• Studienergebnisse

     

Sonstiges

Studienergebnisse Juni 2019

  • Schlafqualität: Auswirkungen von Training und Wettkampf auf den Schlaf von Spitzensportlern

    Ergebnis: Die Wissenschaftler suchten für dieses systematische Review in den Datenbanken PubMed, SCOPUS und SPORTDiscus nach Literatur. Sie wollten Faktoren identifizieren, die mit Training und Wettkampf bei Spitzensportlern verbunden sind und den Schlaf negativ beeinflussen. In ihre Datenauswertung schlossen sie 45 Studien ein. Während des Trainings berichteten viele Studien, dass Athleten nicht in der Lage waren, die empfohlene Dosis an Gesamtschlafzeit (23 von 41 Athleten) und/oder die Schlafeffizienz (16/37 Athleten) zu erreichen. In der Nacht vor dem Wettbewerb berichteten die meisten Studien, dass die Athleten weniger und schlechter schliefen. Die Gesamtschlafzeit verkürzte sich hier um 60 Minuten und die Schlafeffizienz war um 1% niedriger. Frühes Morgentraining (Beginn vor 07:00 Uhr), Erhöhung der Trainingsbelastung (>25%), späte An- und frühe Abreisen, Flugreisen nach Osten und Höhenaufstiege beeinträchtigten den Schlaf. Die Forscher fassen zusammen, dass Sportler während des Trainings- oder der Wettkampfzeit oftmals nicht die empfohlene Schlafdosis und -qualität erreichen. Der Schlaf war in der Nacht des Wettbewerbs im Vergleich zu den vorangegangenen Nächten beeinträchtigt. Frühes Morgentraining, erhöhte Trainingsbelastung, ungewöhnliche Reiseabfahrtszeiten, Jetlag und Höhe können den Schlaf der Athleten beeinträchtigen.

    Effects of training and competition on the sleep of elite athletes: a systematic review and meta-analysis
    Br J Sports Med 2019; 53: 513-522

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  • Blinde Patienten: Auditorische Reize bei Gleichgewichtstraining

    Ergebnis: Ziel dieser Studie war es, den Einfluss eines akustischen Hinweises bei angeboren blinden Probanden auf ihr Gleichgewicht zu untersuchen. 11 sehende und 11 blinde Probanden führten auf einer Kraftmessplatte aufrechte bipedale und unipedale ruhige Stehpositionen unter zwei verschiedenen, akustischen Bedingungen aus. Ein Lautsprecher, der 2 Meter hinter ihnen stand spielte auditorische Signale ab. Die Ergebnisse zeigten, dass blinde Probanden die hinter ihnen liegenden akustischen Signale verwendeten, um ihre Gleichgewichtskontrolle in bipedaler aufrechter Haltung zu verbessern. In diesem Fall konnten blinde Probanden bessere Ausgleichsmechanismen nutzen, um ruhig zu stehen, als sehende Probanden. Ohne auditorische Reize oder in unipedaler aufrechter Haltung haben Blinde wahrscheinlich sensorische Störungen oder Einschränkungen, die sie zu Anpassungen zwingen, um Sturzrisiken zu vermeiden. Auditorische Reize sollten untersucht werden, um die Kompensationsmechanismen besser zu verstehen, die von Blinden zur Erhaltung der posturalen Kontrolle in gewohnter Umgebung verwendet werden.

    Auditory cues behind congenitally blind subjects improve their balance control in bipedal upright posture
    Gait Posture 2019; 70: 175-178

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  • Sportphysiotherapie: Integration psychologischer Strategien für Rückkehr zum Sport

