• Psychische Begleiterkrankungen nach Schlaganfall

     

Psychische Begleiterkrankungen nach Schlaganfall

Einer von drei Menschen erfährt im Laufe seines Lebens eine Demenz, einen Schlaganfall oder beides. Neben Menschen mit klinisch prominenten demenziellen Syndromen interessieren sich Forschung und Gesundheitspolitik seit den letzten Jahren zunehmend für Menschen mit kognitiven Einschränkungen nach Schlaganfall. Psychische Begleiterkrankungen nach Schlaganfall sind häufig. Die kognitiven Einschränkungen genügen zwar in der Regel nicht den Kriterien einer klinischen Diagnose, beeinträchtigen aber erheblich die Lebensqualität und können den Therapieverlauf gravierend negativ beeinflussen.

So nimmt die Fragestellung nach der besten Möglichkeit zur Verbesserung der Kognition nach Schlaganfall Platz 1 in den Top-Ten-Prioritäten der Schlaganfallforschung ein. Jedes Jahr erleiden 15 Millionen Menschen weltweit einen Schlaganfall. In Deutschland sind jedes Jahr ca. 196 000 Menschen erstmalig und 66 000 zum wiederholten Male von einem Schlaganfall betroffen.

Unter der Annahme, dass die zukünftige Anzahl an Neuerkrankungen mindestens gleich bleibt, dürfen wir davon ausgehen, dass durch eine veränderte Demografie, die gestiegene Lebenserwartung und eine höhere Überlebensrate nach Schlaganfall die Anzahl von Menschen mit psychischen Begleiterkrankungen nach Schlaganfall weiter zunehmen wird.

Arten psychischer Begleiterkrankungen

Häufige Arten von psychischen Begleiterkrankungen nach Schlaganfall sind Demenz (post-stroke cognitive impairment, PSCI, oder auch post-stroke dementia, PSD), Depression (post-stroke depression, PSD) und Delir. Bisher gibt es zwar einige Klassifikationen, diagnostische Kriterien und beschreibende Syndrome, die benutzt werden können, um PSCI zu klassifizieren, jedoch fehlt es an einer breit akzeptierten und harmonisierten Terminologie.

Definitionen Vereinfacht gesagt beschreibt PSCI jeglichen kognitiven Verfall seit dem Eintreten eines Schlaganfalls. PSCI ist eine Hauptuntergruppe vaskulär-kognitiver Einschränkungen (vascular cognitive impairment, VCI. Sie ist jedoch nicht deckungsgleich mit dem Begriff der vaskulären Demenz (vascular dementia, VaD), da Letztere ein Konzept ist, das multiple kortikale oder subkortikale Infarkte, bedeutende Einzelinfarkte, nicht infarktbedingte Läsionen der weißen Substanz, Hirnblutungen und Hypoperfusion als Ursachen des kognitiven Abbaus einschließt.

VaD kann als eine Subgruppe der VCI angesehen werden, die eine voll entwickelte Demenz nach einem sicher identifizierten vaskulären Ereignis darstellt. Eine PSCI kann somit bereits vor dem Schlaganfall aufgrund einer VCI oder VaS bestanden haben oder aber auch erst durch den Schlaganfall entstanden sein. Einen Überblick zur Differenzierung der verschiedenen Definitionen bietet.

Psychische Erkrankungen Menschen nach einem Schlaganfall können eine Vielzahl von psychischen Erkrankungen erfahren, die eher spezifisch für eine Hirnverletzung (organisch bedingte) als für eine (unipolare) Depression nach Standardkriterien (depressive Episode) sind. So kann es nach Schlaganfall häufig zu z. B. emotionaler Verflachung, emotionaler Labilität, Enthemmung, krankhaftem Nichterkennen der offensichtlichen Schädigung durch den Schlaganfall (Anosognosie) und Schwierigkeiten beim emotionalen Ausdruck mittels Sprache (Aprosodie) kommen.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Psychische Begleiterkrankungen nach Schlaganfall

Aus der Zeitschrift: neuroreha 02/2018

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