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Selbstmanagement in der muskuloskelettalen Therapie

Selbstmanagement fördern – das ist selbstverständlich Teil der Physiotherapie. Aber wie gelingt das optimal? Welche Faktoren sollten dabei beachtet werden? Klar ist: Dem Patienten nur Wissen zu vermitteln reicht nicht aus, um ihn davon zu überzeugen, dass er selbst seine Gesundheit beeinflussen kann. Dafür braucht es einen umfassenden Ansatz, der auch die gesundheitsbezogenen Kontrollüberzeugungen des Patienten adressiert.

Es erscheint so selbstverständlich und ist es offenbar doch nicht: die patientenzentrierte Versorgung. Mit der Betonung eines bio-psycho-sozialen Verständnisses von Krankheit und Gesundheit rückt der Patient als Mensch in einem ganzheitlichen Sinn in den Fokus, im selben Maß verliert das bio-medizinische Modell mit einem hierarchischen Verständnis vom Therapeuten (Experte) und Patienten (Diagnoseträger) an Bedeutung. Im gesundheitspolitischen Kontext wird die patientenzentrierte Gesundheitsversorgung oft postuliert: So forderte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen bereits in seinem Gutachten 2000/2001 eine verstärkte Patientenzentriertheit und auch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) machte wiederholt neben der evidenzbasierten auch die patientenzentrierte Versorgung zu einem zentralen Anliegen. Dabei fehlt bisher eine einheitliche Definition dieses Begriffs. Eine Arbeitsgruppe aus Hamburg entwickelte auf Basis einer systematischen Übersichtsarbeit ein integratives Modell der Patientenzentrierung. Bei der Validierung dieses Modells stellten sich vor allem fünf Dimensionen als zentral für die Patientenzentrierung heraus:

  • Patient als Individuum
  • Patientenbeteiligung
  • Patienteninformation
  • Behandler-Patient-Kommunikation
  • Empowerment

Für die Physiotherapie definierten Solvang und Fougner 2016 ähnliche Dimensionen einer patientenzentrierten Therapie. Auch hier wird die aktive Rolle des Patienten mit den Begriffen Empowerment und Selbstmanagement betont, die nach eigenen Worten einen Paradigmenwechsel hinsichtlich der Rolle des Therapeuten und des Patienten erforderlich machen.

Paradigmenwechsel: Empowerment und Selbstmanagement

Das Bewegungssystem ist der Kern physiotherapeutischer Praxis, Ausbildung und Forschung. Als Experten für dieses System haben Physiotherapeuten die Expertise, alle Bereiche dieses Systems zu untersuchen, zu diagnostizieren und zu behandeln. Der Einsatz dieser Expertise umfasst, Störungen des Bewegungssystems zu vermeiden oder zu verbessern sowie Ressourcen zu fördern und funktionelle Bewegung wiederherzustellen. Physiotherapeuten fokussieren also nicht allein auf die Behandlung der Patienten, sondern evaluieren und fördern immer auch deren Ressourcen und bieten ihnen Unterstützungsmanagement an. Dies entspricht dem Kern des Empowerments, das zum Ziel hat „…allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen“. Empowerment ist daher die Grundlage dafür, dass Patienten nicht nur Therapie konsumieren, sondern auch in Eigenregie ihre Gesundheit managen.

Damit umschreibt der Begriff Empowerment eine zentrale Handlungsdimension der Physiotherapie, die auf Selbstmanagement ausgerichtet ist. Behandlungen, die in dieser Hinsicht erfolgreich sind, werden von Therapeuten als effektiv und nachhaltig eingeschätzt. Um den positiven Effekten des Selbstmanagements auf die Spur zu kommen, werden im Folgenden gesundheitspsychologische und -soziologische Aspekte aufgegriffen sowie erfolgreiche Konzepte dazu vorgestellt.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Selbstmanagement in der muskuloskelettalen Therapie

Aus der Zeitschrift: manuelletherapie 05/2019

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