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Interview mit Mike Steverding – „Als Sportphysio darfst du kein Weichei sein“

Mike Steverding betreut zahlreiche Bundesliga- und Nationalmannschaften. Beim Semestergespräch der SRH-Hochschule Karlsruhe berichtet er von seinen Erfahrungen im Spitzensport und erzählt, welche Eigenschaften ein angehender Sportphysiotherapeut mitbringen sollte.

 Mike Steverding ist Sportphysiotherapeut des DOSB und aktuell Physiotherapeut und Rehabilitationstrainer der Fußballnationalmannschaft Österreich. Er betreut die Athleten regelmäßig bei Olympischen Winter- und Sommerspielen und bei Welt- und Europameisterschaften. Zudem ist er Therapeut und Athletiktrainer verschiedener Bundesligateams in Fußball, Handball und Basketball. Die übrige Zeit verbringt er in seinem Ambulanten Therapiezentrum MS Sport-Reha in Herxheim in der Pfalz.

Mike, was gibt dir Energie und Kraft?

In erster Linie meine Frau und meine Familie. Direkt danach die Arbeit mit meinen Athleten, die mich täglich herausfordert, inspiriert und motiviert. Es gibt kaum ein schöneres Gefühl, als einen fast schon verzweifelten Athleten mit diesem besonderen Glanz in den Augen wieder auf dem Spielfeld oder bei einem wichtigen Wettkampf zu sehen.

Du arbeitest seit Jahren erfolgreich mit Spitzensportlern zusammen: Was ist der Unterschied zum Alltag in deinem Rehazentrum?

Motivation und Zeit! Sportler wollen schnellstmöglich auf den Platz zurück. Bei ihnen wende ich intensiv sportphysiotherapeutische Maßnahmen an. Athleten haben einen anderen Trainingszustand als ein „normaler“ Patient in der Praxis. Ansonsten ist es das Gleiche.

Ende letzten Jahres warst du mit der österreichischen Fußballnationalmannschaft unterwegs. Wie sieht dein Alltag während einer intensiven Trainingswoche aus?

Einen Tag bevor das Mannschaftstreffen stattfindet, analysieren wir im interdisziplinären Team, welcher Fußballer wann und wie lange gespielt hat und wer behandlungs- oder regenerationspflichtig ist. Unser Ziel ist es, alle Spieler auf ein ähnliches Regenerationsniveau zu bringen. Die ersten beiden Tage sind von sogenannten Medical Checks geprägt: Laboruntersuchungen, Herzfrequenzvariabilität, Stressverhalten. Die Ergebnisse besprechen wir im Team und leiten die nötigen Maßnahmen ein. Der nächste Tag beginnt um 7.30 Uhr, ab 8 Uhr finden Laboruntersuchungen statt. Dann gibt es Frühstück und danach bereiten wir die Spieler für das erste Training (10 Uhr) vor. Es folgen eine kurze Trainingsbesprechung, dann den Fitnessbereich aufbauen, zum Beispiel mit Blackroll, TRX, Stabilisation und sensomotorischen Übungen. Beim Training ist immer mindestens ein Physio dabei. „Angeschlagene“ Spieler werden während dem Training in einer eigenen Rehabilitationseinheit betreut bzw. für die kommenden Tage aufgebaut. Im Anschluss an das Training absolvieren die Spieler individuelle Trainingsinhalte und aktive Regeneration. Auch die Versorgung mit Flüssigkeit und Nahrungsergänzung sind feste Bestandteile. Am Ende des Trainings absolvieren wir eine Spinningsequenz mit anschließendem faszialen Ausrollen. Danach folgen Mittagessen, Terminverteilung, Mittagsschlaf, Pause für die Spieler, Behandlung, Vorbereitung des zweiten Trainings (17 Uhr), Abendessen, Therapie – wenn nötig bis 24 Uhr.


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Ist es bei dieser vollen Tagesplanung überhaupt möglich, eine Mannschaft zu trainieren ohne das Individuum zu vernachlässigen?

Die Frage ist: Was ist in dem jeweiligen Sport wichtig? Alle Athleten brauchen eine grundlegende Athletik, die zunächst mit einem vielseitigen, zielgerichteten Programm erreicht wird. Erst danach kann ich in spezifischen Einheiten auf den Einzelnen eingehen. Dafür haben wir die „Quality Time“ eingeführt. Dabei arbeiten Physiotherapeut, Conditioning Coach und Sportpsychologe eng zusammen. Wir organisieren drei bis vier Stationen, zum Beispiel Core Stability, Capoeira (brasilianische Kampfkunst) und mentales Training, und teilen uns die Sportler deren Anforderungen entsprechend auf.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Interview mit Mike Steverding – „Als Sportphysio darfst du kein Weichei sein“

Aus der Zeitschrift Sportverletzung Sportschaden 2/2015

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