• Studienergebnisse

     

Neuroreha

Studienergebnisse Januar 2021

  • Gehirnerschütterung: Angepasstes Ausdauerprogramm könnte Symptome verbessern

    Ergebnis: Ungefähr 25% der Menschen mit einer sportbedingten Gehirnerschütterung leiden unter anhaltenden Symptomen. Der Berliner Konsens zur sportbedingten Gehirnerschütterung von 2016 empfiehlt eine symptomlimitierte ausdauernde Bewegung als Rehabilitationsoption für persistierende Symptome nach einer Gehirnerschütterung. Diese Empfehlung basiert jedoch auf einem nur begrenzten Wissensstand, da Unsicherheit über die Wirksamkeit solcher Interventionen besteht. Deshalb war es das Ziel dieses systematischen Reviews, die Auswirkungen von symptomlimitierten Ausdauer-Übungsprogrammen im Vergleich zu Kontrollinterventionen auf die Symptomintensität bei Personen mit sportbedingten Gehirnerschütterungen zu beurteilen. Die Autoren schlossen 7 RCTS mit insgesamt 326 jugendlichen Teilnehmern aus den Datenbanken MEDLINE, EMBASE, CINHAL und EBM reviews ein. Drei der sieben RCTs wiesen ein hohes Verzerrungsrisiko auf. Die Ergebnisse zeigten, dass symptomlimitierte Ausdauer-Übungsprogramme einen signifikant positiven Effekt auf die Wahrnehmung von Symptomen haben (geringe Qualität der Evidenz). Wenn sie in der akuten Phase eingeführt werden, haben symptomlimitierte aerobe Übungsprogramme im Vergleich zu Kontrollinterventionen einen signifikant positiven Effekt auf die symptomatische Wiederherstellung (moderate Qualität der Evidenz). Die Autoren fassen zusammen, dass symptomlimitierte Ausdauer-Übungsprogramme vorteilhaft sein können, um die Symptome von Jugendlichen nach einer sportbedingten Gehirnerschütterung zu verbessern. Qualitativ hochwertige Studien sind jedoch erforderlich, um die Auswirkungen auf Erwachsene und auf andere Outcomes zu bestimmen.

    Aerobic Exercise for Sport-related Concussion: A Systematic Review and Meta-analysis
    Med Sci Sports Exerc 2020; 52: 2491-2499

     

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  • Parkinson: Ko-Vorkommen von Apathie und Impulskontrollstörungen

    Ergebnis: Ergebnis: Forscher untersuchten in dieser Querschnittsstudie an einem amerikanischem Zentrum für Parkinson retrospektiv demographische und klinische Daten von 887 Patienten mit idiopathischem M. Parkinson hinsichtlich Stimmungs- und Motivationsstörungen, Apathie, Störungen der Impulskontrolle, Angst und Depressionen. Die Prävalenz der Patienten mit Depression betrug 29%, 40,7% mit Angstzuständen, 41,3% mit Apathie, 27,6% mit Impulskontrollstörungen und 17,0% sowohl mit Apathie als auch mit Impulskontrollstörungen. Die Mehrheit (61,6%) der Patienten mit klinisch signifikanten Impulskontrollstörungen berichtete auch über klinisch signifikante Apathie, und mehr als ein Drittel der Patienten mit Apathie (41,3%) berichtete auch über erhöhte Impulskontrollstörungen. Motivationsstörungen sind laut den Autoren häufige komorbide Erkrankungen bei Patienten mit M. Parkinson. Darüber hinaus interagieren diese komplexen Verhaltenssyndrome auf klinisch wichtige Weise mit der Stimmung, was das Design zukünftiger klinischer Studien und die Entwicklung neuer Therapien beeinflussen kann.

    Co-occurrence of apathy and impulse control disorders in Parkinson disease
    Neurology 2020; 95: e2769-e2780


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  • Rückenmarksverletzungen: Exoskelettbasiertes Gangtraining kann Fettmasse reduzieren

