Dengue-Fieber in Mittel- und Südamerika breitet sich rasant aus – Bei Reisen auf Mückenschutz achten

Düsseldorf, September 2011 – In den Ländern Mittel- und Südamerikas sowie im nordamerikanischen Mexiko treten immer mehr Fälle von Dengue-Fieber auf. In Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Paraguay, Peru und Mexiko sind seit Beginn des Jahres nahezu eine Millionen Menschen an der Virusinfektion erkrankt. Das Risiko nimmt insbesondere während der Regenzeit von Mai bis Oktober zu, da sich in dieser Zeit die übertragenden tagaktiven Mücken stark vermehren. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden, die diese Länder besuchen, sich vor Mückenstichen zu schützen.

Allein in Brasilien sind seit Beginn des Jahres mehr als 715 000 bestätigte Fälle von Dengue-Fieber aufgetreten, 312 Menschen sind dort an der Erkrankung gestorben. „Auch die von Touristen besuchten Regionen, beispielsweise der Bundesstaat Rio de Janeiro, sind betroffen“ sagt Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Die tatsächlichen Erkrankungszahlen in den Ländern Mittel- und Südamerikas liegen vermutlich noch deutlich höher, da nicht jede Erkrankung gemeldet und als Dengue-Fieber erkannt und bestätigt wird.“

Die WHO schätzt, dass weltweit jedes Jahr rund 50 Millionen Menschen am Dengue-Fieber erkranken und etwa 2,5 Prozent der Erkrankten an der Infektion sterben. Die Krankheit kommt in den tropischen und subtropischen Regionen weltweit vor. In den vergangenen Jahrzehnten hat sowohl die Zahl der Erkrankungen als auch die geografische Verbreitung des Virus erheblich zugenommen. Auch in touristisch stark frequentierten Regionen tritt Dengue-Fieber auf: So meldeten die Gesundheitsbehörden der Bahamas bisher 3000 Erkrankungsfälle seit Beginn des Jahres 2011. Das Fieber gehört deshalb auch zu den am häufigsten importierten Infektionen bei europäischen Reiserückkehrern. Im Jahr 2009 registrierte das Robert-Koch-Institut 298 Fälle der Tropenkrankheit in Deutschland.

Die Übertragung des Virus erfolgt durch tagaktive Tigermücken. Etwa zwei bis zehn Tage nach dem Mückenstich tritt die grippeähnliche Erkrankung auf: Hohes Fieber sowie starke Kopf- und Gliederschmerzen sind typische Symptome, machmal kommt es zusätzlich zu einer flüchtigen Hautrötung. Obwohl das Fieber und die Schmerzen nach etwa einer Woche abklingen, leiden die Patienten meistens noch mehrere Wochen unter allgemeiner Abgeschlagenheit. "Die erstmalige Erkrankung an Dengue-Fieber verläuft in aller Regel gutartig", sagt Reisemediziner Jelinek. „Bei einer weiteren Infektion erkranken Betroffene jedoch oft sehr schwer.“ Dann treten innere Blutungen und Schocksymptome auf, auch wenn die erste Erkrankung Jahre zurückliegt. „Wer während oder nach einer Reise nach Mittel- und Südamerika grippeähnliche Symptome aufweist, sollte diese unbedingt bei einem Arzt abklären lassen“, so Jelinek.

Das Centrum für Reisemedizin empfiehlt bei Aufenthalten in Mittel- und Südamerika Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyl-m-Toluamid) auf die Haut aufzutragen. Diese bieten mindestens drei Stunden lang Schutz gegen die meisten stechenden Insekten. Da die Tigermücke vor allem tagsüber aktiv ist, sollten Reisende außerdem zu heller und geschlossener Kleidung greifen. Dunkle Kleidung lockt Mücken eher an. Da Moskitos durch dünne Materialien hindurch stechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren.

Ärzte mit reisemedizinischer Fortbildung sind zu finden unter http://www.crm.de/beratungsstellen/index.asp