Asperger – Leben in zwei Welten

Stuttgart, März 2012 - Das Asperger-Syndrom ist eine Form des Autismus, die mittlerweile bei jedem 300. Kind diagnostiziert wird. Für Eltern und Betroffene stellen sich viele Fragen: Was heißt das für den weiteren Lebensweg? Wie sieht es mit Partnerschaft und engen Freunden aus? Wird die Berufswahl eingeschränkt sein? In dem Buch „Asperger – Leben in zwei Welten“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2012) erzählen sieben Betroffene aus ihrem Leben. Die Autorin Dr. Christine Preißmann ist Ärztin und Betroffene zugleich. Sie kommentiert die Erfahrungsberichte. So zeigt das Buch Lösungen und Wege, mit Asperger ein eigenständiges Leben zu führen.

Die Diagnose Asperger-Syndrom lässt viele Betroffene hilflos zurück. Sie und ihre Angehörigen wollen wissen, was die Diagnose für ihr weiteres Leben bedeutet. Nach Recherchen im Internet und dem Durcharbeiten spezieller Fachliteratur wird vieles klarer, manches nicht. Ursachen, Denkweisen und Reaktionen werden verständlich, aber Informationen zu den lebenspraktischen Aspekten sowie konkrete Ratschläge, wie man mit dem Asperger-Syndrom zurechtkommt, fehlen häufig. „Genau das bietet dieses Buch. Es will Menschen mit Asperger-Syndrom darin bestärken, eigene Lösungen zu suchen und den Angehörigen vermitteln, welche Probleme bestehen und welche Hilfsmöglichkeiten es geben könnte“, erklärt Preißmann.

Sieben betroffene Erwachsene schildern in ausführlichen Erfahrungsberichten, wie ihr Leben aussieht und bisher verlief. Es geht um die Bereiche Schulzeit, Ausbildung und Beruf, Partnerschaft und Beziehungen, Freizeit und Wohnen sowie Gesundheit und Krankheit. Die Betroffenen beschreiben typische Hürden und schwierige Situationen und zeigen Lösungen, um diese zu meistern.

Zusätzlich zu den persönlichen Schilderungen liefert das Buch fachliche Erläuterungen und allgemeine Hilfsmaßnahmen. Exkurse widmen sich Themen wie Stressmanagement oder Mobbing. Auch Themen wie Kleidung, Gesundheitsvorsorge, Entspannung, Sexualität oder Kinderwunsch werden angesprochen.

Wissenswertes: Das Asperger-Syndrom
Das Asperger-Syndrom ist eine autistische Störung. Sie bleibt oft bis ins Kindergarten- oder sogar Schulalter hinein unerkannt, da erst im regelmäßigen Kontakt mit Gleichaltrigen die Schwierigkeiten der betroffenen Menschen deutlich werden. Der Erstbeschreiber und spätere Namensgeber war Hans Asperger (1938). Die Bandbreite und die Ausprägung der mit dem Asperger-Syndrom einhergehenden Merkmale variieren stark. Christoper Gillberg, ein schwedischer Arzt, beschrieb die folgenden sechs Diagnosekriterien: Soziale Beeinträchtigung, eingeengte Interessen, Wiederholungsroutinen, Rede- und Sprachprobleme, Probleme mit der nonverbalen Kommunikation sowie motorische Unbeholfenheit.

Die Autorin:
Dr. Christine Preißmann ist Ärztin und hat selbst Asperger. Sie hat mehrere Bücher und Artikel zum Thema veröffentlicht und ist rege in der Aufklärung und Selbsthilfeszene unterwegs.

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