    Ergebnis: Forscher bestimmten in einer prospektiv durchgeführten Beobachtungs-Pilotstudie in einem medizinischen Zentrum, wie sich das Gehen unter Verwendung eines angetriebenen Exoskeletts auf die Körperzusammensetzung bei Personen mit Rückenmarksverletzungen auswirkt. Es gab keine Kontrollgruppe. An der Studie nahmen acht Personen mit Rückenmarksverletzung > 6 Monate im Alter von 18 bis 65 Jahren und einem Gewicht von weniger als 100 kg teil. Die Intervention bestand aus einem Gehtraining im Freien unter Verwendung eines motorisierten Exoskeletts (ReWalk) für 40 Einheiten, welches bis zu zwei Stunden andauerten und dreimal pro Woche stattfand. Die Outcomes waren: fettfreie Masse und Fettmasse des gesamten Körpers, der Arme, Beine und des Rumpfes. Zudem untersuchten die Forscher das viszerale Fettgewebe und die Gehleistung, welche durch einen 6-Minuten-Gehtest gemessen wurde. Die Teilnehmer verloren signifikant an Gesamtkörperfettmasse (-1,8kg), wobei der Verlust der Körperfettmasse über den gesamten Körper verteilt war. Sechs der acht Teilnehmer verloren viszerales Fettgewebe, jedoch nicht signifikant (-0,141kg). Die fettfreie Masse veränderte sich nicht signfikant. Die Forscher fassen zusammen, dass ein anhaltendes, wöchentliches Training mit motorisierten Exoskeletten bei Personen mit Rückenmarksverletzungen das Potenzial hat, die Fettmasse zu reduzieren und damit die Gesundheit zu verbessern.

    The Effect of Exoskeletal-Assisted Walking on Soft Tissue Body Composition in Persons with Spinal Cord Injury
    Arch Phys Med Rehabil 2020; 20: 31222-3

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Studienergebnisse Dezember 2020

  • Schlaganfall: Telerehabilitation zu Hause effektiv

    Ergebnis: Wissenschaftler untersuchten in diesem RCT wie sich ein 12-wöchiges Trainingsprogramm mit Telerehabilitation zu Hause bei Patienten mit subkortikalem Schlaganfall auswirkt. Sie ordneten 52 Patienten zufällig entweder der häuslichen Telerehabilitationsgruppe oder einer konventionellen Rehabilitationsgruppe zu. Im Vergleich zur konventionellen Rehabilitationsgruppe verbesserten sich die Werte der Telerehabilitationsgruppe signifikant im Fugl-Meyer-Assessment (=Bestimmung der motorischen Erholung nach Schlaganfall). Diese Studie zeigt demnach einen positiven Effekt des Telerehabilitationsprogramms zu Hause auf die Motorik bei Patienten nach Schlaganfall, die mit einer verbesserten interhemisphärischen funktionellen Konnektivität der M1-Bereiche (primärer motorischer Kortex) einherging. Die Autoren schlussfolgerten daraus, dass es für Schlaganfallpatienten sicher und wirksam ist, zu Hause ein professionelles Rehabilitationstraining zu absolvieren.


    Effects of home-based telerehabilitation in patients with stroke. A randomized controlled trial

    Neurology 2020; 95: e2318-e2330

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  • Schlaganfall: Ergänzende Core-Stabilisations-Übungen verbessern Stabilität und Gleichgewicht

    Ergebnis: Forscher gingen in diesem systematischen Review der Frage nach, wie sich Core-Stabilisationsübungen, ergänzend zur üblichen Physiotherapie, auf Patienten nach Schlaganfall auswirkt. Auf Basis einer Literaturrecherche in den Datenbanken CINAHL, MEDLINE, PEDro, PubMed und EMBASE schlossen sie 11 RCTs ein. Es gab eine moderate Qualität der Evidenz, die darauf hindeutete, dass ergänzende Core-Stabilisationtsübungen die Rumpfkontrolle, das funktionelle dynamische Gleichgewicht und die Gehgeschwindigkeit bei Menschen mit akutem und chronischem Schlaganfall verbessert. Bei der Bewertung der funktionellen Bewegungskategorien oder des Timed Up and Go-Tests wurde kein signifikanter Effekt festgestellt, und für die globale Funktionsfähigkeit ergaben sich uneinheitliche Ergebnisse. Die Autoren fassen zusammen, dass die Ergänzung der üblichen Physiotherapie nach einem Schlaganfall um Core-Stabilisationsübungen die Rumpfkontrolle und das dynamische Gleichgewicht verbessern kann. Therapeuten sollten daher Core-Stabilisationtsübungen in der Rehabilitation in Betracht ziehen.

