• Arbeitssituation in Deutschland

    Traumberuf zu Albtraumlöhnen: Die Arbeitssituation der Physiotherapeuten in Deutschland.

     

Traumberuf zu Albtraumlöhnen

ARBEITSSITUATION IN DEUTSCHLAND: Schlechte Arbeits-bedingungen und eine miserable Bezahlung – das erleben viele Physiotherapeuten Tag für Tag. Manch einer kehrt dem Beruf frustriert den Rücken. Ist die deutsche Physiotherapie noch zu retten?

Der Verdienst ist ein Dauerthema unter den Physiotherapeuten. Auch Focus.de, Bild.de und Stern griffen das Thema bereits auf. So berichtete der Focus-Gehaltsmonitor 2011, dass Physio-therapeuten bundesweit mit einem durchschnittlichen Brutto-gehalt von 1.917 Euro im Jahr 2010 zu den Niedrigverdienern zählen. Im Vergleich zu 149 anderen Berufen lagen sie auf Platz 126. Im März 2013 gaben Bild.de und Stern die Zahlen der Gehaltsumfrage Lohnspiegel.de bekannt: Vollbeschäftigte männliche Physiotherapeuten mit zehn Jahren Berufserfahrung verdienen in Ostdeutschland im Schnitt 2.128 Euro brutto, im Westen 2.650 Euro brutto. Die Zahlen basieren auf Angaben von Physiotherapeuten. Physiotherapeutinnen im Osten bekommen dieser Statistik zufolge 1.964 Euro brutto und im Westen 2.446 Euro brutto. Wenig Geld, wenn man bedenkt, dass laut Stat. Bundesamt jeder private Haushalt (Durchschnitt von Single- und Familienhaushalten) heutzutage insgesamt 2.168 Euro für privaten Konsum wie Wohnen, Essen, Kleidung und Auto benötigt.

Längere Arbeitszeiten statt bessere Bezahlung
Die Folge der schlechten finanziellen Lage: Immer mehr Physio-therapeuten überlegen sich ernsthaft, ihren Beruf aufzugeben oder zumindest teilweise auf lukrativere Geschäftsfelder umzu-steigen. Das Gutachten Branchenmonitoring für Gesundheitsberufe Rheinland-Pfalz des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) an der Frankfurter Goethe-Universität lässt vermuten: Ähnlich wie in der Kranken- und Altenpflege könnte es bereits in sieben Jahren auch in der Physiotherapie zu einem Fachkräfte-mangel kommen. Schon 2011 fehlten in Rheinland-Pfalz laut IWAK knapp über 900 Physiotherapeuten – Stellen, die unbesetzt bleiben. Im Jahr 2020 werden es bereits 1.067 sein. Bei Pflege-kräften gehen die Experten davon aus, dass der Fachkräftemangel vor allem durch „verbesserte Arbeitsbedingungen“ verhindert werden kann. In der Physiotherapie raten sie ebenfalls zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Vergütungs-situation, schlagen aber zusätzlich vor, die Ausbildung zu erweitern z.B. durch Zusatzqualifizierungen für Masseure und medizinische Bademeister, die „stille Reserve“ an bereits vorhandenen Fachkräften zu mobilisieren und durch eine längere Wochen-, Lebens- und Nettoarbeitszeit eine „erweiterte Beschäftigung“ zu erreichen. Doch kann eine Zusatzqualifizierung den Fachkräftemangel verhindern? Löst eine längere Arbeitszeit wirklich alle Probleme?

 

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