• Studienergebnisse

     

Neuroreha

Studienergebnisse September 2019

  • Schlaganfall: Virtual Reality (VR) mit realen Gegenständen effektiv

    Ergebnis: Forscher untersuchten in diesem RCT, wie wirksam das Training mit realen Gegenständen in einer VR-Umgebung die Funktion der oberen Extremität und der kognitiven Funktionen nach einem Schlaganfall verbessert. Sie schlossen 31 Patienten, 6 Monate nach Schlaganfall in die Studie ein, und teilten sie in eine VR- und eine Kontrollgruppe ein. Beide Gruppen trainierten über 6 Wochen 3-mal wöchentlich für 30 Minuten. Die Interventionsgruppe erhielt ein VR-Kombinationstraining und die Kontrollgruppe konventionelle Ergotherapie. Die VR-Gruppe verbesserte sich im Vergleich zur Kontrollgruppevor allem hinsichtlich der motorischen Leistungsfähigkeit der Handgelenkextension, der Spastizität der Ellenbogenflexion und Handgelenkextension sowie beim Box- und Blocktest. Die Wissenschaftler fassen zusammen, dass ein kombiniertes VR-Training mit realen Gegenständen die Funktion der oberen Extremität und die kognitiven Funktionen bei Patienten nach Schlaganfall wiederherstellen und daher eine innovative Neurorehabilitationsstrategie sein kann.

    Efficacy of Virtual Reality Combined With Real Instrument Training for Patients With Stroke: A Randomized Controlled Trial
    Arch Phys Med Rehabil 2019; 19: 30243-6

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  • Parkinson: Leichte Halluzinationen – ein unauffälliges Symptom mit erheblichen klinischen Auswirkungen

    Ergebnis: Ziel dieses Reviews war es, die klinischen und wissenschaftlichen Fortschritte beim Verständnis leichter Halluzinationen umfassend zu beschreiben. Die Ergebnisse zeigten, dass leichte Halluzinationen oft der Vorbote visueller Halluzinationen sind und mit anderen nicht-motorischen Symptomen wie REM-Schlafverhaltensstörung und Depressionen verbunden sind. Leichte Halluzinationen umfassen im Gehirn visuelle Verarbeitungsbereiche und Aufmerksamkeitsgebiete, die sich mit Anomalien überschneiden, die bei Patienten mit visuellen Halluzinationen beschrieben werden. Die Dysfunktion kortikaler Netzwerke bei Patienten mit leichten Halluzinationen kann ein Frühindikator für eine umfassendere Form der Erkrankung sein. Obwohl sie als "geringfügig" bezeichnet werden, können leichte Halluzinationen große klinische und prognostische Auswirkungen haben. Weitere Forschungsarbeiten sind erforderlich, um festzustellen, ob leichte Halluzinationen mit einem höheren Risiko verbunden sind, psychotische Komplikationen, kognitive Verschlechterung oder ein beschleunigtes Krankheitsgeschehen zu verursachen.

    Minor hallucinations in Parkinson diseas. A subtle symptom with major clinical implications
    Neurology 2019; 93: 259-266 

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  • Multiple Sklerose (MS): Kriterien für die Fahrtüchtigkeit

    Ergebnis: Wissenschaftler untersuchten die vorhandene Evidenz für die klinischen Voraussetzungen der Fahrtüchtigkeit bei Erwachsenen mit MS. Sie fanden 15 passende Studien. Ihr Ergebnis: Die Studien kommen meist zu unzureichenden Zusammenfassungen, um die Fahrtüchtigkeit von Patienten mit MS zu beurteilen. Sie empfehlen deshalb das Stroke Driver Screening Assessment und den Useful Field of View Test, um die Fitness der Patienten bezüglich des Autofahrens adäquat einzuschätzen. Weitere qualitativ hochwertige Studien sind in diesem Bereich jedoch dringend nötig.