    Core stability exercises in addition to usual care physiotherapy improve stability and balance following stroke: a systematic review and meta-analysis.
    Arch Phys Med Rehabil 2020; doi: 10.1016/j.apmr.2020.09.388

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  • Schlaganfall: Mentales Training verbessert Aktivitätseinschränkungen der oberen Extremität

    Ergebnis: Die Autoren dieser systematischen Übersichtsarbeiten untersuchten wie wirksam sich mentales Trainings auf die Aktivitätseinschränkungen der oberen Extremität bei Personen mit Schlaganfall auswirken kann. Sie schlossen 15 Studien (n=486) ein, 12 (n=328) davon in ihre Metaanalyse. Die Ergebnisse für das mentale Training zeigten einen signifikanten Vorteil bei Aktivitäten der oberen Extremitäten im Vergleich zur üblichen Behandlung. Untergruppenanalysen wiesen darauf hin, dass ein Mentaltraining in den ersten 3 Monaten nach dem Schlaganfall und bei schwerstbetroffenen Patienten der oberen Extremität am effektivsten erschien. Die Wissenschaftler fanden jedoch keine aussagekräftige Evidenz hinsichtlich der Dosierung.


    A systematic review and meta-analysis of the effectiveness of mental practice for the upper-limb after stroke: Imagined or real benefit?
    Arch Phys Med Rehabil 2020; doi: 10.1016/j.apmr.2020.09.391


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  • Multiple Sklerose: VR- vs. Gleichgewichts-Training

    Ergebnis: In diesem einfach verblindetem RCT verglichen Forscher ein Virtual Reality (VR)-basiertes mit einem konventionellem Gleichgewichtstraining und deren Auswirkungen auf das Gleichgewicht und die Reduzierung von Stürzen bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS). Die Forscher aus dem Iran teilten 19 Patienten mit MS der VR-Gruppe und 20 der Kontrollgruppe zu. Beide Gruppen erhielten ein 6-wöchiges Trainingsprogramm mit insgesamt 18 Einheiten. Sowohl die VR-basierten als auch die konventionellen Gleichgewichtsübungen verbesserten das Gleichgewicht und die Mobilität der Studienteilnehmer. Jedoch funktionierte jede dieser Methoden bei bestimmten Aspekten besser: VR-basiertes Training verbesserte kognitiv-motorischen Funktionen und verringerte Stürzen mehr, während konventionelle Übungen zu einer besseren Richtungskontrolle führten. Die Forscher fassen zusammen, dass weitere Studien erforderlich sind, um die Wirksamkeit von VR-basierten Übungen in klinischen Umgebungen zu bestätigen.

    Effects of Virtual Reality versus Conventional Balance Training on Balance and Falls in People with Multiple Sclerosis: A Randomized Controlled Trial
    Arch Phys Med Rehabil 2020; doi: 10.1016/j.apmr.2020.09.395


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  • Gehirnerschütterung: Return to activity (RTA) mittels Multiple-Hop-Test möglich

    Ergebnis: In dieser prospektiven, longitudinalen Studie untersuchten Wissenschaftler sensomotorische Beeinträchtigungen im Amateursporbereich nach sportbedingter Gehirnerschütterung mittels funktioneller Bewegungstests. 50 Athleten mit Gehirnerschütterung und 50 gesunde Sportler nahmen an der Studie teil. Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen der Gruppe mit Gehirnerschütterung und der Kontrollgruppe beim Star Excursion Balance Test. Während des Multiple-Hop-Tests wandte die Gehirnerschütterungsgruppe eine signifikant höhere Anzahl korrigierender Haltungsstrategien an, als die Kontrollgruppe eine Woche nach der Gehirnerschütterung und nach der Freigabe zur RTA, jedoch nicht zwei Wochen nach der RTA. Die Wissenschaftler fassen zusammen, dass Athleten mit einer kürzlich erlittenen Gehirnerschütterung während des Multiple-Hop-Tests nach der Freigabe zur RTA, aber nicht zwei Wochen nach der RTA, eine größere Anzahl korrigierender Haltungsstrategien durchführten, als die Kontrollteilnehmer. Der Multiple-Hop-Test könnte demnach ein klinisch nützliches Instrument für Therapeuten sein, um die Wiederherstellung subtiler sensomotorischer Beeinträchtigungen und die RTA-Fähigkeit zu untersuchen.

    Using functional movement tests to investigate the presence of sensorimotor impairment in amateur athletes following sport-related concussion; a prospective, matched-cohort study
    Phys Ther Sport; doi: 10.1016/j.ptsp.2020.10.012


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