• Studienergebnisse

     

Neuroreha

Studienergebnisse Juli 2020

  • Schlaganfall: Motorische und sprachliche Fähigkeiten hängen zusammen

    Ergebnis: Wissenschaftler analysierten die Wechselwirkung zwischen motorischer und sprachlicher Rehabilitation bei Patienten mit motorischen Beeinträchtigung und Aphasie nach linkshemisphärischem Schlaganfall. Dabei untersuchten sie die prognostischen Faktoren für die beste Wiederherstellung, d.h. die signifikante gleichzeitige Verbesserung beider Funktionen. In der retrospektiven Kohortenstudie nahmen 435 Patienten nach Schlaganfall teil. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf eine mögliche Interaktion zwischen motorischer und sprachlicher Wiederherstellung nach einem Schlaganfall. Die Verbesserung der einen Funktion war nie mit einer Verschlechterung der anderen verbunden. Die Ergebnisse deuten sogar auf einen synergetischen Effekt zwischen den Verbesserungen der beiden Funktionen hin, mit einer insgesamt gesteigerten Therapieeffizienz, wenn die beiden Rehabilitationspfade kombiniert werden.

    INTERACTION BETWEEN RECOVERY OF MOTOR AND LANGUAGE ABILITIES AFTER STROKE
    Arch Phys Med Rehabil 2020; doi: 10.1016/j.apmr.2020.04.010

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  • Parkinson: Mini-BESTest zeigt gute Responsivität

    Ergebnis: Forscher untersuchten die Responsivität und den minimal klinisch wichtigen Unterschied (MCID) des Mini-BESTests bei Patienten mit Parkinson. 148 Patienten mit Parkinson nahmen an der Studie teil und erhielten 3-mal pro Woche ein einstündiges Gleichgewichtstraining. Der Mini-BESTEST zeigte eine mäßige Responsivität bei der Erkennung einer behandlungsbedingten Verbesserung des dynamischen Gleichgewichts. Ein 4,0-Punkt-MCID-Wert ist geeignet, um klinische Effekte der Gleichgewichtsrehabilitation bei einem einzelnen Patienten mit Parkinson zu erkennen. Für die Interpretation der Ergebnisse auf Gruppenebene empfehlen die Autoren Werte zwischen 3,4 und 4,0.

    Responsiveness and minimal clinically important difference of the Mini-BESTest in patients with Parkinson’s disease
    Gait Posture 2020; doi: 10.1016/j.gaitpost.2020.05.004

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  • Zerebralparese: Krafttraining zur Leistungssteigerung bei Sportlern sinnvoll

    Ergebnis: Menschen mit Zerebralparese (ZP) nehmen an vielen verschiedenen Formen des organisierten Sports teil, darunter auch an Profi-Wettkämpfen auf staatlicher und internationaler Ebene. Es gibt nur wenig Evidenz, wie Athleten mit ZP trainieren sollten, um ihre Leistung zu verbessern. Deshalb untersuchten die Autoren dieser systematischen Übersichtsarbeit, wie Personen mit ZP trainieren sollten, um eine Leistungssteigerung und Funktionsverbesserung zu erzielen. In ihre Analyse schlossen sie 30 Artikel ein. Qualitativ hochwertige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ein Krafttraining die Muskelkraft bei Personen mit ZP verbessern kann, mit einigen ersten Anzeichen für strukturelle und neurologische Anpassungen. Es gibt jedoch nur begrenzte Evidenz hinsichtlich funktioneller Verbesserungen. Trainer und Therapeuten sollten bei der Gestaltung von Trainingsprogrammen bestehende Richtlinien anwenden und dabei spezifische Einschränkungen der Sportler berücksichtigen. Zunächst sollte der Schwerpunkt auf die Steigerung der Muskelkraft liegen, bevor spezifische sportliche Anforderungen berücksichtigt werden.

