• Studienergebnisse

     

Neuroreha

Studienergebnisse März 2021

  • Chorea Huntington: Schlafqualität beeinflusst Dual-Task-Fähigkeit

    Ergebnis: Forscher untersuchten den Einfluss von Motorik, Kognition, Stimmung, Schlaf und Lebensstil auf die Dual-Task-Leistung bei Patienten mit Chorea Huntington. An der Studie nahmen 36 Patienten und 28 Kontrollprobanden teil. Die Teilnehmer führten 3 Single- und 2 Dual-Task-Tests durch, die motorische (Haltungsstabilität) und kognitive (einfaches oder komplexes Kopfrechnen) Komponenten umfassten. Zusätzlich erfassten die Forscher motorische, kognitive, stimmungs- und schlafbezogene Faktoren sowie Messungen des Lebensstils und der „Krankheitsbürde“. Die Ergebnisse zeigten, dass Dual-Task-Tests bei Patienten mit Chorea Huntington sensitiv und zuverlässig sind. Darüber hinaus ist eine schlechte Schlafqualität mit resultierender schlechterer kognitiver Leistung bei Dual-Task-Aufgaben assoziiert. Dies sollten Therapeuten beim Befund und in der Behandlung berücksichtigen.

    Clinical Determinants of Dual Tasking in People With Premanifest Huntington Disease
    Phys Ther 2021; doi: 10.1093/ptj/pzab016

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  • Schlaganfall: Robotergestützte Therapien bei ausgeprägter Hemiplegie der oberen Extremität möglich

    Ergebnis: Wissenschaftler untersuchten in einem systematischen Review, wie sich robotergestützte Therapie auf motorische Beeinträchtigung der oberen Extremität bei Patienten nach einem Schlaganfall auswirken. Sie suchten in den Datenbanken PubMed, EMBASE, Medline und Web of Science nach Literatur und schlossen 41 RCTs mit insgesamt 1916 Probanden ein. Im Vergleich zur konventionellen Rehabilitation verbesserten sich die Patienten der Gruppe mit roboterunterstützten Therapie signifikant im Fugl-Meyer Assessment (obere Extremität), jedoch mit kleiner Effektgröße. Die Subgruppenanalyse ergab, dass die Effekte der unilateralen, aber nicht die der bilateralen roboterunterstützten Therapie, der konventionellen Rehabilitation überlegen waren. Der Unterschied war zwischen den Gruppen nur bei Patienten mit spät-subakutem oder chronischem Schlaganfall signifikant. Die Autoren fassen zusammen, dasss eine robotergestützte Therapie der konventionellen Rehabilitation bei der Verbesserung der motorischen Beeinträchtigung der oberen Extremitäten bei Patienten nach Schlaganfall mit ausgeprägter Hemiplegie und eingeschränktem Potenzial für eine spontane Wiederherstellung überlegen sein könnte.

    Robot-assisted therapy for upper extremity motor impairment after stroke: a systematic review and meta-analysis
    Phys Ther 2021; doi: 10.1093/ptj/pzab010


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  • Parkinson: Schlechte Schlafqualität wirkt sich auf Freezing-Symptomatik aus

    Ergebnis: Wissenschaftler untersuchten, ob es Zusammenhänge zwischen der Schlafqualität und allen drei Komponenten des Freezing-Phänotyps (kognitive, Angst- und Mobilitätsbeeinträchtigungen) gibt. An der Studie nahmen 39 Patienten mit Freezing während des Gehens und 31 altersgleiche gesunde Kontrollprobanden teil. Die Autoren fanden heraus, dass eine schlechte Schlafqualität mit Freezing und allen drei Komponenten, die dem Freezing zugrunde liegen, verbunden ist, unabhängig von der Schwere der Erkrankung. Daher sollten Therapeuten, die das Freezing während des Gehens behandeln möchten, die Verbesserung der Schlafqualität, der Kognition, der Angst und der Mobilität miteinbeziehen.

