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Neurobiologische Grundlagen der Placebo-Analgesie

In den letzten 40 Jahren wurden die neurobiologischen Mechanismen analgetischer Placeboeffekte eindringlich erforscht. Dank bahnbrechender Studien ist heute bekannt, welche Botenstoffe bei diesem Phänomen wirken und welche Areale des Zentralnervensystems eine tragende Rolle spielen. Trotz dessen sucht die Forschung weiterhin nach Antworten auf etliche offene Fragen – in der Hoffnung, diese Aspekte im klinischen Alltag nachhaltig nutzen zu können.

Schmerz ist eine subjektive Erfahrung – ein Erlebnis, das nicht zwingend in engem Zusammenhang mit der Intensität einer Gewebeverletzung stehen muss. Dieses Phänomen ist oftmals bei Sportlern zu beobachten, die während eines Wettkampfes trotz einer starken Verletzung keine Schmerzen verspüren, oder bei chronischen Schmerzpatienten, deren Beschwerden ohne eine akute Gewebeverletzung persistieren. Solche grundlagenwissenschaftlich und klinisch interessanten Zustände können auch experimentell erzeugt werden. Die Placebo-Analgesie, d. h. die durch ein Scheinmedikament verminderte Schmerzempfindung, ist hierfür ein prägnantes Beispiel.

Geschichte der Placebo-Forschung

Placeboeffekte findet man in unterschiedlichsten Feldern der Medizin – im klinischen Alltag als Reaktion auf die Gabe von Scheinmedikamenten oder in randomisierten klinischen Studien als Kontrollgröße; Placeboeffekte dienen aber auch selbst als Forschungsgegenstand.

„The powerful placebo“ Die wissenschaftliche Beschreibung von Placeboeffekten begann mit dem wegbereitenden Artikel „The powerful placebo“ von Henry K. Beecher im Jahr 1955. Die neurobiologische Placebo-Forschung ist hingegen jüngeren Datums. Erst im Jahr 1978 führten Jon D. Levine et al. erste psychopharmakologische Placebo-Studien in den USA durch. Diese Anstrengungen erfuhren in den 1990er-Jahren durch eine Reihe bedeutender psychopharmakologischer Arbeiten des Italieners Fabrizio Benedetti einen starken Aufschwung. Seit der Jahrtausendwende wird die Forschung v. a. auch durch bildgebende Studien des Gehirns geprägt.

Bevor detailliert auf die Ergebnisse dieser und anderer Studien eingegangen wird, sei zunächst auf die weiterführende Literatur verwiesen. Des Weiteren werden kurz zwei Themen behandelt, deren Kenntnis für die neurobiologischen Grundlagen der Placebo-Analgesie unabdingbar sind: Methoden der kognitiven Neurowissenschaften sowie die Neuroanatomie der Schmerzverarbeitung.

Methoden der kognitiven Neurowissenschaften

In diesem Artikel werden Forschungsergebnisse der kognitiven Neurowissenschaften vorgestellt, welche mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT), Positron-Emissions-Tomographie (PET), Elektroenzephalographie (EEG) und Magnetoenzephalographie (MEG) gewonnen wurden.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Neurobiologische Grundlagen der Placebo-Analgesie
aus der Zeitschrift Der Schmerzpatient 04/2020

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