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Zufriedenheit messen

Ob Timed-up-and-go, Muskelfunktionstest oder Berg Balance Scale – aussagekräftig sind sie alle. Darüber, wie zufrieden Patienten mit dem Ergebnis der Behandlung waren, können sie jedoch keine Aussage machen. Um die Ergebnisqualität im Sinne des Qualitätsmanagements zu beurteilen, braucht es einen zusätzlichen Test – zum Beispiel das Therapy Outcome Assessment.

Finanzielle Zwänge prägen die heutige Zeit. Für Physiotherapeuten wird es daher immer wichtiger, dass sie die Qualität ihrer erbrachten Leistungen belegen, unter anderem gegenüber den Kostenträgern. Wollen Therapeuten beispielsweise festhalten, dass sich durch ihre Behandlung die Kniegelenkbeweglichkeit bei einem Patienten verbessert hat, lässt sich dies zwar ganz einfach mit einem Goniometer bewerkstelligen. Allerdings fehlt hierbei die Sicht des Patienten. Möchte ein Therapeut, ein Praxis- oder Klinikteam im Sinne des Qualitätsmanagements ihre Ergebnisqualität aufzeigen, darf die Patientensicht in Bezug auf die Behandlung und das erreichte Ergebnis nicht fehlen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, zusätzlich beispielsweise zum Goniometer das Therapy Outcome Assessment (TOA) einzusetzen. Hierbei bewertet jeder Patient das Behandlungsergebnis, und zwar ganz gleich wegen welcher Beschwerden er zur Physiotherapie kam. Das Ausfüllen des TOA ist optimalerweise anonym, da nur so gewährleistet ist, dass die Patienten wahrheitsgemäß antworten. Das Ausfüllen geht schnell und stört nicht den klinischen Alltag, da die Patienten das Assessment ohne den Therapeuten vor der ersten und nach der letzten Behandlung ausfüllen. Haben mindestens 50 Patienten ihre Behandlung mittels des TOA beurteilt, kann der Therapeut oder das Team die Antworten auswerten und so Rückschlüsse auf die Zufriedenheit der Patienten ziehen.

Durchführung → Das TOA setzt sich aus der VAS- und der PGIC-Frage (Patients Global Impression of Change) zusammen ( PATIENTENINFORMATION, siehe S. 26 im PDF). Die VAS-Frage bezieht sich auf das Hauptproblem, das der Patient zusammen mit dem Therapeuten definiert, zum Beispiel Beweglichkeit eines Gelenks, Schmerz oder Kraft. Dieses Hauptproblem bewertet der Patient noch vor dem Beginn der Therapie (VASBeginn), indem er auf einem zehn Zentimeter langen Balken eine Position markiert. Je weiter die Markierung vom linken Balkenrand entfernt liegt, desto größer ist das Problem (0 cm = kein Problem/keine Einschränkung; 10 cm = Problem/Einschränkung maximal). Am Ende der Therapieeinheit trägt der Patient die Markierung erneut auf einer VAS ein (VASEnde), ohne zuvor noch einmal den Eintrag VASBeginn zu sehen. Damit dokumentiert er, wie sich das Hauptproblem aus seiner Sicht verändert hat. Von einer signifikanten Verbesserung oder Verschlechterung spricht man, wenn der Patient mindestens 20 mm Unterschied zwischen VASBeginn und VASEnde angibt. Mit der PGIC-Frage zieht der Patient am Ende der Therapieeinheit ein allgemeines Fazit zum Behandlungsergebnis. Hierfür beantwortet er die Frage „Wie geht es Ihnen im Vergleich zu vor der Physiotherapie bezüglich Ihres Hauptproblems?“, indem er eine Aussage ankreuzt: viel besser, besser, etwas besser, keine Veränderung, etwas schlechter, schlechter oder viel schlechter. Beide Fragen werden häufig in der Literatur beschrieben. Der PGIC gilt als Goldstandard für die Beurteilung von klinisch relevanten Veränderungen. Die VAS scheint sich ebenfalls zur Messung subjektiver Empfindungen zu eignen. Allerdings ist bisher noch nicht geprüft worden, ob die beiden Fragen zusammen als TOA die wissenschaftlichen Gütekriterien erfüllen. 

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Aus der Zeitschrift physiopraxis 3/2016

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