Schwindel und Gleichgewichtsstörungen in der Neurorehabilitation

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen entstehen bei Patienten in der Neurorehabilitation meist durch Läsionen der peripheren und zentralen sensorischen, insbesondere vestibulären Strukturen. Auch internistische Begleiterkrankungen oder psychosomatische Beschwerden können zu Schwindel führen. Der Schlüssel zur korrekten Diagnose sind einige wenige gezielte Fragen und die klinische Untersuchung, die mit ausreichender Zuverlässigkeit am Krankenbett möglich ist.

Bei Patienten, die sich nach einer Schädigung von Gehirn, Rückenmark oder / und peripheren Nerven einer Rehabilitationsbehandlung unterziehen, sind Gleichgewichtsstörungen und Schwindel häufig angegebene Beschwerden. Eine systematische Analyse der Defizite aus der Krankengeschichte und dem Untersuchungsbefund erfolgt nicht regelhaft, ist aber notwendig, um „Schwindel“ als allgemeinen Ausdruck des Unwohlseins und der Unsicherheit von umschriebenen Funktionsstörungen der an der Gleichgewichtserhaltung beteiligten Systeme zu unterscheiden. Da die korrekte Aufklärung des Patienten über die Ursachen seiner Beschwerden und die Einordnung in den Kontext des neurologischen Krankheitsbilds häufig genug ein wesentlicher und wirksamer Teil der Therapie ist, lohnt sich die Beschäftigung mit dem Symptomkomplex „Schwindel und Gleichgewicht“ für alle in der Neurorehabilitation tätigen Ärzte und Therapeuten. In dem vorliegenden Artikel wird das diagnostische Gerüst für die Beurteilung von Schwindel und Gleichgewichtsstörungen dargestellt, bevor auf die Therapie einiger häufiger Formen eingegangen wird. 

Anamnese und Untersuchung

In der Anamnese von Schwindelpatienten hat es sich bewährt, insbesondere die folgenden vier Aspekte, die man sich in einem A-B-C-D-Schema gut merken kann, durch gezielte Nachfragen zu klären.

A – Art des Schwindels (Drehen, Schwanken, Benommenheit)
B – Begleitsymptome (Neurologie, Ohrsymptome, Psyche)
C – Co-Faktoren (Auslöser und Modulatoren)
D – Dauer (Attacken vs. Dauerschwindel)
Art des Schwindels Echter Drehschwindel deutet in der Regel auf eine vestibuläre Funktionsstörung hin. Bei Schwanken und Benommenheit müssen neurologische Defizite im Untersuchungsbefund identifiziert und als Ursache von funktionellen (z.B. psychosomatischen) Beschwerden abgegrenzt werden.

Begleitsymptome Dabei helfen Begleitsymptome wie fokale neurologische Defizite, Hörstörung, Ohrdruck, Tinnitus oder psychische Symptome wie Angst und Affektstörung. Bei manchen Erkrankungen sind die Schwindelauslöser pathognomonisch (z. B. Kopflageänderung beim gutartigen Lagerungsschwindel). Sehr hilfreich für die differenzialdiagnostische Eingrenzung ist die Eruierung der minimalen und maximalen Dauer von Schwindelepisoden.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Schwindel und Gleichgewichtsstörungen in der Neurorehabilitation

Aus der Zeitschrift neuroreha 4/2016

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