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Frage an Frans –„Warum heilen Wunden bei gestressten Patienten schlechter?“

Manch kniffelige physiologische Frage stellt sich einem im physiotherapeutischen Berufsalltag. Solchen Fragen geht Medizinjournalistin Mona Herz für physiopraxis auf den Grund und stellt sie unserem Experten Frans van den Berg.

Dass Kortisol die Wundheilung beeinflusst, lässt sich in der täglichen Praxis häufig beobachten. Bei gestressten Patienten heilen Wunden oft deutlich schlechter als bei entspannten. Auch die Wissenschaft kommt zu diesem Ergebnis. Forscher untersuchten in verschiedenen Studien an Mensch und Tier, wie sich Stress auf die Wundheilung auswirkt. Sie fanden zum Beispiel heraus, dass sich das Infektionsrisiko nach Verletzungen bei gestressten Mäusen verglichen mit entspannten Artgenossen um das Dreifache erhöht. Menschliche Wunden heilen bei Stress um 40 Prozent schlechter. Das zeigt eine Untersuchung an Studierenden, deren Wunden in den Semesterferien schneller verheilten als in der stressigen Prüfungszeit. Zudem gibt es Hinweise, dass Verletzungen von Menschen, die in einer Beziehung mit generell aggressivem Umgangston leben, langsamer abklingen als bei Menschen in harmonischen Beziehungen. Bei ihnen kann jedoch bereits ein einzelner Streit mit dem Partner dieselbe Wirkung hervorrufen. Chronischer Stress, beispielsweise die Pflege eines Angehörigen oder anhaltende finanzielle Sorgen, kann die Wundheilung also ebenso verlangsamen wie ein akuter Stressfaktor.

Die Wunden von Studierenden heilten in den Semesterferien um 40 Prozent schneller als in der Prüfungszeit.

Ist die Gewebeabräumung abgeschlossen, beginnt der Gewebeaufbau (Proliferationsphase), die tatsächliche Wundheilung. Dafür müssen sich Blutgefäße bilden (Angiogenese), und durch Bindegewebszellen (Fibroblasten) entsteht Kollagen. Eine Vielzahl von Signalstoffen bewirkt diese Prozesse, zum Beispiel ein lokal freigesetzter Wachstumsfaktor (basic fibroblast growth factor), der die Kollagenbildung anregt. Dieser ist essenziell für den Gewebeaufbau und den schnellen Wundverschluss. So ließ sich bei der Untersuchung mit den Studierenden in der Wundflüssigkeit der prüfungsgestressten Gruppe weniger von diesem Wachstumsfaktor nachweisen. Zudem konnten andere Autoren mit dem gleichen Experiment zeigen, dass in den Granulozyten weniger Proteinbiosynthese stattfindet. Die Forscher machen eine reduzierte Zytokinkonzentration an der Wunde und den damit eingeschränkten Entzündungsprozess für die verlangsamte Heilung verantwortlich.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Frage an Frans –„Warum heilen Wunden bei gestressten Patienten schlechter?“

Aus der Zeitschrift physiopraxis 11/12/2016

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