Änderung der Impfempfehlung für Gelbfieber: einmal Impfen reicht

Düsseldorf, Mai 2013 – Für einen lebenslangen Schutz vor einer Gelbfieberinfektion ist eine einzelne Impfung ausreichend. Eine Impfauffrischung alle zehn Jahre, wie bislang empfohlen, ist nicht erforderlich. Dies teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am vergangenen Freitag mit. Das CRM Centrum für Reisemedizin begrüßt diese Aktualisierung der Impfempfehlung. Reisende sollten jedoch beachten, dass sich die Einreisevorschriften von Ländern mit Gelbfieber-Impfpflicht trotz der aktualisierten Impfempfehlung der WHO, voraussichtlich vorerst nicht ändern werden.

„Bislang lautete die Empfehlung an Reisende, die Impfung gegen Gelbfieber alle zehn Jahre auffrischen zu lassen“, erklärt Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Jetzt gab die WHO aufgrund der Auswertung epidemiologischer Daten bekannt, dass eine einmalige Impfung mit einem herkömmlichen Gelbfieberimpfstoff andauernden Schutz vor der Infektionskrankheit bietet. „Das Centrum für Reisemedizin begrüßt diese Aktualisierung der Impfempfehlung, wonach Reisende und Bewohner von Endemiegebieten nur eine einmalige Impfung gegen Gelbfieber benötigen, ausdrücklich“, so Jelinek.

Nach Angaben des für Impfungen zuständigen Beratergremiums der WHO, SAGE, sind seit Entwicklung der Gelbfieberimpfung in den 1930er-Jahren 600 Millionen Dosen des Impfstoffs verabreicht worden. In nur zwölf Fällen sei eine Erkrankung trotz Impfung registriert worden. In diesen Fällen war die Virusinfektion allerdings bereits innerhalb der ersten fünf Jahre nach Verabreichung der Impfung aufgetreten. „Die Experten von SAGE haben keinen Hinweis darauf, dass der Immunschutz nach einer einmaligen Impfung gegen Gelbfieber mit der Zeit nachlässt“, so Jelinek. „Die extrem seltenen Fälle von sogenanntem Impfversagen führen sie auf andere Effekte zurück.“

Gelbfieber ist eine Infektionskrankheit, die in den tropischen Regionen Afrikas, Mittel- und Südamerikas auftritt. Stechmücken übertragen das Virus. Die Infektion beginnt mit hohem Fieber, Übelkeit und Schmerzen. In vielen Fällen heilt die Krankheit von alleine aus. Bei einigen Patienten entwickeln sich jedoch Leberschäden bis hin zur Gelbsucht und es kommt zu Blutungen, gefolgt von Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nieren-Versagen. Dieser schwere Verlauf führt häufig zum Tode. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jährlich rund 200 000 Menschen an Gelbfieber erkranken.

Die Impfung gegen Gelbfieber erfolgt mit einem sogenannte Lebendimpfstoff, also mit abgeschwächten Viren, die sich noch vermehren können und eine Immunantwort auslösen. Sie darf hierzulande nur in autorisierten Gelbfieberimpfstellen durchgeführt werden. Die Impfung ist ab dem zehnten Tag nach Verabreichung wirksam, des weiteren müssen Zeitabstände zu verschiedenen anderen Impfungen eingehalten werden. Reisende sollten sich also frühzeitig vor Antritt einer Reise reisemedizinisch beraten und empfohlene Impfungen durchführen lassen.

Bei der Einreise in manche afrikanische, südamerikanische und asiatische Staaten ist der Nachweis einer Gelbfieberimpfung verpflichtend, sofern man aus einem Land einreist, in dem Gelbfieber verbreitet ist (Diese Vorschrift gilt auch für Tran-sit-Aufenthalte). In diesen Fällen wird eine aktuelle, also mindestens alle zehn Jahre aufgefrischte Impfung verlangt. Diese Einreisevorschriften von Ländern mit Gelbfieber-Impfpflicht werden sich trotz der aktualisierten Impfempfehlung der WHO, voraussichtlich vorerst nicht ändern.

Quelle:
http://www.who.int/mediacentre/news/releases/2013/yellow_fever_20130517/en/index.html

Liste von Gelbfieberimpfstellen: http://www.crm.de/impfstellen.html