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Sportpsychologische Beratung und Diagnostik zur Prävention und Rehabilitation von Sportverletzungen

Sportpsychologen stehen in der Regel nicht in der ersten Reihe. Oft erfährt man erst dann von ihnen, wenn es bei einem Athleten oder einer Mannschaft nicht mehr so gut läuft. Dabei sind sie ein wichtiger Teil des Betreuerteams und haben großen Anteil am Erfolg professioneller Sportler – auch und gerade im Zusammenhang mit Sportverletzungen.

Verletzungen des Bewegungsapparats zählen zu den häufigsten Gründen für eine ausbleibende Teilnahme an Trainings und Wettkämpfen sowie der Beendigung der sportlichen Karriere. In einer groß angelegten Studie zwischen 2001 und 2008 wurden 23 ausgewählte Teams der Union of European Football Association (UEFA) aus den europäischen ersten Ligen begleitet. Es zeigten sich pro Saison durchschnittlich 50 Verletzungen in einem Team, was gleichbedeutend mit einer Prävalenz von zwei Verletzungen pro Spieler ist. Obwohl Profisportler immer wieder mit Sportverletzungen zu kämpfen haben, stellen vor allem längerfristige Verletzungsperioden von über 4 Wochen einen tiefen Einschnitt in den Profialltag dar. Diese bedeuten nicht zuletzt den Verlust von sozialer Teilhabe und des gewohnten Umfelds, materielle Einschränkungen sowie psychologische Stressprozesse.

Neben konstitutionellen Prädiktoren für Sportverletzungen rücken auch vermehrt psychologische Faktoren in den Fokus der Wissenschaft. Ivarsson und Kollegen konnten in einer Metaanalyse negativ belastende Lebenssituationen und hohe Stressempfindlichkeit als stärkste Prädiktoren für ein erhöhtes Verletzungsrisiko ausfindig machen. Ersteres sollte in der sportpsychologischen Betreuung durch eine Sensibilisierung vorangegangener Lebensumstände unmittelbar vor der Verletzung verdeutlicht werden. Ein Instrument zur Bewertung sich verändernder Lebensumstände stellt die adjustierte „Social Readjustment Rating Scale“ von Scully und Tosi dar. Hier werden kritische Lebenssituationen des vorangegangenen Jahres in ein Punktesystem überführt, um das Risiko einer auftretenden Verletzung zu quantifizieren. Es geht bei der Bearbeitung weniger darum, ein klar messbares Risiko zu generieren, als vielmehr Aufmerksamkeit für veränderte Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Athlet soll zu einer reflektierenden Selbsteinschätzung befähigt werden, um sich an zukünftige Veränderungsprozesse im täglichen Leben anzupassen.

Deutlich kürzere Verfahren der psychologischen Stress- und Beanspruchungsdiagnostik stellen der WHO-5 oder die Kurzskala zur Erfassung von Erholung und Beanspruchung im Sport-KEB dar. Vor allem der WHO-5 findet aufgrund seiner ökonomischen Kürze und praktischen Etablierung breiten Einsatz.

Stressempfindlichkeit ist neben dem Einfluss von kritischen Lebensereignissen der zweite große psychologische Verletzungsprädiktor. Sie findet in dem von Williams und Anderson entwickelten „Model of Stress and Athletic Injury“ Eingang. Es nennt Persönlichkeit, kumulierte Stressoren (Stress-Historie), Bewältigungsstrategien und die Stressreaktion als grundlegende Einflussfaktoren auf die Verletzung. Ivarssons Metaanalyse konnte den Modellvariablen mithilfe einer Pfadanalyse signifikant kausale Zusammenhänge zurechnen. Sie liefern als Einflusskriterien eine bedeutsame Erklärung zum Auftreten von Verletzungen und Stressreaktionen. Da sportpsychologische Maßnahmen alle Variablen des Modells adressieren, raten die Autoren zu einer generellen Implementierung von sportpsychologischem Training vor, während und nach Sportverletzungen.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Sportpsychologische Beratung und Diagnostik zur Prävention und Rehabilitation von Sportverletzungen

Aus der Zeitschrift: Sportphysio 05/2019

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