• Selbstgemachte Gnocchi mit Mandelpesto © Anke Schuetz, TRIAS Verlag

    Voll mit Ballaststoffen, proteinreich, zuckerfrei und lecker: Selbstgemachte Gnocchi mit Mandelpesto © Anke Schütz, TRIAS Verlag

     

Darmgesund kochen: Was bewirkt was im Darm?

Stuttgart, April 2018 – Im Verdauungsprozess wird jedes Lebensmittel so zerlegt, dass der Körper daraus Energie und Nährstoffe gewinnen kann. Wie gut Magen und Darm mit den einzelnen Nahrungsbestandteilen umgehen können, ist sehr individuell. So treten bei manchen Menschen Bauchschmerzen, Völlegefühl oder Blähungen gehäuft auf, was äußerst belastend sein kann. Gastroenterologe Professor Martin Storr und Food-Bloggerin Julia Weissbrod geben Betroffenen in „Darmgesund kochen“ (TRIAS Verlag, Stuttgart. 2018) verständliches Hintergrundwissen und leckere Rezepte an die Hand, um die Lebensmittel so auszuwählen, dass sich die Verdauung beruhigt. Sie erklären außerdem, wie der Darm auf Low-Carb-, Paleo- oder Superfood-Diäten reagiert.

In ihrem Ratgeber klären die Autoren darüber auf, wie die verschiedenen Nahrungsbestandteile verdaut werden und welche Beschwerden damit einhergehen können. Der Mensch sollte zum Beispiel jeden Tag 30 Gramm Ballaststoffe zu sich nehmen. Sie sind in Nüssen, Getreideprodukten und Hülsenfrüchten genauso enthalten, wie in Bananen, Zwiebeln oder Kaffee. Ballaststoffe sind Kohlenhydrate, die im Dünndarm nicht abgebaut und deshalb im Dickdarm von Bakterien zersetzt werden. Die Bakterien produzieren dabei unter anderem Essigsäure und Propionsäure, die eine gesunde Darmflora fördern und die lokale Immunabwehr unterstützen. Gleichzeitig entstehen vermehrt Darmgase, die zu Blähungen führen. „Die positiven Gesundheitswirkungen einer ballaststoffreichen Diät sind gut belegt. Leider tragen die unterschiedlichen Ballaststoffe aber auch zu verschiedensten Verdauungsbeschwerden bei“, so die Autoren. Ballaststoffe liegen zum Beispiel oft schwer im Magen und regen die Darmmuskulatur im Dünndarm zu kräftigen Bewegungen an, die schmerzhaft sein können.

Wer, wie beispielsweise bei einer Low-Carb-Diät, grundsätzlich wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt, der reduziert häufig auch die Aufnahme von Ballaststoffen. Der Stuhlgang wird härter und weniger. Es entstehen weniger Darmgase, die geruchsintensiver sind. Wenn man vorher unter häufigem Stuhlgang und Blähungen litt, kann das vorteilhaft sein.

Zu jedem der 70 Rezepte im Buch geben die Autoren detailliert an, ob das Gericht besonders viel Omega-3-Fettsäuren, Zucker, Proteine und Ballaststoffe oder Fodmaps, Fruktose, Gluten, Histamin und Laktose enthält. So kann sich jeder seinen individuell darmverträglichen Ernährungsplan zusammenstellen. Für einen Low-Carb-Tag schlagen die Autoren beispielsweise Rührei mit Tomaten und Speck zum Frühstück, gedünsteten Brokkoli mit Parmesan und Pinienkernen zum Mittag und rotes Rindfleisch-Curry am Abend vor.

Die Autoren:

Professor Dr. med. Martin Storr ist als Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am Zentrum für Innere Medizin in Gauting und am Zentrum für Endoskopie in Starnberg tätig. Darüber hinaus lehrt er an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Julia Weissbrod ist selbst vom Reizdarmsyndrom betroffen und hat schon viele Ernährungsformen ausprobiert – manche davon halfen, einige davon nicht. Ihre Rezepte und Erfahrungen mit der fodmap-Diät teilt sie auf ihrem Blog „die fodmap-Köchin“.

Wissenswertes: Fakten zu Magen und Darm

  • Sechs bis acht Meter legen Speisen auf dem Weg durch unseren Körper zurück. Für diese Strecke benötigen die Nahrungsmittel je nach Zusammensetzung zwischen zwei und vier Tage.
  • Der Magen kann bis zu 1,5 Liter Inhalt fassen und hat besonders kräftige Muskeln.
  • Die Gesamtlänge des Dünndarms kann bis zu fünf Meter betragen. Durch Vorwölbungen und Zellausstülpungen ergibt sich eine Gesamtoberfläche der Dünndarmschleimhaut von der Größe eines Fußballfeldes.
  • Sechs bis acht Liter verschiedene Flüssigkeiten produziert der Körper für die Verdauung, die dem Speisebrei im Dickdarm wieder entzogen werden.
  • Jede Nahrungsaufnahme regt den Enddarm an, „Platz zu schaffen.“

 

Buchtipp

Darmgesund kochen
Martin Storr, Julia WeißbrodDarmgesund kochen

Wie die richtige Ernährung Ihren Darm beruhigt

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