Asthma: Raucher und ältere Menschen leiden am meisten

Stuttgart, April 2009 – Atemnot, Müdigkeit und Leistungsabfall schränken die Lebensqualität von Asthmapatienten ein. Am meisten leiden einer Studie in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2009) zufolge Raucher und ältere Erkrankte.

Die Lebensqualität von chronisch kranken Menschen kann mithilfe von Fragebögen gemessen werden, die Forscher für einzelne Erkrankungen entwickelt haben. Ein international verbreiteter Fragebogen zum Asthma bronchiale ist der in Großbritannien entworfene St. George's Respiratory Questionnaire. Allgemeinmediziner der Universität Göttingen haben ihn jetzt erstmals an deutschen Hausarztpatienten angewendet - und die Antworten mit denen einer Gruppe gesunder Menschen aus Spanien verglichen. Ein solcher "internationaler" Austausch ist laut Dr. Eva Blozik von der Universität Göttingen und ihren Forschungskollegen statthaft, da die Symptome der Erkrankung in allen Ländern gleich sind.

Die Antworten der Patienten zeigen: Die chronische Atemwegserkrankung schränkt die Lebensqualität in allen Bereichen ein. Am meisten macht den Patienten die verminderte körperliche Belastbarkeit zu schaffen. Hier lagen die Werte im Fragebogen siebenfach höher als bei Gesunden, bei den körperlichen Symptomen (Atemnot) waren die Werte vierfach höher, während sich die Asthmakranken in ihren alltäglichen Aktivitäten kaum behindert fühlen. Im "Gesamtscore" waren die Werte um den Faktor 3 höher als bei den Gesunden. Das entspricht insgesamt einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität durch die Asthmaerkrankung, urteilen die Experten.

Unter den Asthmapatienten selbst gibt es deutliche Unterschiede. Am schlechtesten ist die Lebensqualität bei den Rauchern. Sie leiden, in Abhängigkeit von der Zahl der täglichen Zigaretten, vor allem unter Atemwegssymptomen. Die von Ärzten geforderte und durch strukturierte Behandlungsprogramme (Disease-Management-Programme, DMP) geförderte Nikotinabstinenz hat nach Einschätzung von Dr. Blozik durchaus ihre Berechtigung. Die Studie ergab außerdem, dass sich die Lebensqualität der Patienten im Alter verschlechtert. Schließlich fanden Dr. Blozik und ihr Team heraus, dass die Erkrankung Arbeitern stärker zusetzt als Angestellten. Auch ein niedriger Bildungsstand ging mit einer verminderten Lebensqualität einher. Die Autoren hoffen, dass ihre Ergebnisse von den DMP aufgenommen werden, um die Therapie besser auf jene Patienten auszurichten, deren Lebensqualität durch die Asthmaerkrankung am meisten herabgesetzt wird.

E. Blozik et al.:
Gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Asthmapatienten in der Hausarztpraxis.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2009; 134 (17): S. 873-878

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