Beschwerdefrei seit der Ernährungsumstellung – ein Erfahrungsbericht

Redemanuskript von Gabriele Lendle, Rheuma-Patientin, Veganerin, Hobby-Köchin

Vor mehr als 10 Jahren erkrankte ich an Rheuma. Die Diagnosen der Ärzte lauteten „entzündliche Polyarthritis“ und „Weichteilrheuma“. Eine Überweisung zum Rheumatologen lehnte ich seinerzeit ab. Ich wollte mich nicht in die Mühlen der Schulmedizin begeben und auf gar keinen Fall Kortison nehmen.

Ich ging damals zu einer chinesischen Orthopädin in Stuttgart, die neben der Orthopädie auch die TCM, also die Traditionelle Chinesische Medizin praktizierte. Sie empfahl mir, mich nach der Ernährungsform der 5 Elemente zu ernähren. Das notwendige Wissen habe ich mir angelesen und von da an nach den 5 Elementen gekocht und gegessen. Meine chinesische Orthopädin begleitete meine neue Ernährung mit Akupunktur und chinesischen Heilkräutern.

Nach zwei Jahren war ich komplett beschwerdefrei! Ich hatte zwar noch Rheumawerte im Blut, aber meine Lebensqualität hatte sich deutlich gebessert.

5-Elemente-Ernährung und Vollwertkost

Durch Zufall traf ich dann auf Bücher des „Vollwertpapstes“ Dr. Max Otto Bruker. Er vertrat die Ansicht, dass jede Krankheit ihre Ursache im Mangel an Vitalstoffen habe. Die 5-Elemente-Ernährung ist im Grunde nicht vegetarisch oder gar vegan, rät jedoch von Milchprodukten ab, weil sie den Körper verschleimen. Dr. Bruker empfiehlt den weitestgehenden Verzicht auf Fleisch, Fisch, Eier und bei manchen Krankheitsbildern sogar den kompletten Verzicht auf Milchprodukte aller Art.

Ich habe mich über einen Zeitraum von gut 10 Jahren aus einer Kombination aus 5-Elemente-Ernährung und der vitalstoffreichen Vollwertkost ernährt und fühlte mich ausgesprochen wohl damit. Zu rund 95 Prozent habe ich vegetarisch gelebt, aber es gab auch schon mal ein Bio-Huhn von Demeter zu ca. 25 Euro das Stück oder ab und zu Fisch. Eier und Milchprodukte, insbesondere Käse, waren in meiner Ernährung absolut erlaubt. Von „vegan“ war damals noch keine Rede.

Gichtanfall nach zehn Jahren Beschwerdefreiheit

Bis ich dann im Januar 2010 aus heiterem Himmel einen Gichtanfall bekam! Ein solcher Anfall äußert sich im Anschwellen des Großzehengelenks, was höllische Schmerzen verursacht. Ich passte in keinen Schuh mehr rein und konnte das Haus kaum mehr verlassen.

Was die Schulmedizin bei einem Gichtanfall zu bieten hat, war absolut nicht mein Fall. Da ein Gichtanfall meistens mit der Übersäuerung des Körpers zusammenhängt, lebte ich von nun an vegan, obwohl mir dies noch gar nicht als „vegan“ bewusst war. Ich habe nur noch Obst und Gemüse, viel Kartoffeln und Hirse gegessen und Kräutertees getrunken. Auf Alkohol wie Prosecco und Rotwein habe ich komplett verzichtet.

Fasten kurbelt die Selbstheilungskräfte an

Im März 2010 machte ich eine 10-tägige Fastenkur, bei der es nur Wasser und Tee gab. Während des Fastens bekam ich prompt wieder einen Gichtanfall. Der Arzt, der unsere Fastengruppe betreute, meinte damals, es sei nicht ungewöhnlich, dass die letzte nicht ausgeheilte Krankheit beim Fasten als Erstes wieder aufflamme. Er empfahl mir aber, auf jeden Fall die Kur weiterzuführen. Das Fasten aktiviere die Selbstheilungskräfte – den inneren Arzt, den jeder in sich hat. Er regte an, mich nach dem Fastenbrechen zu Hause nicht nur vegetarisch, sondern komplett vegan zu ernähren. Zumindest so lange, bis dieser Gichtanfall komplett ausgeheilt sei.

Nach vier Wochen ganz ohne tierliche Produkte waren nicht nur die Gelenkschmerzen verschwunden. Ich habe mich im Ganzen so prima, leicht, energiegeladen und gesund gefühlt, wie noch nie zuvor in meinem Leben! Bei mir wurde zwar nie eine Laktose-Unverträglichkeit diagnostiziert, aber ich habe in dieser Zeit gespürt, dass ich Milchprodukte eigentlich nie gut vertragen habe. Nach einem Cappuccino oder dem Genuss von Joghurt oder insbesondere auch Käse habe ich mich immer unangenehm voll gefühlt. Wie viel besser fühle ich mich, seit ich das von meinem Speiseplan gestrichen habe!

Ab jetzt vegan!

Natürlich war die Umstellung am Anfang eine Herausforderung. Meine Experimentierfreude kennt aber bis heute keine Grenzen! Ich habe schon immer gern gekocht und fand es spannend, Alternativen zu den bisher verwendeten tierlichen Lebensmitteln zu finden. Tatsächlich esse ich heute abwechslungsreicher und leckerer als je zuvor!

Was mich dazu veranlasst hat, ein Kochbuch zu schreiben, war die bis heute immer wiederkehrende Frage von Freunden und Bekannten: „Was bitte isst und kocht man jeden Tag ohne Fleisch, Fisch, Eier, Butter, Milch, Sahne, und ohne KÄSE!!??? Ich habe oft geantwortet: „Mann, ich schreibe Euch noch ein Kochbuch!“ „Ab jetzt vegan!“ ist das Ergebnis!

Ich gebe darin meine Erfahrungen und Tipps weiter, mit welchen Lebensmitteln tierliche Produkte ersetzt und die Mahlzeiten abwechslungsreich und lecker gestaltet werden können (S. 12 ff.). Aber auch, wie man sich beispielsweise in Restaurants vegan ernähren kann, in Hotels, auf Geschäftsreisen oder auch bei nicht veganen Freunden, wenn Sie beispielsweise zum Grillen eingeladen werden … (S. 19 f.).

Die Rezepte sind 100 Prozent vegan, vitalstoffreich und zudem frei von ungesundem Haushaltszucker, der entweder durch Ahornsirup, Reismalz oder Vollrohrzucker ersetzt wird, und fast frei von ungesundem Weißmehl.

Probieren Sie es selbst aus – vegan zu essen ist absolut köstlich und Sie werden sich nach ein paar Tagen wunderbar fühlen!


Es gilt das gesprochene Wort.
München, Oktober 2012

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