• Kopfverletzung © istock/susandaniels

     

Zusammenprall mit Kopfplatzwunde

Oft kommt es bei Mannschaftspielen zu Verletzungen, die noch auf dem Spielfeld versorgt werden müssen. Besonders heikel sind Kopfverletzungen mit klaffenden Platzwunden. Hier ist die ganze Aufmerksamkeit der Sportphysiotherapeuten gefragt, damit die Erstversorgung auf dem Spielfeld gelingt. Stefan Eschbach aus Freiburg beschreibt in einer Step-by-Step-Anleitung, welche Versorgungsschritte bei einer Kopfplatzwunde zu beachten sind und wie der Athlet im Krankenhaus weiter behandelt wird.

Erstversorgung nach Zusammenprall mit Kopfplatzwunde

Während eines Fußballspiels kommt es bei einem Gerangel vor dem Tor zu einem Zusammenprall zwischen Torwart und Stürmer. Der Stürmer bekommt einen Hieb mit der Faust oberhalb seiner rechten Augenbraue ab und bleibt blutend und regungslos am Bo-den liegen. Durch den Schlag kommt es zu einer klaffenden Platz-wunde über dem rechten Auge. Der Sportphysiotherapeut kommt auf den Platz und findet den Sportler nach dem Zusammenprall bewusstlos vor. Sofort informiert er alle Umstehenden über die Notfallsituation und ruft den Teamarzt oder den Rettungsdienst (112). 

Freihalten der Atemwege

Die Zunge ist hinten in den Rachen gerutscht, da die Muskeln die Spannung verloren haben, und liegt auf der Luftröhre. Nur durch Überstrecken des Kopfes sowie gleichzeitigem Ziehen des Kiefers und anschließender Seitenlagerung bekommt der Spieler wieder Luft.

Versorgung der Platzwunde

Für die Versorgung der Platzwunde zieht man Einmalhandschu-he zum Eigenschutz gegen übertragbare Krankheiten wie z. B. Hepatitis und HIV/Aids an. Dazu legt man eine sterile Saugkompresse unter eine acht Zentimeter breite Binde. Zu beachten ist bei der Saugkompresse, dass der saugende Anteil auf die Wunde gelegt wird. Falls eine silberhaltige Wundauflage zur Verfügung steht, wird mit der Auflage schon eine unspezifische Wunddesinfektion durchgeführt. Die Verpackungen dürfen nicht beschädigt sein. Eine durchgestrichene 2 bedeutet, hier wird ein Einmalprodukt verwendet: Es darf also kein zweites Mal eingesetzt werden.

Mit starkem Zug wird die erste Bindentour zirkulär um den Kopf abgewickelt. Um ein Verrutschen zu verhindern, wird eine Achtertour gebunden. Das heißt, man geht am Hinterkopf hinter dem linken Ohr nach vorne zum Kinn und steigt dann wieder vor dem rechten Ohr auf, geht über die Stirn vor dem linken Ohr wie-der am Kinn vorbei am rechten Ohr vorbei zum Hinterkopf. Im Kinnbereich darf der Zug nicht zu stark sein, um die Atmung nicht zu beeinträchtigen. Es folgt eine weitere zirkuläre Tour. Falls eine Bindenlänge nicht ausreicht, muss eine weitere verwendet werden. Zum Schluss wird die Binde mit einem Pflaster fixiert.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Zusammenprall mit Kopfplatzwunde

Aus der Zeitschrift Sportphysio 4/2015

Call to Action Icon
Sportphysio Jetzt kostenlos testen

Newsletter Physiotherapie

Quelle

Sportphysio
Sportphysio

EUR [D] 79,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Produkttipps

Medi-Taping im Sport
Dieter SielmannMedi-Taping im Sport

Leistungsfähigkeit erhöhen - Verletzungen vorbeugen

EUR [D] 19,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Sportverletzung • Sportschaden
Sportverletzung • Sportschaden

Grundlagen • Prävention • Rehabilitation

EUR [D] 148,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.