    Clinical Determinants of Fitness to Drive in Persons With Multiple Sclerosis: Systematic Review
    Arch Phys Med Rehabil 2019; 19: 30013-9 

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  • Rückenmarksverletzung: Motorische Funktion der oberen Extremität wichtig für das Blasenmanagement

    Ergebnis: Forscher gingen der Frage nach, ob eine bessere motorische Funktion der oberen Extremität (OE) eine hygienische intermittierende Katheterisierung nach einer Rückenmarksverletzung gewährleistet. Die Autoren nahmen 1.326 Patienten auf, deren Verletzung über ein Jahr zurücklag und die nicht in der Lage waren, ihre Blase willkürlich zu entleeren. Den Ergebnissen zufolge hängt die Motorik der OE stark mit einer hygienischen intermittierendne Katheterisierung zusammen. Diese Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen und deuten darauf hin, dass es nach einer Verletzung des Rückenmarks extrem wichtig ist, die motorischen Funktionen der OE für das Blasenmanagement zu erhalten.

    Validation Of Upper Extremity Motor Function As A Key Predictor Of Bladder Management After Spinal Cord Injury
    Arch Phys Med Rehabil 2019; 19: 30455-1 

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  • Parkinson: Muskelspezifische Ernährung verbessert motorische Funktion

    Ergebnis: Forscher untersuchten in einem RCT, wie wirksam eine muskelspezifische Nahrungsergänzung bei Patienten mit Parkinson ist. 150 Patienten erhielten 30 Tage lang die übliche Krankenhausnahrung mit oder ohne einem molkenproteinbasiertem Nahrungsergänzungsmittel, welches zweimal täglich mit Leucin und Vitamin D angereichert wurde. Die Gruppe mit Ernährungsunterstützung lief im 6-Minuten-Gehtest durchschnittlich 18,1 m weiter. Zudem verbesserte sich die Gruppe im 4m-Gehgeschwindigkeitstest, im Timed-up-an-go-Test und die Skelettmuskelmasse erhöhte sich. 6 Patienten brachen die Ernährungstherapie wegen leichter Nebenwirkungen ab. Molkenproteinbasierte Nährstoffe, die mit Leucin und Vitamin D angereichert sind, verbessern demnach die Funktion der unteren Extremität und bewahren die Muskelmasse bei Patienten mit Parkinson.

    Muscle-targeted nutritional support for rehabilitation in patients with parkinsonian syndrome
    Neurology 2019; 93: e485-e496 

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Studienergebnisse August 2019

  • Multiple Sklerose (MS): Hochintensives Training in der Therapie anwenden

    Ergebnis: Forscher untersuchten, ob ein hochintensives aerobes Trainingsprogramm sicher ist und die Fitness und die klinischen Ergebnisse bei Patienten mit MS verbessert. Die Interventionsgruppe, bestehend aus 10 Patienten mit MS, erhielt ein 8-wöchiges hochintensives Trainingsprogramm, die Kontrollgruppe mit 7 Patienten mit MS führte ein Dehnprogramm durch. Die Übungsgruppe trainierte 4 Einheiten à 30 Minuten pro Woche, wobei die maximale Herzfrequenz von ≥70% beibehalten wurde. Die experimentelle Gruppe steigerte sich bei der maximalen Sauerstoffaufnahme um 12,7% und verlor 5,8% Fettmasse. Die fettfreie Muskelmasse verbesserte sich um 2,6%, der Symbol Digit Modalities Test um 15,1%. Ein Teilnehmer wurde wegen einer übungsbedingten Synkope ausgeschlossen. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass hochintensive aerobe Übungen bei Personen mit MS zwar die erwarteten kardiorespiratorischen und klinischen Ergebnisse verbesserten, aber bei einer Person zu einem schwerwiegenden Nebeneffekt führten.

    Effect of High-Intensity Exercise on Multiple Sclerosis Function and Phosphorous Magnetic Resonance Spectroscopy Outcomes
    Med Sci Sports Exerc 2019; doi: 10.1249/MSS.0000000000001914

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  • Multiple Sklerose, Schlaganfall und Parkinson: Richtlinien für Trainingsmaßnahmen

