage am M. trapezius pars transversa

     

Faszienierendes Gewebe

MYOFASZIALES TAPING: Faszien sind nicht nur passive Hüllen, sondern auch aktive Kraftüberträger. Werden sie kontrakt, können sie zu Schmerzen und Funktionsein-schränkungen führen. Häufig betroffen davon ist der M. trapezius. Markus Erhard und Mike Heerdegen erklären, wie man mithilfe eines Tapes dessen Faszienspannung regulieren und die Beschwerden des Patienten schnell und deutlich verbessern kann.

Faszien haben uns schon lange fasziniert. Gründe dafür gibt es, auch aufgrund neuer Forschungsarbeiten, ziemlich viele. Der erste ist, dass sich diese recht einfach aufgebauten, bindegewebigen, wenig dehnbaren Strukturen überall im Körper finden, und zwar in den verschiedensten Formen: Sie bilden die Hülle von Organen, Muskeln und Muskelgruppen und überspannen als bindegewebige Flächen (z.B. Faszia thoracolumbalis) große Körperbereiche. Auch Muskelsepten, Aponeurosen und Gelenkkapseln sowie Sehnen und Bänder zählt man seit dem Fascia Research Congress im Jahr 2007 dazu. Faszien schützen innere Organe, Gelenke und Muskeln vor äußeren Krafteinwirkungen und eindringenden Fremdkörpern. Außerdem verbinden sie verschiedene Körperstrukturen miteinander, entweder direkt oder indirekt. Manche dieser Verbindungen erstrecken sich teilweise im wahrsten Sinne von Kopf bis Fuß.

Faszien: kontraktile Kraftüberträger
Doch das für uns eigentlich Faszinierende an Faszien ist, dass sie nicht nur Hülle oder „Verpackung“ sind. Mithilfe von Sensoren informieren sie den Körper über seine Position, Wärme-, Bewegungs- und schädigende Reize sowie über seine chemische Situation. Zudem geht man heute davon aus, dass Faszien sich nicht nur passiv verformen lassen. Dr. Robert Schleip konnte in seiner Doktorarbeit die bereits bestehende Hypothese bestätigen, dass sie Myofibroblasten mit kontraktilen Aktin- und Myosinfilamenten enthalten. Faszien scheinen sich also aktiv kontrahieren zu können. Wahrscheinlich erhöhen sie damit auch die Stabilität bestimmter Körperbereiche. Da Faszien verschiedene Muskeln untereinander verbinden, sind sie zudem maßgeblich an der Kraftübertragung und dadurch an allen komplexen, mehrdimensionalen Bewegungen beteiligt. Für funktionelle Bewegung sollte man einen Muskel daher nie isoliert betrachten, sondern immer als ein myofaszial verbundenes System.

Kontraktionsfähige Strukturen können jedoch auch kontrakt werden und damit Beschwerden auslösen. Die Gründe für eine zu hohe Spannung sind einseitige oder übermäßige Belastungen im Alltag des Patienten, im Sport, den er ausübt, oder bei seiner Arbeit. Werden Faszien kontrakt, haben sie unter anderem das Potenzial, den Muskel, den sie umspannen, so einzuengen, dass dessen Funktion und dadurch auch das Bewegungsausmaß des betroffenen Gelenks immer mehr eingeschränkt werden. Da alle Faszien des Körpers direkt oder indirekt miteinander verbunden sind, kann sich eine erhöhte myofasziale Spannung nicht nur lokal auswirken, sondern über sogenannte myofasziale Verbindungen und Leitbahnen auch auf andere Körperbereiche – meist auf die distal der Läsion gelegenen. Bei einer solchen Problematik entspricht das Dysfunktions- bzw. Schmerzgebiet somit häufig nicht dem Bereich, der die Symptome auslöst.

 

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