• Stressfrakturen

    Stressfrakturen: geschätzte Häufigkeit in % bei Sportlern.

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Stressfrakturen im Laufsport

Individuell behandeln Stressfrakturen (SF) bezeichnet man oft als typische Verletzungen von Läufern und Soldaten, vor allem weil Stressfrakturen in Sportarten mit hohen, repetitiven Belastungen auftreten. Eine genaue Diagnose einer SF (80–89 % treten an den unteren Extremitäten auf), wenn möglich im Frühstadium, wäre von Vorteil, ist aber oft schwierig (nicht zuletzt wegen den Differentialdiagnosen und der Lokalisation). Das Ziel der Behandlung ist vor allem, eine echte Fraktur zu vermeiden, wobei in bestimmten Fällen (wie z.B. bei „high risk“: Metatarsale V und Femurhals) eine chirurgische Fixation notwendig sein kann (wegen der Gefahr des Nichtzusammenwachsens der Knochen). Patientenanamnese, klinische Untersuchungen und „spezielle Tests“ bilden die Basis. Für Läufer typisch zeigt der Patient einen genau lokalisierten Schmerz (mit/ohne Schwellung) in einem definierten Knochengebiet, „Klopfschmerz“, Schmerz, bis zur Unfähigkeit zu springen. Eine anerkannte Klassifikation der Stressfrakturen fehlt, und es besteht lediglich eine MRI-basierte Gradierung der tibialen SF (nach Fredericson). Die Magnet-Resonanz-Untersuchung (MRI) ist eine unter den bildgebenden Verfahren oft gewählte Diagnostik (mit der höchsten Sensitivität/Spezifizität). Kenntnisse über Lokalisation der häufigsten Stressfrakturen und deren „Prognose“ ist von Vorteil (s. Grafik und Tabelle).

 Stressfraktur                        Risiko Hoch/Tief*                     Durchschnittl. Dauer bis zur Teil-/Vollbelastung                 
 Sesamoid  Hoch  6 Wochen
 Metatarsal (proximal)  Tief  4-6 Wochen
 Metatarsal (distal)  Hoch  > 3 Wochen
 Tibia (anterior)  Hoch  6-8 Wochen
 Tibia (posteromedial)  Tief (kotrikale Fraktur)  8-12 Wochen
 Fibula  Tief  < 3 Wochen
 Femurhals  Hoch  2-4 Wochen
 Femurknochen Tief 6-8 Wochen
 Sacrum,+ Becken Tief 7-12 Wochen

* "Hoch" hat einen möglichen chirurgischen Eingriff (Fixation) zur Folge.

Aus der Zeitschrift Sportphysio 3/2015

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