Auf Reisen nach Mittel- und Südamerika vor Dengue-Fieber schützen

Düsseldorf, April 2011 – Während der Regenzeit von Mai bis Oktober steigt in vielen Ländern Mittelamerikas das Risiko, sich mit Dengue-Fieber anzustecken. Betroffen sind vor allem die Staaten Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexico, Nicaragua und Puerto Rico. Auch in Südamerika ist es in den letzten Monaten wieder zu zahlreichen Infektionen gekommen: Bolivien meldet seit Beginn des Jahres etwa 4300 Fälle, Paraguay 7000 Fälle von Dengue-Fieber. Reisende nach Mittel- und Südamerika sollten deshalb auf umfassenden Mückenschutz achten, empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin.

Die WHO schätzt, dass jedes Jahr rund 50 Millionen Menschen am Dengue-Fieber erkranken und etwa 2,5 Prozent der Erkrankten an der Infektion sterben. Weltweit kommt das Virus vor allem in den tropischen und subtropischen Regionen vor. Die Krankheit gehört jedoch zu den häufig importierten Infektionen bei europäischen Urlaubsheimkehrern: Im Jahr 2009 registrierte das Robert-Koch-Institut 298 Fälle der Tropenkrankheit in Deutschland. In den vergangenen Jahrzehnten hat sowohl die Zahl der Erkrankungen als auch die geografische Verbreitung des Dengue-Virus stark zugenommen. Die Zahl der gemeldeten Fälle steigt hierzulande seit Jahren kontinuierlich an.

Die Übertragung des Virus erfolgt durch die tagaktive Tigermücke. Etwa zwei bis zehn Tage nach einem Mückenstich tritt eine grippeähnliche Erkrankung auf: Hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein Druckschmerz hinter den Augen sind typische Symptome. Oft kommt es zusätzlich zu einer flüchtigen Hautrötung. Obwohl das Fieber und die Schmerzen nach etwa einer Woche abklingen, leiden die Patienten meistens noch mehrere Wochen unter allgemeiner Abgeschlagenheit. "Die erstmalige Erkrankung an Dengue verläuft meist harmlos", sagt Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. "Eine zweite oder dritte Infektion kann jedoch das sogenannte hämorrhagische Dengue-Fieber mit inneren Blutungen oder das Dengue-Schock-Syndrom verursachen“, so der Experte. Diese schweren Verläufe seien dann lebensbedrohlich.

Eine Impfung gegen die Virusinfektion gibt es bislang nicht. Um eine Infektion zu vermeiden, sollten Reisende nach Mittel- und Südamerika sich sorgfältig vor Mücken schützen, rät Dr. Jelinek. Mückenschutzmittel zum Auftragen auf die Haut mit dem Wirkstoff DEET (Diethylmethylbenzamid/-toluamid) in einer Konzentration von über 30 Prozent bietet für etwa drei Stunden Schutz vor den meisten stechenden Insekten. Zudem sollten Reisende tagsüber helle, geschlossene Kleidung tragen. Da Mücken durch dünnes Gewebe hindurch stechen können, empfiehlt es sich, die Kleidung mit dem Insektizid Permethrin zu imprägnieren. In Innenräumen sollten Reisende Fenster und Betten mit Moskitonetzen abdichten.