    Poor Sleep Quality is Associated with Cognitive, Mobility, and Anxiety Disability that underlie Freezing of Gait in Parkinson’s disease
    Gait Posture 2021; doi: 10.1016/j.gaitpost.2021.01.026

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  • Multiple Sklerose: Mini-BESTest nützlich, um Gleichgewichtskontrolle zu beurteilen

    Ergebnis: Der Mini-BESTest ist ein Gleichgewichtsassessment zur Beurteilung der zugrundeliegenden physiologischen Systeme der Gleichgewichtskontrolle bei Erwachsenen. Die Autoren untersuchten die Test-Retest-Reliabilität des Mini-BESTests bei 54 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Multipler Sklerose (MS). Die Test-Retest-Reliabilität für die Gesamtpunktzahl stuften die Forscher als gut bis ausgezeichnet ein, mit Intraklassen-Korrelationskoeffizienten von 0.88 für die gesamte Stichprobe, 0.83 für die Untergruppe bei Patienten mit leichter MS und 0.8 für die Untergruppe bei Patienten mit moderater MS. Die Messfehler waren gering, mit einem Standardmessfehler von 1,3 und einer minimal nachweisbaren Veränderung von 3,5 bei leichter MS und 1,7 bzw. 4,7 bei moderater MS. Die Autoren fassen zusammen, dass der mini-BESTest eine gute bis exzellente Test-Retest-Reliabilität besitzt und nur geringe Messfehler aufweist. Sie empfehlen ihn für den Einsatz bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer MS.

    Test–Retest Reliability of the Mini-BESTest in People With Mild to Moderate Multiple Sclerosis
    Phys Ther 2021; doi: 10.1093/ptj/pzab045


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  • Autismus: Sprachfähigkeit und Motorik hängen zusammen

    Ergebnis: Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen rezeptiven und expressiven Sprachfähigkeiten und der Motorik zwischen Kleinkindern mit Autismus-Spektrum-Störung im Alter von 24-36 Monaten und Gleichaltrigen zu vergleichen. Die Autoren untersuchten deshalb die sprachlichen Fähigkeiten und die Motorik von 38 Kleinkindern mit Autismus-Spektrum-Störung und 38 gesunden Gleichaltrigen. Die Autoren beobachteten in beiden Gruppen einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Sprachfähigkeit und der Motorik. Die Gruppe der Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung und mit verzögerter rezeptiver und expressiver Sprachentwicklung hatte geringere motorische Funktionen als die Gruppe der Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung mit typischer rezeptiver und expressiver Sprachentwicklung und die Gruppe der gesunden Gleichaltrigen. Darüber hinaus konnten die Risiken einer verzögerten expressiven und rezeptiven Sprachentwicklung durch niedrigere motorische Scores bei Kleinkindern mit Autismus-Spektrum-Störung vorhergesagt werden. Diese positive Korrelation deutet auf mögliche Zusammenhänge zwischen den frühen Anfängen der motorischen und sprachlichen Beeinträchtigungen bei Kleinkindern mit Autismus hin. Die Ergebnisse könnten Auswirkungen auf die Entwicklung von motorischen Interventionen haben, die auf die Sprachentwicklung von Kleinkindern mit Autismus-Spektrum-Störung abzielen.

    Relationship between Motor Skills and Language Abilities in Children with Autism Spectrum Disorder
    Phys Ther 2021; doi: 10.1093/ptj/pzab033


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Studienergebnisse Februar 2021

  • Multiple Sklerose: Expanded Disability Status Skala korreliert mit Gangparameter

    Ergebnis: Wissenschaftler recherchierten in diesem systematischen Review, wie sich Multiple Sklerose (MS) auf bestimmte Gangmerkmale unter Berücksichtigung des Behinderungsgrades und der Sturzklassifizierung auswirkt. Sie suchten in den Datenbanken MEDLINE, AMED und PsychINFO nach Literatur und schlossen 12 Studien mit insgesamt 1.513 Patienten mit MS ein. Alle Studien erhielten die Qualitätsbewertung von sehr gut bis ausgezeichnet. Mit jedem Anstieg der Expanded Disability Status Skala (EDSS) um einen Punkt fanden die Wissenschaftler signifikante Veränderungen in der Ganggeschwindigkeit (-0,12m/s), der Schrittlänge (-0,04m), der Schrittzeit (+0,04s), der Schrittzeitvariabilität (+0,009s), der Schreitzeit (+0,08s), der Kadenz (-4,4 Schritte pro Minute), der Dauer der Standphase (+0,8% des Gangzyklus) und der Zeit der doppelten Unterstützung (+3,5% des Gangzyklus). Kürzlich gestürzte Personen wiesen im Vergleich zu nicht gestürzten Personen eine um 18% reduzierte Ganggeschwindigkeit auf.