    Ergebnis: Das Ziel dieser Studie war es, die aktuellen Erfahrungen der Sportphysiotherapeuten bei der Umsetzung psychologischer Methoden während der Return-to-Sport-Rehabilitation zu untersuchen und zweitens die Einstellungen und Herausforderungen zu erfassen. Die Autoren suchten nach Literatur in PubMed, CINAHL, Scopus, Medline, Google Scholar, Cochrane Library, AMED und PsycINFO. Sie schlossen 11 Studien mit insgesamt 1.440 Sportphysiotherapeuten ein. Die Ergebnisse zeigten, dass die meisten Sportphysiotherapeuten die Bedeutung von psychologischen Methoden während der Rehabilitation von Sportlern erkannten, sich aber nicht sicher waren, ob sie in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Zu den gängigen psychologischen Methoden gehörten die Zielsetzung und die Förderung positiver Gedanken. Zu den Hindernissen bei der Umsetzung psychologischer Strategien zählten mangelndes Wissen, fehlende spezialisierte Psychologiekurse und die Stigmatisierung von Athleten, die auf der Suche nach psychologischer Unterstützung waren. Eine Strategie für Sportphysiotherapeuten, psychologische Methoden während der Rehabilitation von Sportlern besser zu integrieren, könnten gezielte berufliche Fortbildungsmöglichkeiten beinhalten, um Vertrauen in die Umsetzung psychologischer Methoden zu gewinnen.

    What are the current practices of sports physiotherapists in integrating psychological strategies during athletes’ return-to-play rehabilitation? Mixed methods systematic review
    Phys Ther Sport 2019; doi: 10.1016/j.ptsp.2019.04.018

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  • Fettverbrennung: Intervalltraining mögliche Wunderwaffe für den Fettabbau

    Ergebnis: Wissenschaftler verglichen, wie sich Intervalltraining und die moderates Dauermethode (MOD) auf die Körperfettleibigkeit auswirken. Sie schlossen 41 Studien in ihr systematisches Review ein. Gruppeninterne Analysen zeigten dass sich in beiden Gruppen sowohl der Gesamtkörperfettanteil (%) als auch die gesamte absolute Fettmasse (kg) signifikant verringerte. Allerdings gab es einen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen in der gesamten absoluten Fettmassenreduktion. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Intervalltraining und MOD den Körperfettanteil (%) reduzieren. Das Intervalltraining lieferte jedoch 28,5%-größere Verringerungen der gesamten absoluten Fettmasse (kg) im Vergleich zum MOD.

    Is interval training the magic bullet for fat loss? A systematic review and meta-analysis comparing moderate-intensity continuous training with high-intensity interval training (HIIT)
    Br J Sports Med 2019; 53: 655-664

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Studienergebnisse Mai 2019

  • Physiotherapie: Immer mehr und bessere Literatur

    Ergebnis: Ziel der Studie war es, die Publikationsrate von randomisierten kontrollierten Studien, systematischen Übersichtsarbeiten und Metaanalysen in der physikalischen und rehabilitativen Medizin sowie deren zeitliche Schwankungen zu bewerten. Die Autoren fanden heraus, dass die absolute Anzahl der Artikel in der Rehabilitation ebenso wie in anderen Behandlungsbereichen wie der Arzneimitteltherapie wächst. Während die Wachstumsrate der Publikationen für alle Studien im Vergleich zu PubMed bei medikamentösen Therapien größer ist als bei Rehabilitation und Physiotherapie, ist die Wachstumsrate bei randomisierten kontrollierten Studien, systematischen Reviews und Metaanalysen bei Rehabilitation und Physiotherapie deutlich höher. Im Jahr 2017 wurden 19,3% und 28,2% der gesamten Produktion von wissenschaftlichen Artikeln für die Rehabilitation und Physiotherapie (bzw.) für randomisierte kontrollierte Studien und systematische Übersichtsarbeiten verwendet, gegenüber 11,3% für die Arzneimitteltherapie. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Bereitstellung der höchsten Form von Forschungsnachweisen (randomisierte kontrollierte Studien, systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen) in der physikalischen und rehabilitativen Medizin kontinuierlich zunimmt und zwar mit einer höheren Rate als in anderen Behandlungsbereichen wie der Arzneimitteltherapie.

