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    Publikationsfreiheit für eine starke Bildungsrepublik. © ellagrin, Fotolia.com

     

Bildung in Deutschland stärken – Über 900 Autoren und Verlage richten Appell an Politik

Appell der Autoren und Verlage für Publikationsfreiheit und eine vielfältige Verlagslandschaft / Bereits über 900 Unterzeichner / Appell und Hintergründe unter www.publikationsfreiheit.de

Stuttgart, Februar 2017 – Publikationsfreiheit für eine starke Bildungsrepublik: Führende Verlage, Autorinnen und Autoren vor allem aus dem Bildungs- und Wissenschaftsbereich appellieren an die Bundesregierung und die Länder, ihre Rechte bei den anstehenden Reformplänen im Urheberrecht zu wahren. „Die Bildungsrepublik braucht freie Autorinnen und Autoren und eine vielfältige Verlagslandschaft mehr denn je“, lautet der Titel des Appells, den bereits über 900 Autoren, Verleger und ihre Mitarbeiter, Studierende und Bürger unterstützen. Die Verleger Matthias Ulmer (Verlag Eugen Ulmer) und Albrecht Hauff (Thieme Gruppe) haben den Appell in dieser Woche auf der Webseite www.publikationsfreiheit.de gestartet.

„Eine pluralistische und innovative Gesellschaft lebt vom freien Austausch von Wissen, Meinungen und Ideen. Unsere Verfassung garantiert dafür Meinungs-, Presse- und Wissenschaftsfreiheit. In einer Zeit, in der es wichtiger denn je ist, die Grenzen zwischen Fakten und Wissen auf der einen Seite und Behauptungen und Halbwissen auf der anderen Seite klar zu ziehen und zu verteidigen, müssen diese Grundrechte erst recht gestärkt werden“, heißt es in dem Appell. „Um ihren Beitrag dazu leisten zu können, müssen Autorinnen und Autoren frei entscheiden können, wo und wie sie ihre Inhalte publizieren und dafür auf eine große Vielfalt unabhängiger Verlagsangebote zurückgreifen können. Der Weg in die Abhängigkeit von einigen wenigen global agierenden Medienanbietern oder gar in ein staatliches Publikationswesen führt zu einem Verlust von Qualität und Vielfalt – und letztlich von Bildung, Deutschlands wichtigstem Rohstoff.“

Existenz von Autoren und Verlagen in Gefahr

Gesetzgeber, Wissenschaftsorganisationen und Bibliotheksverbände greifen mit ihren Reformplänen die zentralen Rahmenbedingungen und damit die Existenzgrundlage von Autoren und Verlagen an: Die Bundesregierung plant, das Urheberrecht im Bereich Bildung und Wissenschaft deutlich einzuschränken. So sollen laut eines aktuellen Referentenentwurfs für ein Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft (Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz – UrhWissG) beispielsweise die Lizenzangebote der Verlage für die Nutzung wissenschaftlicher Werke und Lehrbücher keine Rolle mehr spielen. Vor einigen Monaten hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung außerdem eine umfassende Open-Access-Strategie vorgestellt, die wissenschaftlichen Autoren künftig vorschreiben will, wo und wie sie ihre Werke publizieren. Darüber hinaus fordern Bibliotheken mit zunehmender Vehemenz die freie Vervielfältigung und Ausleihe von E-Books, ohne Autoren und Verlagen eine marktgerechte Vergütung zukommen lassen zu müssen.

„Die Initiatoren der Reformpläne ignorieren damit sämtliche privatwirtschaftlich erbrachten Leistungen von Autoren und Verlagen. Sie nehmen in Kauf, die gesamte bestehende Publikations-Infrastruktur vom Autor über den Verlag bis zum Fachbuchhandel zu zerstören, ohne nachhaltige und professionelle Alternativen bereitstellen zu können“, so die Verfasser des Appels. „Mit der Einschränkung der Publikationsfreiheit und des Urheberrechts drohen unsere vielfältige und weltweit vorbildliche Medienlandschaft und damit auch unsere freie, demokratische Gesellschaft Schaden zu nehmen. Die Innovationskraft und damit die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land werden gebremst.“

Appell und Hintergründe

Die Unterschriftenliste sowie weiterführende Informationen zu den Kritikpunkten und Forderungen sind abrufbar unter www.publikationsfreiheit.de.

 

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