Paul Jaminet (Autor von "Perfect Health Diet"):

Ein wichtiger Aspekt Ihres Buches ist das intermittierende Fasten, das momentan in Deutschland stark im Trend liegt. Sie empfehlen, mindestens 12 Stunden am Tag nichts zu essen und geben selbst sogar an, im Allgemeinen 16 Stunden täglich auf Nahrung zu verzichten. Ich bin auf die sogenannte „goldene 14-Stunden-Regel“ gestoßen, die besagt, dass man am besten 14 Stunden zwischen zwei Mahlzeiten vergehen lassen sollte. Was halten Sie davon?

Für die Gesundheit ist es besonders wichtig, eine zwölfstündige „Nacht“ zu haben, in der wir entspannen können und keinen Stimulantien ausgesetzt sind, die, bezogen auf die Umwelt unserer Ahnen, nur tagsüber verfügbar waren: Etwa blaues Licht, körperliche Aktivität, gesellschaftlicher Stress und Lebensmittelzufuhr. Eine gute Faustregel lautet, dass die Mahlzeiten in den zwölf dem Schlaf entgegengesetzten Stunden eingenommen werden sollten. Wenn jemand also von zehn Uhr abends bis sechs Uhr morgens (22 Uhr bis 6 Uhr) schläft, sollte er zwischen zehn Uhr am Vormittag und sechs Uhr am Nachmittag (10 Uhr bis 18 Uhr) Nahrung zu sich nehmen. Das führt ganz automatisch zu einem 8-stündigen Essens- und einem 16-stündigen Fastenzeitfenster.
Es ist generell empfehlenswert, einen Großteil der Kalorien eher zu Anfang des Essenszeitfensters zu verzehren. Demnach sollte die Mittagsmahlzeit am reichhaltigsten ausfallen. Optimal für die Gesundheit ist es, wenn die Verdauungsarbeit vor dem Zubettgehen abgeschlossen ist und unser Darm während wir schlafen zur Ruhe kommt. Essen wir zu spät, sind die Darmbakterien in der Nacht zu aktiv, sodass immungenetische Moleküle abgestorbener Darmbakterien zusammen mit Nahrungsmittelmolekülen genau dann in den Körper eindringen, wenn unser Immunsystem dabei ist, Bakterien aufzustöbern, um sie zu zerstören. Die Folge sind eine erhöhte Entzündungs- und Immunaktivität in der Nacht, die sowohl unseren Schlaf wie auch die Gesundheit beeinträchtigen.
Noch offen ist die Frage, wann man am besten mit dem Essen beginnen sollte – ob möglichst bald nach der ersten Exposition mit Tageslicht oder erst ein paar Stunden später, um auf diese Weise die Fastenphase zu verlängern. Hingegen besteht kein Zweifel, dass die Nahrungsaufnahme noch vor dem Einsetzen der Nacht, mindestens drei Stunden vor dem Zubettgehen, abgeschlossen sein sollte.

Sie dürfen dieses Interview ganz oder in Auszügen für Ihre Berichterstattung in Verbindung mit der Vorstellung des Buches gerne verwenden. Sprechen Sie uns hierzu bitte an: corinna.spirgat@thieme.de, Tel.: 0711 8931-293.

   

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Perfect Health Diet
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