    The Struggle for Evidence in Physical and Rehabilitation Medicine. Publication Rate of Randomized Controlled Trials and Systematic Reviews Is Growing More Than in Other Therapeutic Fields
    Am J Phys Med Rehabil 2019; 98: 258-265

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  • Depressionen: Niederschwellige Behandlungsmethoden bei deutschen Fußballspielerinnen nötig

    Ergebnis: Das Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz und Risikofaktoren von Depressionen und Angstsymptomen bei weiblichen, professionellen Fußballspielerinnen zu beurteilen. 290 Fußballspielerinnen von 10 deutschen Bundesliga- und 7 weiteren niederklassigeren Mannschaften füllten hierzu Fragebögen aus: Center of Epidemiologic Studies Depression Skala (CES-D) und Generalised Anxiety Disorder (GAD-7) Skala. Der CES-D-Wert zeigte leichte bis mittelschwere Symptome einer Depression bei 48 (16,6%) und schwere Symptome bei 41 (14,1%) Spielerinnen. Der GAD-7-Wert deutete auf eine zumindest moderate generalisierte Angststörung bei 24 (8,3%) Spielerinnen hin. Die Prävalenz von depressiven Symptomen und generalisierten Angststörungen war ähnlich wie bei der weiblichen Allgemeinbevölkerung. Allerdings berichteten deutlich mehr Zweitligisten über Symptome von Depressionen als Erstligisten, und so war die Prävalenz von Depressionssymptomen bei Zweitligisten höher als in der Allgemeinbevölkerung. Nur ein Drittel der 45 (15,7%) Spielerinnen, die angaben, dass sie derzeit psychotherapeutische Unterstützung wünschen oder benötigen, erhielten sie. Die Prävalenz von Depressionen und generalisierten Angstsymptomen bei Spitzenfußballerinnen wird durch persönliche und sportspezifische Variablen beeinflusst. Es ist wichtig, das Bewusstsein für die psychischen Probleme der Athletinnen bei Trainern und Mannschaftsärzten zu schärfen, Stigmatisierung zu reduzieren und eine niederschwellige Behandlungsmethode anzubieten.

    Depression and anxiety symptoms in 17 teams of female football players including 10 German first league teams
    Br J Sports Med 2019; 53: 471-477

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  • Skipping: Geringe Kniegelenkkräfte und erhöhter Stoffwechsel

    Ergebnis: Der Zweck dieser Studie war es, die Kniekontaktkräfte und den Stoffwechsel zwischen Skipping und Laufen bei gleicher Geschwindigkeit zu vergleichen. Skipping hatte im Vergleich zum Laufen wesentlich geringere tibio-femorale und patello-femorale Gelenkkontaktkräfte und lineare Impulse sowohl pro Schritt als auch pro Kilometer (d.h. geringere kumulative Lasten) und auch einen um 30% erhöhten Stoffwechsel. Die geringeren Gelenkbelastungen beim Skipping waren mit den kürzeren Schritten verbunden und die höheren Stoffwechselkosten mit der größeren vertikalen Verschiebung durch den Sprung. Da erhöhte Gelenkbelastungen bei manchen eine erhöhte Gefahr darstellt, ist Skipping eine attraktive alternative Trainingsmethode mit zusätzlichem erhöhtem aerobem Nutzen.

    Skipping has lower knee joint contact forces and higher metabolic cost compared to running
    Gait Posture 2019; doi: 10.1016/j.gaitpost.2019.03.028

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  • Schlafentzug: Chronischer Schlafmangel führt zu muskuloskelettalen Verletzungen bei Jugendlichen

    Ergebnis: Ziel dieser Studie war es, quantitativ und qualitativ zu untersuchen, ob Schlafmangel mit Sportverletzungen bei Jugendlichen zusammenhängt, und um die Auswirkungen von chronischem vs akutem Schlafmangel abzugrenzen. Die Autoren schlossen 7 Studien in ihr Review ein. 5 Studien berichteten, dass Jugendliche, die chronisch schlecht schliefen, eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit hatten, eine Sport- oder Muskelverletzung zu erleiden. 2 Studien berichteten über akuten Schlafmangel: Eine berichtete über einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen akut schlechtem Schlaf und Verletzungen, während die andere Studie keinen signifikanten Zusammenhang fand. Die Forscher fassen zusammen, dass chronischer Schlafmangel bei Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko von muskuloskelettalen Verletzungen verbunden ist. Die Auswirkungen von akutem Schlafmangel auf die Verletzungsraten könne man derzeit noch nicht abschließend bestimmen.

    Lack of Sleep and Sports Injuries in Adolescents. A Systematic Review and Meta-analysis
    J Pediatr Orthop 2019; 39: e324–e333

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