• Australien zeigt seinen Besuchern viele faszinierende Gesichter: von weitläufigen Landstrichen ...

     
  • ... über pulsierende Großstädte wie Perth ...

     
  • ... bis hin zu gewaltigen Naturschauplätzen wie dem Ayers Rock.

     

Verantwortungsvolle Freiheit

DIREKTZUGANG IN AUSTRALIEN: In Australien können sich Patienten seit 1976 direkt vom Physiotherapeuten behandeln lassen – ohne ärztliche Überweisung. First Contact, flexible Honorare und Behandlungseinheiten klingen nach Traumbedingungen. Ein Besuch Down Under, in einem der ersten Länder mit Direktzugang zur Physiotherapie.

Brigitte Tampin weiß, wie es ist, in Australien als Physiotherapeutin zu arbeiten. Die Deutsche lebt seit 18 Jahren in Australien. Seit 11 Jahren hat sie eine eigene Praxis in Fremantle, einer Hafenstadt südlich von Perth. Wir besuchten sie dort und treffen sie in einem geräumigen Vorraum an ihrem Schreibtisch an. Schon als sie uns in ihr gemütliches Behandlungszimmer führt, sehen wir erste Unterschiede zu Deutschland: Im Raum steht nur eine Therapieliege. Keine Sprossenwand, kein Schlingentisch – in Australien gibt es keine Vorgaben zur Praxiseinrichtung. Das ist einer von vielen Unterschieden.

Ein Muss: ernste Krankheiten erkennen
Berichtet Brigitte Tampin von ihrer Arbeit, fällt ihr vieles ein, das in Deutschland anders geregelt ist. Kernpunkt: In Australien kommen die meisten Patienten ohne ärztliche Überweisung zu ihr in die Praxis. So zum Beispiel Alan. Er hat seit einer Woche Schmerzen im unteren Rücken mit Ausstrahlungen ins linke Bein. Alan erinnert sich, dass ihm die Physiotherapie bei einer Sportverletzung vor fünf Jahren schnell geholfen hat. Daher sucht er dieses Mal die Praxis der deutschen Therapeutin direkt auf und spart sich den Gang zum Arzt. Für die erste Therapieeinheit
nimmt sich Brigitte Tampin eine Dreiviertelstunde Zeit: Sie befragt Alan ausführlich zu seinen Beschwerden und untersucht ihn gründlich. Da Alan zuvor nicht bei seinem Arzt war, muss die Physiotherapeutin erst einmal über eine gewissenhafte differenzialdiagnostische Untersuchung ernsthafte Pathologien ausschließen.

In Australien müssen sich alle Physiotherapeuten nach ihrer Ausbildung beim National Registration Board registrieren und dürfen dann ohne ärztliche Verordnung Patienten behandeln (First Contact Practitioner). Durch den Direktzugang verfügen australische Physiotherapeuten über einen großen Handlungsspielraum. Er bringt ihnen eine immense Behandlungsfreiheit, überträgt ihnen aber auch viel Verantwortung: Die Rolle eines First Contact Practitioners erfordert ein breites Fachwissen, sehr gutes Clinical Reasoning sowie differenzialdiagnostische Fähigkeiten. Auch wenn selten ernsthafte Pathologien vorliegen, muss diese der Therapeut unbedingt erkennen.

 

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