    Influence of Multiple Sclerosis on Spatiotemporal Gait Parameters: A Systematic Review and Meta-Regression
    Arch Phys Med Rehabil 2021; doi: 10.1016/j.apmr.2020.12.013

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  • Neurologische Erkrankungen: Sensomotorische, kognitive und affektive Funktionen tragen zur Vorhersage von Stürzen bei

    Ergebnis: Wissenschaftler untersuchten, ob eine Beeinträchtigung im kognitiven und affektiven Bereich zusätzliche Informationen zu sensomotorischen Defiziten bei der Sturzvorhersage liefern könnte. Für ihre Beobachtungsanalyse fassten die Forscher Daten aus fünf Studien zusammen. Die Hälfte der insgesamt 1090 eingeschlossenen Probanden im Alter von durchschnittlich 74 Jahren waren gesund. Die andere Hälfte bestand aus drei unterschiedlichen Gruppen mit verschiedenen neurologischen Störungen (kognitive Beeinträchtigung n=174; Multiple Sklerose (MS) n=111; Morbus Parkinson n=305). Bei ihrer Analyse bewerteten die Forscher sensomotorische Funktionen, kognitive Funktionen, den Gemütszustand und die Angst vor Stürzen. Sie verglichen diese Variablen mit der Sturzhäufigkeit, die prospektiv über 6-12 Monate ermittelt wurde. Sie fanden heraus, dass Defizite in der Kognition (exekutive Funktion) und im Affekt (depressive Symptome) sowie die Angst vor Stürzen für die Sturzvorhersage ebenso wichtig sind, wie die Sensomotorik. Diese Teilbereiche sollten Therapeuten und Ärzte in die Sturzrisikobewertung für ältere Menschen und klinische Gruppen miteinbeziehen.

    Sensorimotor, Cognitive, and Affective Functions Contribute to the Prediction of Falls in Old Age and Neurologic Disorders: An Observational Study
    Arch Phys Med Rehabil 2020; 20: 31256-9

     

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  • Schlaganfall: Frühzeitige Rehabilitation kann entscheidend sein

    Ergebnis: Eine frühe Rehabilitation in der stationären Akutversorgung kann das funktionelle Ergebnis drei Monate nach einem Schlaganfall maximieren. Forscher untersuchten deshalb, ob funktionelle Veränderungen während des Krankenhausaufenthalts in der Akutversorgung signifikant mit der funktionellen Wiederherstellung nach drei Monaten bei Patienten nach akutem Schlaganfall assoziiert sind. In dieser prospektiven Längsschnittstudie erhielten 76 Patienten nach ischämischem Schlaganfall auf einer stationären Akutstation während ihres Aufenthaltes eine Frührehabilitation mit bis zu zwei Behandlungen pro Tag für fünf Tage/Woche. Die Ergebnisse zeigten, dass Patienten nach akutem Schlaganfall, die zu Beginn ihres Krankenhausaufenthaltes bis zu zwei Rehabilitationseinheiten pro Tag für fünf Tage/Woche erhielten, eine bessere funktionelle Erholung (gemessen mit dem Barthel Index) drei Monate nach dem Schlaganfall aufwiesen.

    Early Rehabilitation in Acute Care Inpatient Wards May Be Crucial to Functional Recovery 3 Months After Ischemic Stroke
    Phys Ther 2020; doi: 10.1093/ptj/pzaa197


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  • Multiple Sklerose: Positive Einstellung zu körperlicher Aktivität vermitteln

    Ergebnis: Australische Forscher untersuchten, ob sich die empfundene Motivation bei Patienten mit Multiple Sklerose (MS) zwischen aktiven und unzureichend aktiven Personen unterscheidet. Die Querschnittstudie schloss dazu 70 Probanden mit MS ein. Aktive Personen empfinden sich selbst im Vergleich zu unzureichend aktiven Personen motivierter, was ihre sportliche Betätigung angeht. Zusätzlich haben sie eine positivere Einstellungen zum Sport und geben ihm einen höheren Stellenwert. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass es wichtig ist, bei der Arbeit mit Patienten mit MS Wege zu finden, um die wahrgenommene Autonomie in Bezug auf die Teilnahme an körperlicher Aktivität zu erhöhen, Barrieren abzubauen und eine positive Einstellung zum Wert der körperlichen Aktivität zu fördern. Therapeuten sollten darauf abzielen, ihren Patienten die positiven Auswirkungen von Bewegung zu verdeutlichen und ihnen einen individuellen Handlungsspielraum bei der Durchführung von Übungen einräumen. Die Forscher empfehlen Bewegung als ein Mittel, das nachweislich bei der Bewältigung der Symptome hilft und das Wohlbefinden bei MS verbessert.

    Motivations Toward Exercise Participation: Active Persons With Multiple Sclerosis Have Greater Self-directed and Self-capable Motivations
    Arch Phys Med Rehabil 2020; 20: 31262-4


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