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Update Schulter – Test von Kraft und Funktion

Die Untersuchung der Schulter ist für viele Physiotherapeuten tägliche Routine. Ein Handdynamometer hilft dabei, die Befunde zu quantifizieren und Kraftwerte miteinander zu vergleichen. Aber auch die Ausführung der Bewegung sollte man im Blick haben.

Das perfekt abgestimmte, notwendige Zusammenspiel unserer einzelnen Körperbestandteile zeigt sich an unserer Schulter sehr deutlich. Da das Schultergelenk nur wenig knöcherne Führung hat, ist die Stabilität vor allem durch Muskeln, Ligamente, Bänder, die Gelenkkapsel und Gelenklippe gegeben. Neben den Strukturen, die lokal das Schultergelenk unterstützen, wird auch die Wichtigkeit der kinetischen Kette, also das Zusammenspiel zwischen unterer Extremität und Rumpf, für die Schulterfunktion in der Literatur immer wieder besonders hervorgehoben.

Die Prävalenz von Schulterbeschwerden in unserer Gesellschaft liegt bei 7–26 %; in armbetonten Sportarten wie z. B. Volleyball bei bis zu 42 %. 50 % der Patienten mit Schulterbeschwerden sind nach 12 Monaten noch immer nicht beschwerdefrei. Enzler zeigte in seinem Beitrag in dieser Zeitschrift (Sportphysio 03/2018) bereits, wie Einschränkungen der Beweglichkeit des Schultergelenks und des Schulterblattes gezielt erkannt und behandelt werden können.

Weitere wichtige Bestandteile eines Screenings der Schulterregion sind, die Kraftverhältnisse der glenohumeralen und skapulothorakalen Muskulatur zu messen sowie die funktionelle Kette anhand von Funktionstests zu prüfen. Um diese bei Sportlern und Patienten mit sportlichen Ambitionen präventiv, nach Verletzung oder im Rehabilitationsverlauf therapiebegleitend durchführen zu können, haben wir, eine Arbeitsgruppe von Physiotherapeuten des Universitären Zentrums für Prävention und Sportmedizin Balgrist in Zürich, eine Zusammenfassung aktueller Testmöglichkeiten erarbeitet. Dieser Artikel soll basierend auf aktueller Literatur aufzeigen, wie Testungen so durchgeführt werden können, dass es zeitlich und räumlich für jeden Physiotherapeuten möglich sein sollte.

Kraftmessungen

Beim Screening empfiehlt es sich, Kraftverhältnisse zu messen. Diese können mit Normverhältnissen und Normwerten aus bestimmten Populationen verglichen werden, wozu immer mehr Ergebnisse publiziert werden. Falls bei Verletzungen Pre-Injury-Daten bestehen, können in der Rehabilitation auch diese als Richtwert verwendet werden. Der Limb Symmetry Index (LSI) der unteren Extremität kann bei der oberen Extremität nicht ganz so klar empfohlen werden, da viele Sportarten oder Berufe einen Arm deutlich stärker fordern. Allerdings zeigt die klinische Erfahrung doch, dass er als Richtwert häufig eine gute Orientierung bietet.

 

HINWEIS

Zur Durchführung der Kraftmessungen empfiehlt sich ein Handdynamometer. Dieses ist tragbar, benötigt wenig Platz und ist flexibel einsetzbar. In den erwähnten Studien werden die Modelle MicroFET 2 und Lafayette verwendet, da diese eine sehr gute Reproduzierbarkeit von Messergebnissen zeigen, wie im Anschluss aufgeführt wird. Es gibt aber auch noch zahlreiche andere Anbieter solcher Geräte.

Bei der Durchführung der Kraftmessungen sind die Position und Ausführung sehr abhängig von der Übung des Therapeuten und der Compliance der Testperson, weshalb eine gute Schulung und regelmäßige Durchführung empfohlen werden. Zweimalige Messungen werden durchgeführt, weil Ausweichbewegungen des Patienten das Ergebnis sehr verfälschen können. Abweichende Messungen können so leichter als Fehlmessungen erkannt werden.

Neben den isometrischen Krafttests werden in der Literatur auch Break-Tests beschrieben, mit denen die Widerstandskraft des Patienten gemessen werden kann. Da diese in der Durchführung etwas schwieriger sind und wir die Anzahl der Tests begrenzen wollten, haben wir uns auf isometrische Tests fokussiert.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier Update Schulter – Test von Kraft und Funktion

Aus der Zeitschrift Sportphysio 03/2020

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