    Strength Training to Improve Performance in Athletes With Cerebral Palsy. A Systematic Review of Current Evidence
    J Strength Cond Res 2020; 34: 1774-1789

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  • Schlaganfall: Atemtraining verbessert 6-Minuten-Gehtest

    Ergebnis: Wissenschaftler untersuchten, wie sich ein Atemmuskeltraining bei Patienten mit  Schlaganfall auswirkt. Sie schlossen 9 RCTs in ihr Review ein. Ein Training der Atemmuskulatur nach einem Schlaganfall verbesserte die Muskelkraft, die Lungenfunktion, die Gehfähigkeit und verringerte das Risiko für eine Atemwegserkrankung. Dieser Effekt hielt bis zu 12 Wochen an.

     

    Respiratory muscle training improves strength and decreases the risk of respiratory complications in stroke survivors: a systematic review and meta-analysis
    Arch Phys Med Rehabil 2020; doi: 10.1016/j.apmr.2020.04.017

     

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Studienergebnisse Juni 2020

  • Parkinson: Veränderte Muskelaktivierung nach einem Gangtraining Unterwasser

    Ergebnis: Wissenschaftler untersuchten, wie sich die Muskelaktivierung in der unteren Extremität bei Patienten mit Parkinson nach einem Gangtraining Unterwasser auswirkt. An der Studie nahmen 10 Patienten und 10 gesunde Kontrollprobanden teil. Die Ergebnisse zeigten, dass ein Gangtraining Unterwasser bei Patienten mit Parkinson das Rekrutierungsmuster der Muskeln normalisierte: Was die Funktion des M.tibialis anterior und den M.gastrocnemius lateralis betraf, war der Gangzyklus der Patienten vergleichbar mit dem der Kontrollprobanden. Die Autoren interpretieren ihre Ergebnisse so, dass die verbesserte Muskelaktivierung möglicherweise auf eine Reorganisation auf der Exekutiv- und nicht auf der Befehlsebene zurückzuführen ist

    Muscular activation changes in lower limbs after underwater gait training in Parkinson's disease: A surface EMG pilot study
    Gait Posture 2020; doi: 10.1016/j.gaitpost.2020.03.017

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  • Alzheimer: Gutes Stress-Coping in Zusammenhang mit weniger Tauproteinen

    Ergebnis: Untersuchungen an Tieren haben gezeigt, dass chronischer Stress die Tau-Pathologie verschlimmert. Beim Menschen wird psychischer Stress mit einem höheren Risiko für Alzheimer in Verbindung gebracht. Das Ziel dieser Querschnittsstudie war es deshalb, die Hypothese zu überprüfen, ob die Fähigkeit zur Stressbewältigung (bewertet anhand der Brief Resilience Scale [BRS]) mit der Tau-Belastung assoziiert ist. 225 kognitiv gesunde Probanden nahmen an der Studie teil. Die Forscher fanden heraus, dass eine schnellere Beendigung der Stressreaktion (höhere Bewältigungsfähigkeit), die negativen Auswirkungen von Stress auf die Tauablagerung begrenzen kann. Umgekehrt kann eine geringere Stressbewältigungsfähigkeit ein frühes Anzeichen für die Akkumulation von Tau sein. Längsschnittstudien sind notwendig, um zu klären, ob Stressmechanismen die Tau-Pathologie verschlimmern oder ob Tau stressbedingte Hirnmechanismen beeinflusst und die Fähigkeit zur Stressbewältigung herabsetzt.

    Better stress coping associated with lower tau in amyloid-positive cognitively unimpaired older adults
    Neurology 2020; 94: e1571-e1579

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  • Multiple Sklerose (MS): Rauchen und geringer Vitamin-D-Wert verschlechtern unter anderem kognitive Prognose

    Ergebnis: Wissenschaftler untersuchten, ob Vitamin D, Rauchen und Anti-Epstein-Barr-Virus (EBV)-Antikörperkonzentrationen den langfristigen kognitiven Status und die neuroaxonale Schädigung bei MS vorhersagen können. 278 Patienten mit MS nahmen an der Studie teil. Das Follow-up betrug 11 Jahre. Niedrige Vitamin-D-Werte und Rauchen nach dem klinischen Beginn der Erkrankung wiesen auf eine Verschlechterung der langfristigen kognitiven Funktionen und der neuronalen Integrität bei Patienten mit MS hin.

    Vitamin D, smoking, EBV, and long-term cognitive performance in MS. 11-year follow-up of BENEFIT
    Neurology 2020; 94: e1950-e1960

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