Chikungunya überwindet den Atlantik: Virus erstmals in der Karibik registriert

Düsseldorf, Januar 2014 – Seit Dezember 2013 wurden auf mehreren karibischen Inseln Infektionen mit Chikungunya-Fieber registriert. Es ist das erste bekannte Auftreten dieser mückenübertragenen Virusinfektion auf den amerikanischen Kontinenten. Bislang trat die Erkrankung vorwiegend in Asien und Afrika auf. Da die Überträgermücke des Chikungunya-Fiebers in Süd- und Mittelamerika ansässig ist, ist mit einer weiteren Ausbreitung der Erkrankung in der Region zu rechnen. Reisende in die Karibik sollten sich umfassend vor Mückenstichen schützen, empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin. Eine Impfung oder Medikamente zur Behandlung der Erkrankung existieren nicht.

Anfang Dezember 2013 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals zwei Fälle von Chikungunya-Fieber im französischen Teil der Insel St. Martin bestätigt. Bis Ende Januar 2014 wurden dort 393 Erkrankungen registriert, es gibt derzeit mindestens 610 weitere Verdachtsfälle. Auch auf den Inseln Saint-Barthélemy, Dominica, Guadeloupe, Martinique sowie den Jungferninseln ist die Erkrankung aufgetreten. Allein in Martinique haben sich bis Ende Januar 267 Menschen infiziert, mindestens 655 weitere Verdachtsfälle wurden gemeldet.

"Wir gehen von einer weiteren geografischen Ausbreitung des Virus, vor allem nach Mittel- und Südamerika, aus. Die Infektion erfolgt durch die Asiatische Tigermücke, die in der Region weit verbreitet ist und dort auch Dengue-Fieber überträgt", sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. "Konsequenter Mückenschutz wird für Reisende in diese Regionen deshalb immer wichtiger."

Chikungunya-Infektionen treten regelmäßig in Afrika, Südostasien, dem indischen Sub-kontinent und auf den Inseln im Indischen Ozean auf. Auch in Europa ist es bereits vereinzelt zu Übertragungen gekommen. Die Infektion zeigt sich durch hohes Fieber, starke Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und wird manchmal von einem Hautausschlag begleitet. In der Regel heilt sie ohne Komplikationen von allein aus. Bei Säuglingen, älteren Menschen oder chronisch Kranken kann es jedoch zu schweren Verläufen kommen.

Da keine Impfung oder ursächliche Behandlungsmöglichkeit existiert, sollten Reisende, die sich in Verbreitungsgebieten aufhalten, auf umfassenden Mückenschutz - sowohl tagsüber als auch nachts - achten. Tagsüber ist helle und geschlossene Kleidung empfehlenswert. Dunkle Kleidung lockt Mücken eher an. Da Moskitos durch dünne Materialien hindurch stechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren. Für freie Hautstellen empfehlen sich mückenabweisende Mittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyl-m-Toluamid) in einer Konzentration ab 30 Prozent. Moskitonetze über dem Schlafplatz und an Fenster und Türen sind abends und nachts als Schutz vor den Insekten ratsam.