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Das SIG als Schmerzquelle identifizieren – SIGnalwirkung

Tests, die das Sakroiliakalgelenk untersuchen, gibt es viele. Doch keiner ist alleine aussagekräftig genug, um das Gelenk zuverlässig als Schmerzquelle zu identifizieren. Daher empfehlen Experten, verschiedene Schmerzprovokationstests für das SIG zu kombinieren. manuelletherapie-Herausgeber Arne Vielitz stellt sie vor.

Rückenschmerzen haben diverse Ursachen. Die Herausforderung für Physiotherapeuten ist es, diese zu erkennen, um sie gezielt therapieren zu können. Spezifische Ursachen wie Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen, entzündliche Kreuzschmerzen, Osteoporose, Frakturen, Infektionen, Tumore und Spondylolisthesis sind mit fünf bis zehn Prozent relativ selten. Überwiegend handelt es sich also um unspezifische Rückenschmerzen. Diese lassen sich nach verschiedenen Klassifikationsmodellen unterteilen. Eine Möglichkeit ist es, zwischen mechanischem und nicht mechanischem Rückenschmerz zu differenzieren.

Ursachen für einen nicht mechanischen unspezifischen Rückenschmerz sind beispielsweise psychosoziale Faktoren. Sie gelten als Risikofaktoren für eine Chronifizierung, und Therapeuten sollten sie als Yellow Flags in der physiotherapeutischen Diagnostik beachten und entsprechend therapieren. Aufklärung über die Schmerzentstehung und aktive Therapien sind die Mittel der Wahl. Passive Therapieformen wie Massage, Faszien- oder Elektrotherapie fördern hingegen das Chronifizierungsrisiko.

Häufiger aber handelt es sich um mechanische Rückenschmerzen, die haltungs- bzw. bewegungsabhängig sind. Mechanisch ist jedoch nicht gleich mechanisch. Als Ursache für die Schmerzen kommen neben dem Rücken selbst auch das Hüftgelenk oder das Sakroiliakalgelenk (SIG oder ISG) in Betracht. Um zielgerichtet behandeln zu können, muss man eruieren, welche Region vermutlich für die Beschwerden des Patienten verantwortlich ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass das SIG die Schmerzquelle ist, liegt bei circa 20 Prozent. Um diese 20 Prozent zuverlässig zu entdecken, sollte der Therapeut wie folgt vorgehen:

Über Anamnese SIG-Problematik ausschließen

Einen ersten Hinweis erhält der Therapeut womöglich schon in der Anamnese. Prädisponierende Faktoren für ein SIG-Problem sind:

  • fortgeschrittenes Alter,
  • Wirbelsäulenversteifung in der Vorgeschichte,
  • entzündliche Arthritis als Nebenerkrankung,
  • anatomische oder funktionelle Beinlängendifferenz und
  • ein konkreter Auslöser, zum Beispiel ein Trauma.

Die Schmerzen, die das SIG verursachen kann, sind extrem variabel und überschneiden sich mit den Ausstrahlungsgebieten von LWS und Hüfte. Die Schmerzen können in die Leiste, das Bein und sogar bis in den Fuß ausstrahlen und geben daher keinen konkreten Hinweis auf ein SIG-Problem. Es ist aufgrund der Schmerzanamnese eher möglich, das SIG über das Ausstrahlungsgebiet auszuschließen. Denn als unilaterale Struktur verursacht es in aller Regel nur einseitige Schmerzen unterhalb von L 5.

Die Wahrscheinlichkeit, dass bei mechanischen Rückenschmerzen das SIG die Schmerzquelle ist, liegt bei circa 20 Prozent.

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Aus der Zeitschrift: physiopraxis 02/2018

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