    Ergebnis: Die Autoren dieses Artikels stellten Literatur zusammen, um Ausdauer- und Krafttrainingsrichtlinien für Patienten mit Multipler Sklerose (MS), Schlaganfall und Parkinson zu definieren. Sie schlossen 25 geeignete Artikel ein. Bei MS empfehlen die Forscher konsequentes Ausdauertraining 2–3x pro Woche, 10–30 Minuten bei mittlerer Intensität und ein Krafttraining ebenfalls 2–3x pro Woche mit 1–3 Serien und 8–15 Wiederholungen. Bei Schlaganfall empfehlen sie ein Ausdauertraining 3–5x pro Woche, 20–40 Minuten bei mittlerer Intensität und ein Krafttraining 2–3x pro Woche mit 1–3 Serien à 8–15 Wiederholungen zwischen 30% und 50% des 1 Wiederholungsmaximums. Bei Parkinson empfehlen sie ein Ausdauertraining 3–5x pro Woche, 20–60 Minuten bei mittlerer Intensität und ein Krafttraining 2–3x pro Woche mit 1–3 Serien à 8–12 Wiederholungen zwischen 40% und 50% des 1 Wiederholungsmaximums. Diese Vereinheitlichung der Übungsleitlinien bietet eine verbindliche Grundlage für Gesundheitsdienstleister, Sportler und Patienten mit MS, Schlaganfall und Parkinson bei der Trainingsplanung.

    Exercise Training Guidelines for Multiple Sclerosis, Stroke, and Parkinson Disease. Rapid Review and Synthesis
    Am J Phys Med Rehabil 2019; 98 613-621

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  • Autismus-Spektrumstörung (ASD): Motorische Schwierigkeiten beim Ballfangen

    Ergebnis: Ziel dieser Querschnittsstudie war es, die sensomotorische Kontrolle von Armbewegungen und posturaler Kontrolle beim Ballfangen von Kindern mit und ohne ASD zu untersuchen. 15 Kinder mit ASD (circa 9 Jahre alt, 12 davon männlich) und 15 gesunde Kinder nahmen teil. Die Kinder sollten einen Ball fangen, der unter 6 unterschiedlichen Testbedingungen eine Rampe hinunterrollt. Im Vergleich zu Gleichaltrigen hatten Kinder mit ASD mehr Schwierigkeiten damit, die Bälle zu fangen, insbesondere von der Seite. Sie nutzten weniger visuelle Informationen, um die Bewegung zu planen, zeigten weniger und verzögerte vorausschauende posturale Reaktionen und wiesen eine erhöhte Korrekturkontrolle auf. Die Autoren fassen zusammen, dass motorische Schwierigkeiten bei Kindern mit ASD entstehen können, da die sensomotorische Integration bei der Planung und Steuerung von Bewegungen beeinträchtigt ist.

    Postural Control and Interceptive Skills in Children With Autism Spectrum Disorder
    Physical Therapy; doi: 10.1093/ptj/pzz084

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  • Schlaganfall: Intensives Sitz-Stand-Training effektiv

    Ergebnis: Forscher untersuchten, ob ein intensives Aufstehtraining zusätzlich zur üblichen Versorgung die Aufstehfähigkeit bei Patienten verbessert. Sie schlossen 30 Patienten in das RCT ein, die vor weniger als 3 Monaten einen Schlaganfall gehabt hatten und nicht selbstständig aufstehen können. Die Teilnehmer der Interventionsgruppe hatten 2 Wochen lang 2 zusätzliche Einheiten Physiotherapie pro Tag. Die Ergebnisse zeigten, dass 2 Wochen intensives Aufstehtraining neben der üblichen Versorgung die Aufstehfähigkeit bei Patienten, die dies einem Schlaganfall nicht selbstständig können, verbessert.

    Two weeks of intensive sit-to-stand training in addition to usual care improves sit-to-stand ability in people who are unable to stand up independently after stroke: a randomised trial
    J Physiother 2019; doi: 10.1016/j.jphys.2019.05.007 

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  • Parkinson: Nach Knie-TEP mehr Komplikationen

    Ergebnis: Ziel dieser Studie war es, die kurzfristigen perioperativen Ergebnisse von Patienten mit Parkinson nach einer Knie-TEP-OP zu beurteilen. Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten mit Parkinson ein 44% höheres allgemeines Komplikationsrisiko und ein 9% höheres chirurgisches Komplikationsrisiko haben. Im Gegensatz zur vergleichbaren Kohorte war die mittlere Verweildauer bei Patienten mit Parkinson um 6,5% und die Krankenhauskosten um 3,05% höher. Die Forscher empfehlen daher, das Patientenmanagement teambasiert und fachübergreifend zu optimieren, da viele dieser Komplikationen vermieden werden könnten.

    Parkinson’s disease increases the risk of perioperative complications after total knee arthroplasty: a nationwide database study
    Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 2019; 27: 2189-2195 

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